Schwarze Teufelskralle

Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum)
syn. Schwarze Rapunzel

Gattung: Teufelskralle (Phyteuma)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Ordnung:
Asternartige (Asterales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00312

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Die Schwarze Teufelskralle ist in fast ganz Mitteleuropa heimisch. Bevorzugt wächst sie in Höhenlagen auf humusreichen, feuchten Böden in halbschattiger bis schattiger Lage in Laub- oder Laubmischwäldern oder auf Bergwiesen. Sie bevorzugt kalkarme, mäßig nährstoffreiche humose Lehmböden. In der Tiefebene und dem Alpenraum ganz fehlend oder selten. Es handelt sich um eine der wenigen Arten die endemisch (d.h. nur dort) in Mitteleuropa vorkommen. Die Art ist verbreitet, aber nirgends häufig, kommt meist nur mit wenigen Individuen vor und sollte daher geschont werden, z.B. entsprechende Wiesen nicht vor Juli mähen etc. Sie ist nicht gesetzlich geschützt.

Habitus Schwarze Teufelskralle

Die ausdauernde, krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 30 - 50 cm. Der unverzweigte, aufrechte Stängel ist kantig und unbehaart.

Die herzförmig bis rundlichen, am Rand gekerbten Grundblätter sind lang gestielt und etwa halb so lang wie breit. Die einfachen, sitzenden Stängelblätter sind deutlich verschmälert und breit lanzettlich geformt; nach oben deutlich kleiner werdend. Das obere Drittel des Stängels ist unbeblättert.

verschiedene Blühstadien

Die tiefblauen bis schwarzblauen, einzeln stehenden, walzenartigen Blütenstände stehen auffällig am Ende der Stängel und sind umgeben von linealen, bewimperten Hochblättern. Der Blütenkopf ist vor der Blüte grün-weißlich gefärbt. Die zwittrige Blüte ist fünfzählig. Die zylindrischen, 3– 6 cm langen Blütenähren bestehen aus vielen, wie Krallen nach oben gebogenen, verwachsenen Einzelblüten mit kleinen Tragblättern, welche von unten nach oben aufblühen. Die länglichen Kelchblätter sind nicht verwachsen.

Die etwa 1,5 cm lange, röhrenförmige, schwarz-violette bis dunkelblaue Blütenkrone mit fünf länglichen Zipfeln ist tief geteilt und vor dem Aufblühen gekrümmt. Sie ist am Grund und im oberen Drittel verwachsen; in der Mitte platzen sie mit dem Aufblühen kugelig auf. Der Fruchtknoten ist unterständig. Die Staubblätter besitzen eine verbreiterte Basis, welche den Nektar umgibt. Die behaarten Griffel ragen weit aus der Blüte heraus.

Die Schwarze Teufelskralle wird durch Insekten, insbesondere Fliegen bestäubt. Die länglichen Kapseln beinhalten ovale, kleine Samen, welche durch den Wind verbreitet werden.

Sie blüht, je nach Lage, zwischen Mai und Juli.

Der fleischige Wurzelstock wächst rübenartig.

Die Schwarze Teufelskralle ist seit dem Altertum bekannt und kultiviert. Der volkstümliche Name Rapunzel bedeutet „kleine Wurzel“ und ist ein Hinweis darauf, dass früher die Wurzeln und Blätter als Gemüse verspeist wurden.

Die Schwarze Teufelskralle wird nicht als Heilpflanze verwendet. Als wirksame Heilpflanze ist dagegen die afrikanischen Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) bekannt.

Blüte Schwarze Teufelskralle



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