Reif-Rock-Narzisse

Reifrock-Narzisse (Narcissus bulbocodium)

Gattung: Narzisse (Narcissus)
Familie: Narzissen-Gewächse syn Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Ordnung:
Lilienartige (Liliales)
Klasse: Einkeimblättrige (Monocotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00307

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Siehe auch: Arzneipflanzen Giftpflanzen


Die Narzissen sind mit 26 Arten in Europa vertreten. Sie haben ihren Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeergebiet. Die Reifrock-Narzisse ist heimisch in Nordafrika, Spanien und Portugal, sowie Südfrankreich. Sie kommt in Gebirgsregionen und auf sommertrockenen Wiesen vor.

Es handelt sich um eine ausdauernde Zwiebelpflanze mit einer Wuchshöhe von etwa 10 bis maximal 20 cm. Damit ist sie deutlich kleiner, als viele bei uns bekannte Narzissen, wie z.B. die Osterglocke.

Der grüne Stängel bleibt blattlos. Die hellgrünen, schmal länglichen bis fast runden, grasartigen Blätter wachsen basal und erreichen eine Länge von bis zu 30cm.

Reifrock-Narzisse

Die gelb bis orange gefärbten, zur Seite gerichteten, meist einzelnen Blüten sind 5 bis 30 mm lang. Die Blüten wachsen aufrecht und nicht nickend. Die trompetenförmige Innenkrone ist relativ groß; die unauffällige Außenkrone besteht dagegen aus schmalen, kleinen, zipfelartigen Blütenblättern, was der Blüte ein ganz typisches, konisches Aussehen verleiht. Die Staubgefäße ragen nicht aus der Blüte heraus.

Die Unterart N. citrinus besitzt hellgelbe, zitronenfarbige Blüten.

Die Reifrock-Narzisse blüht zwischen Februar und Mai.

Sie vermehrt sich nicht nur über ihre Zwiebeln, sondern auch (viel stärker als andere Narzissen) über ihre Samen.

Blüte Reifrock-Narzisse

Die Reifrock-Narzisse als Giftpflanze
Wie alle Narzissen ist auch die Reifrock-Narzisse giftig. Sie enthält vor allem das Alkaloid Lycorin, welches auch aus dem Märzenbecher bekannt ist. Die gesamte Pflanze ist giftig, insbesondere jedoch die Zwiebel.

Eine Vergiftung äußert sich durch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, bei sehr großen Mengen auch durch Lähmungserscheinungen. Hier sollten dann u.a. eine Magenspülung und die Gabe von Aktivkohle erfolgen.

Äußerlich kann der Pflanzensaft die Haut schädigen, was auch als Narzissendermatitis bezeichnet wird.

Habitus Reifrock-Narzisse

Die Reifrock-Narzisse als Gartenpflanze
Narzissen sind Klassiker in unseren Frühlingsgärten; am bekanntesten ist sicher die Osterglocke. Die winterharte Reifrock-Narzisse ist eine kleine Narzisseart, welche insbesondere für Steingärten in warmer, sonniger Lage geeignet ist. Es handelt sich um eine anspruchslose Art, welche vor allem im Sommer trockene Böden und wenig Nässe mag, nur im Frühjahr sollten die Böden leicht feucht sein. Sie kann auch in Töpfen wachsen oder auf geeigneten Flächen verwildern. An geeigneten Standorten kann sie sich stark vermehren.

Die Zwiebeln werden im Spätsommer etwa 10-20 tief im Boden gepflanzt. Als Wildpflanzen vermehren sie sich auch intensiv über ihre Samen. Die Blätter sollten nicht geschnitten werden, bevor sie welk sind, da sie noch Nährstoffe für die nächsten Zwiebeln produzieren. Narzissen vertragen grundsätzlich keine Staunässe und benötigen daher lockern Boden.

Sie ist in Deutschland im Fachhandel als Zwiebelpflanze zu erwerben.

Als Schnittblume ist im Prinzip geeignet, jedoch aufgrund ihres kurzen Stängels kaum genutzt.



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Reifrock-Narzisse

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