Knotige Braunwurz

Braunwurz (Scrophularia nodosa)
syn. Knotige Braunwurz, Skrofel

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Familie: Rachenblütler (Scrophulariaceae)
Gattung: Braunwurz (Scrophularia)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00291

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Siehe auch: Arzneipflanzen Giftpflanzen


Die Knotige Braunwurz ist in Mitteleuropa, Zentralasien und Nordamerika heimisch. In Europa ist die Knotige Braunwurz der mit Abstand häufigste Vertreter der Gattung und rel. häufig vorkommend. Sie bevorzugt mäßig nährstoffreiche, lehmig-tonige, leicht feuchte Böden. Die schwach moderig riechende Braunwurz ist oft an schattigen bis halbschattigen Rändern von Laub- und Mischwäldern, Auenwäldern, Wegen und Flussufern zu finden; typischerweise oftmals als Einzelpflanze (Solitär). Sie ist im Bestand ungefährdet und nicht geschützt.

Die Knotige Braunwurz ist eine mehrjährige, knotige, schlank wirkende Pflanze mit einer Wuchshöhe von etwa 60 – 120 cm. Der aufrechte, streng vierkantige Stängel ist im oberen Blütenstandsbereich verzweigt, aber nicht geflügelt. Der Stängel ist weitgehend kahl und besitzt nur im Blütenstandsbereich einzelne Drüsenhaare.

Braunwurz Blüte

Die 7 – 12 cm langen, eiförmig-spitzen (die unteren Blätter herzförmig), kahlen Blätter sind doppelt gesägt, wobei die Zähne spitz nach vorn gerichtet sind. Die ungeteilten, gestielten Blätter wachsen kreuzgegenständig.

Es handelt sich um eine unauffällige Pflanze mit kleinen, rötlich-braunen, zweilippigen Blüten von bauchiger Form. Die ca. 1 cm großen Blüten stehen zu 4 - 7 in endständigen, drüsig behaarten Rispen, welche den Achseln der obersten Blätter entspringen oder am Stängelende stehen. Die braunrote, etwa 8 mm lange, krugartig geformte Krone geht am Grund in einen Grünton über. Der Mittellappen der dreizipfeligen Unterlippe ist zurückgeschlagen. Die Kelchblätter des etwa 3 mm langen Kelchs sind vorn abgerundet und schwach weiß umrandet. Es sind 4 Staubblätter vorhanden, dass fünfte Staubblatt ist zu einem Honigblatt.

Braunwurz

Bei dem Besuch der Blüte werden die Insekten von unten mit Blütenstaub versehen. Da die Narbe erst einige Tage später befruchtet werden kann, ist zunächst eine Selbstbefruchtung ausgeschlossen. Diese findet erst dann statt, wenn keine Fremdbefruchtung möglich war, z.B. mangels Insekten.

Die Braunwurz blüht zwischen Juni und August. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (oft Wespen) oder Selbstbestäubung. Die Samenverbreitung geschieht durch Windausbreitung. Die Samen sind von kleinen Grübchen bedeckt, welche in Reihen angeordnet sind.

Braunwurz mit Raupe

Anhand der kleinen, kugeligen Kapselfrüchte kann man erkennen, dass es sich um einen Rachenblütler und nicht um einen Vertreter der Lippenblütler (besitzen vierteiligen Fruchtknoten) handelt. An der Spitze der Früchte stehen noch die Reste der Griffel.

Durch den knotig verdickten Wurzelstock erhielt die Pflanze den Namen nodosa.

Die Braunwurz ist die Futterpflanze für die Raupe des Braunwurz-Mönch (Cucullia scrophulariae), ein rel. unscheinbarer Nachtfalter.

Barunwurz Habitus

Braunwurz als Arzneipflanze
Arzneiliche Verwendung findet das Kraut der Knotigen Braunwurz (braunwurzkraut – Herba Scrophulariae) und die Wurzel Radix Scrophulariae. Es wirkt schwach harntreibend und abführend. Das frische Kraut wird kurz vor der Blüte gesammelt.

Die Knotige Braunwurz enthält Saponine, Flavone, Iridoide, Alkaloide (z.B. Scrophyllarin) und kleine Mengen Digitalis-Glykoside.

Sie wurde volkstümlich gegen Hautleiden, und Geschwülsten eingesetzt, woraus sich auch der Name Scrophularia (scrophula – Halsgeschwür) ableitet.

Die Knotige Braunwurz wird auch selten in einigen Kombinations-Fertigarzneimitteln verwendet. Heute wird sie im Wesentlichen nur noch in der Homöopathie gegen Lymphdrüsen-, Haut- und Schleimhautbeschwerden, Entzündungen der Atemwege (z.B. Skrofulose) eingesetzt.

Braunwurz Mönch Raupe

Braunwurz als Giftpflanze
Durch ihren kleinen Anteil an herzwirksamen Glykosiden wirkt die Knotige Braunwurz schwach giftig.

Braunwurz Blütenstand



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Braunwurz

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