Echter Ehrenpreis

Echter Ehrenpreis (Veronica officinalis)
syn. Wald-Ehrenpreis, gebräuchlicher Ehrenpreis, Arznei-Ehrenpreis, Männertreu
engl. Common sorrel

Gattung: Ehrenpreis (Veronica)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae) vormals Rachenblütler
Ordnung:
Lippenblütlerartige (Laminales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00301

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Siehe auch: Arzneipflanzen

Staudenpflanze des Jahres 2007


Der Echte Ehrenpreis ist in ganz Europa, sowie in Nordamerika und Nordasien verbreitet. Er gehört, aufgrund genetischer Erkenntnisse, heute in die Familie der Wegerichgewächse. Früher wurde er aufgrund morphologischer Merkmale den Rachenblütlern zugeordnet.

In Deutschland ist der Echte Ehrenpreis weit verbreitet und häufig vorkommend. Er wächst in trockenen Wäldern, an Waldrändern, Magerwiesen und auf Heideflächen. Er bevorzugt magere, saure, kalkarme Böden mit Steinanteil in sonniger, trockener Lage. In Höhenlagen wächst er bis über die Baumgrenze.

Ehrenpreis

Es handelt sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von etwa 10 – 30 cm. Die rau behaarten (im Blütenbereich drüsig), graugrünen Stängel wachsen meist gedrückt niederliegend und sind auch im unteren Bereich nicht verholzt. Sie steigen nur mit dem Blütenstand auf und wurzeln oft wieder aus den unteren Blattknoten selber aus. So bilden sich im Laufe der Zeit kleine oder größere vegetativ entstandene Teppiche. Die Pflanze überwintert mit einer spindelartigen Wurzel, aus der im Frühjahr die Stängel hervor treiben.

Die derben, 2-5mm lang gestielten, am Rand fein nach vorn gesägten, dicht und rau behaarten Blätter sind etwa 1,5 -4 cm lang und 1 – 3 cm breit, sie wachsen gegenständig und sind verkehrt eiförmig bis breit lanzettlich.

Blüte Ehrenpreis

Die dicht blühenden, traubigen,  1 – 3 mm lang gestielten Blütenstände die aus den Blattachseln bzw. am Ende des Stängels und seiner Zweige aufrecht wachsen, bestehen aus 10-25 hellblauen bis weißlichen, dunkel geaderten Einzelblüten mit einem Durchmesser von etwa 5 – 7 mm auf kleinen wechselständigen Deckblättern. In der Regel entwickelt nur ein Blatt eines Blattpaares solch einen Blütenstand. Der 3 mm lange Blütenkelch besitzt 4 ungleiche, blaßlila, dunkel geaderte Zipfel, die am Grund verwachsen sind. Wie bei allen Veronica-Arten sind nur 2 Staubblätter vorhanden. Die Krone besitzt nur eine kurze Röhre. Die Kronblätter sind ungleich groß, wobei das obere Kronblatt deutlich größer, als die übrigen ist. Der Saum beträgt ausgebreitet etwa 8 mm.

Die Bestäubung erfolgt meist durch Bienen oder Schwebfliegen.

Der Echte Ehrenpreis blüht in der Zeit zwischen Mai und September.

Die beiden oberständigen Fruchtknoten bilden zweifächrige Kapselfrüchte aus. Die dreieckigen, abgeflachten, behaarten Früchte enthalten viele Samen und sind seitlich zusammengedrückt, deutlich länger als der Kelch und sehen herzförmig aus.

Das junge Kraut kann (ähnlich wie die Brunnenkresse) auch als Salat verspeist werden.

Der Echte Ehrenpreis als Arzneipflanze

Der Echte Ehrenpreis wird schon sehr lange als Arzneipflanze verwendet, kommt jedoch heute nur noch selten zum Einsatz. Im Mittelalter besaß der Ehrenpreis höchste Wertschätzung und wurde in den meisten Kräuterbüchern beschrieben.

Arzneilich verwendet wird dabei das getrocknete, blühende Kraut (Herba Veronicae), welches auch Grundheilkraut oder Wundkraut genannt wird. Sammelzeit ist von Juni bis August.

Er enthält u.a. Iridoidglykoside (z.B.Aucubin und Catapol), Gerbstoffe, Flavoniode, und Bitterstoffe. Es wirkt auswurffördernd, entzündungshemmend, leicht antimikrobiell und durchfallmindernd.

Eingesetzt wird der Echte Ehrenpreis in der Volksheilkunde gegen Hitzewallungen, Husten, Magen- und Darmleiden, sowie bei Rheuma, als harntreibendes Mittel, zum Gurgeln und Spülen, sowie bei juckenden Hauterkrankungen.

Als Tee werden etwa 1,5 g Kraut mit kochendem Wasser übergossen und etwa 10 min ziehen gelassen; etwa 1 – max. 3 Tassen am Tag trinken. Zudem wird es als Mundspülung, Umschläge oder Waschungen eingesetzt.

Ehrenpreis wird kaum angebaut, sondern stammt meist aus Wildsammlungen.



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