Sumpf-Johanniskraut

Sumpf-Johanniskraut (Hypericum elodes)
syn. Sumpf-Hartheu

Gattung: Johanniskraut (Hypericum)
Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Ordnung:
Malpighienartige (Malpighiales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00310

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Siehe auch: Giftpflanzen


Das Sumpf-Johanniskraut gehört zu der Gattung Hypericum, welche in Deutschland mit 9 Arten vertreten ist. Weltweit umfasst die Gattung etwa 350 Arten. Seine Hauptverbreitungsgebiete liegen in Westeuropa.

Es bevorzugt nasse, nährstoffarme, kalkfreie, offene Böden in milder Lage mit warmen Wintern und kühlen Sommern.  Es ist ein typischer Bewohner von Moorgebieten und steht auch gern im Wasser. Das Sumpf-Johanniskraut ist eine Zeigerpflanze für nasse und nährstoffarme Böden.

Das früher häufig anzutreffende Sumpf-Johanniskraut kommt heute sehr selten und in nur kleinen Gruppen vor. Es hat mit der Trockenlegung etlicher Moorgebiete und Heideweiher viele Standorte verloren. Daher ist es in Deutschland gesetzlich geschützt.

Blütenstand-Sumpf-Johanniskraut

Es handelt sich um eine mehrjährige, niederliegend bis kriechende, krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von etwa 10-30 cm. Die verzweigten, oben zottig weiß behaarten, rund gefurchten Stängel wachsen zunächst oft niederliegend bis später aufrecht.

Wie bei allen Johanniskräutern, finden sich auch bei dem Sumpf-Johanniskraut  zahlreiche Sekretgänge und – Sekretbehältnisse.

Sumpf-Hartheu

Die sitzenden, fein durchscheinend punktierten Blätter wachsen gegenständig mit fast herzförmigem Grund, wobei die oberen, raubehaarten Blätter größer als die unteren, kahlen Blätter sind. Das Sumpf-Johanniskraut überwintert vollgrün.

Je 2 – 10 intensiv gelbe, 2 -2,5 cm große Blüten stehen am Ende des Stängels oder der Seitentriebe in lockern Rispen.  Die Blüte ist deutlich in Kelch und Krone getrennt. Die fünf, verkehrt eiförmigen 6 – 8 mm langen Blütenblätter sind in den Grund mit einer geschlitzen Schuppe verschmälert, welche sich nach dem Verblühen eindreht (siehe Fotos). Die fünf schmal-eiförmigen, etwa 5 mm langen Kelchblätter sind rotdrüsig bewimpert. Je fünf Staubblätter sind in 3 Bündeln bis zur Mitte verwachsen.

Zerreibt man die gelben Blüten zwischen den Fingern verfärben sie sich durch den enthaltenen Farbstoff Hypericin intensiv rot.

Das Sumpf-Johanniskraut blüht zwischen Juni und September. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten oder Eigenbestäubung.

Aufsicht Sumpf-Johanniskraut

Zur Reifezeit entwickeln sich Kapseln, die sich an den Scheidewänden öffnen. Die Samen sind Lichtkeimer und werden mit dem Wind oder durch Vögel verbreitet.

Es kann von dem Niederliegenden Johanniskraut (H. humifusum) durch die flaumige Behaarung, den runden Stängel und die am Rand drüsig gefransten Kelchblätter gut unterschieden werden.

Das Sumpf-Johanniskraut als Giftpflanze
Wie das Tüpfel-Johanniskraut, besitzt auch das Sumpf-Johanniskraut in den Blüten vorkommendes Hypericin mit starke photosensibilisierende Eigenschaften. In Folge einer Aufnahme wird die Haut stark gegen Licht sensibilisiert (Lichtkrankheit).

Auch nicht pigmentiertes Weidevieh (z.B. Pferde, Ziegen, Schafe)  kann durch Hypericin verursachte Vergiftungserscheinungen zeigen, wenn größere Mengen Johaniskraut-Blüten gefressen und wurden.



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