Petersilie

Petersilie (Petroselinum crispum syn. P. sativum)
syn. Garten-Petersilie, Bittersilche, Peterling, Silk

Gattung: Petersilie (Petroselinum)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Ordnung:
Doldenblütlerartige (Apiales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00313

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Siehe auch:Arzneipflanzen Gartenpflanzen Nutzpflanzen


Wie viele andere Doldenblütler auch, z.B. Anis, Fenchel, Dill, Kümmel oder die Möhre, ist auch die Petersilie eine Nutzpflanze. Die Petersilie ist sicher eines der bekanntesten und meist verwendeten Gartenkräuter in Deutschland. Sie wird bereits seit alters her kultiviert. Ursprünglich stammt sie aus Süd-West-Asien und dem östlichen Mittelmeerraum. Sie gehört in die Gattung Petroselinum, welche mit 4 Arten, wie z.B. die Feldpetersilie vertreten ist und natürlich die Petersilie der bekannteste Vertreter ist. Petersilie wächst heute fast im gesamten Mittelmeerraum als Wildpflanze. Sie benötigt einen nährstoffreichen, leicht feuchten Boden in sonniger bis halbschattiger Lage für eine optimale Entwicklung.

Verwildert wächst sie auf trockenen, steinigen Standorten wie z.B. an Mauern oder auf Schuttplätzen. Die verwilderten Formen besitzen meist keine krausen Blätter.

Blatt-Petersilie

Es handelt sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von etwa 20 - 80 cm. Im ersten Jahr bildet sie eine grundständige Rosette.

Die zwei- bis dreifach gefiederten, dunkelgrünen, wechselständigen Blätter mit dreieckigen Abschnitten sind je nach Kultursorte glatt oder kraus (siehe Bilder) und unterschiedlich zerteilt. Die Zipfel sind keilförmig und bis zu 2 cm lang. Die Grundblätter und die unteren Stängelblätter sind gestielt, die oberen Stängelblätter sitzend und besitzen weiße, dünnrandige Blattscheiden. Die  aufrechten, röhrigen, leicht gerillten Stängel sind vielfach verzweigt. Die gesamte Pflanze ist unbehaart.

Glatte Sorte Petersilie
Krause Sorte Petersilie
Glatte Blatt-Petersilie
Krause Blatt-Petersilie

Die grünlich-gelben, kleinen, 5-zähligen Blüten besitzen nach innen gekrümmte Kronblätter und nur wenige Hüllblätter. Die Blüten stehen in abgeflachten Doppeldolden mit 8 – 20 etwa gleich langen Strahlen. Die etwa 0,6 mm langen Kronblätter sind grünlich gelb, gelegentlich rötlich überlaufen.

Die Garten-Petersilie blüht in dem Sommermonaten Juni und Juli. Sie wird durch Insekten bestäubt.

Die bis 2 - 3mm langen, grün-grauen Früchte sind ei- bis birnenförmig. Die Rippen an den einseitig abgeflachten Früchten (Doppelachänen) stehen nur wenig hervor. Jede der schwach sichelförmig gekrümmten Teilfrüchte mit jeweils einem Samen hat 5 gerade, vorstehende, helle Rippen. Zwischen den Rippen sind die Früchte dunkelbraun (Foto).

Die rübenförmige, gefurchte, gelb bis rötlich-braune Pfahlwurzel ist etwa 2 cm dick und 10 – 15 cm lang. Aus ihr entspringen meist mehrere Stängel.

Der Name Petersilie bzw. Petroselinum geht auf die griechischen Begriffe „pedron=Stein“ und „Selimon=Sellerie“ zurück und nimmt damit Bezug auf die steinigen Gebiete im Mittelmeerraum, wo die Pflanze wild wächst.

Blütenstand Petersilie

Petersilie als Arzneipflanze
Arzneiliche Verwendung finden die Petersilienfrüchte (Fructus Petroselini) und die getrockneten Petersilienwurzeln (Radix Petroselini), welche jeweils aus dem Anbau gewonnen werden. Die Art kommt in verschiedenen Kultursorten vor:

Blatt-Petersilie (Petroselinum crispum var. crispum) mit holziger Wurzel

und

Wurzelpetersilie (Petroselinum crispum var. tuberosum) mit weicher essbarer Wurzel.

Die Wurzelpetersilie wird arzneilich für die Gewinnung von Petersilienwurzeln genutzt. Die Früchte werden sowohl von der Wurzelpetersilie (convar. radicosum), wie auch von der Blattpetersilie (convar. crispum) gewonnen. Bei der Blattpetersilie unterscheidet man die glatt-, kraus- und mosskrausblättrigen Typen, aus denen die die Petersilienblätter geerntet werden.

Wichtige Inhaltstoffe der Persilie sind Apiol, Myristicin, sowie die giftigen Substanzgruppen Furanocumarine (verursacht Lichtüberempfindlichkeit)  und Polyacetylene. Der Gehalt an den genannten Stoffen schwankt stark zwischen jeweiligen Kultursorten und Anbaugebieten. Daher kann man gern Petersilie als Gewürzkraut zu sich nehmen, aber die Aufnahme größere Mengen sollten vermieden werden.

Petersilie bewirkt aufgrund der Wirkung des Apiols (vor allem in den Früchten) auf das Nierenparenchym eine massive Steigerung der Harnausscheidung. Zudem kommt es zu Kontraktionen der Gebärmutter. Äußerlich wird es auch gegen Insektenstiche genutzt. Bei starken Überdosierungen sind auch Vergiftungen möglich. Patienten mit Nierenerkrankungen sollten auf Petersilie als Arzneipflanze besser verzichten.

Typischerweise kommt die Petersilie in Fertigarzneimitteln zum Einsatz. Sie wird dabei gegen Infektionen der Harnwege, Wasseransammlungen, Nierensteine und Menstruationsbeschwerden eingesetzt.

Volkstümlich wurde Petersilie auch bei Verstopfung, Demenz, Wassersucht und Diabetes eingesetzt.

Verfälschungen der Droge kommen kaum vor, da sie fast ausschließlich aus dem Anbau stammt.

Petersilienfrüchte (syn. Peterleinsamen)
Insbesondere in den Früchten und Wurzeln finden sich ätherische Öle, wie z.B. Apiol, Myristicin, Flavonoide wie Apiin, Furanocumarine wie Bergapten und fette Öle.

Die Früchte zerfallen oftmals in ihre Teilfrüchte. Die Früchte wirken harntreibend, krampflösend und werden auch bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt.

Petersilienöl
Aus den Petersilien-Früchten wird durch Wasserdampfdestillation das apiolreiche ätherische Petersilien-Öl (Oleum Petroselini) gewonnen. Es ist eine klare, gelblich bis braune Flüssigkeit von würzigem, bitterem Geschmack.

Es dient zur Entwässung und gegen Menstruationsbeschwerden. Aufgrund der starken Anregung des Uterus, kann es bei Überdosierung zum Abort kommen.

Bei Abtreibungsversuchen mit Petersilienöl soll es schon zu Todesfällen gekommen sein. Zudem werden Leber und Nieren bei längerer Überdosierung gereizt.

Nach Einnahme von Petersilienöl kann es zu Reizungen der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt kommen.

Petersilienwurzel
In harntreibenden Teezubereitungen wird Petersiliewurzel verwendet. Zudem wirkt die Wurzel verdauungsfördernd und ist daher oftmals Bestandteil von Gewürzmischungen. Die Wirkungen sind etwas schwächer, als bei den Früchten.

Die getrockneten Wurzelstückchen sind stark hygroskopisch (wasseranziehend) und müssen daher dicht verschlossen gelagert werden. Die süßlich-scharfen, der Länge nach geschnittenen, leicht verdrehten Stücke sind etwa 5 – 15 cm lang und 2 cm dick.

Bei der Aufnahme größerer Mengen Bergapten durch Wurzeln oder Wurzelöl, kann es zu einer Fotosensibilisierung der Haut kommen.

Für die Teezubereitung werden etwa 2 g Wurzeln mit kochendem Wasser übergossen und 10 min ziehen gelassen. Es sollen nicht mehr als 2 -3 Tassen je Tag getrunken werden.

Gelegentlich kommt es zu Verfälschungen mit Pastinakwurzeln.

Petersilien-Frischpflanze
In der Homöopathie wird die gesamte frische Pflanze zum Einsatz bei einer Reizblase und Erkrankungen der Nieren und Harnwege verwendet.

Zudem wird Petersilie häufig in Teemischungen eingesetzt.

Petersilie als Gartenpflanze
Es handelt sich um ein unkompliziertes zweijähriges Küchenkraut, welches gut an einem sonnigen oder halbschattigen Platz mit ausreichend Wässerung und Nährstoffen gut gedeiht.

Da Petersilie den Boden auslaugt, sollte sie nicht mehrfach in Folge am selben Platz gepflanzt werden.

Petersilie wird durch Samen vermehrt. Die Aussaat erfolgt ab März direkt in die aufgelockerte, nährstoffreiche Erde in halbschattiger Lage. Bei Neuaussaat sollte der Standort gewechselt werden.

Werden die Blüten regelmäßig abgeschnitten lebt die eigentlich zweijährige Petersilie über sehr viele Jahre im Garten weiter.

Petersilie als Nutzpflanze
Die Blätter oder das nicht blühende Kraut der Blatt-Petersilie werden als Gewürz genutzt. Dazu wird meist die mildere Krause Blatt-Petersilie verwendet. Die Blätter sollten vorzugsweise vor der Blüte geschnitten werden. Die geschnittenen Blätter frisch verwenden oder einfrieren, wobei sie nur wenig an Aroma verlieren. getrocknete Blätter verlieren ihren Geschmack.

Petersilie wird meist nur im ersten Jahr verwendet, da die Blätter im zweiten Jahr deutlich härter sind. Petersilie kann man bis in den Winter hinein ernten.

Das aus dem Samen gewonnene Petersiliensamenöl dient in der Nahrungsmittelindustrie zum Würzen von Fleischprodukten, sowie der Herstellung von Fertigsoßen.

In den Blättern finden sich größere Mengen Vitamin A, B, C.

Petersilie als Gewürzpflanze
Petersilie wird aufgrund ihres angenehmen Aromas vielfach zum Würzen von Speisen, als Suppeneinlage, als geschmacksgebende Zutat für Salate, Soßen, Kräuterbutter, Käse etc. oder als Dekoration verwendet.

Wird Petersilie zum Kochen verwendet, so ist diese immer erst am Ende des Kochvorgangs dem Essen hinzuzufügen, da sie sonst ihr Aroma verliert. Petersilienfrüchte werden nur selten als Gewürz verwendet.

Die Wurzeln der Wurzelpetersilie werden als Suppengrün verwendet.



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