Kleines Springkraut

Kleines Springkraut (Impatiens parviflora)
syn. Kleinblütiges Springkraut, Sibirisches Springkraut

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Ordnung: Storchschnabelartige (Geraniales)
Familie: Springkrautgewächse (Balsaminaceae)
Gattung: Springkräuter (Impatiens)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00290

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Das Kleine Springkraut ist ursprünglich in Nord- und Zentralasien heimisch. Im vorletzten Jahrhundert ist es dann aus botanischen Gärten verwildert (Neophyt) und hat seitdem seinen Siegeszug durch unsere Natur angetreten, so dass es inzwischen in ganz Mittel- und Nordeuropa heimisch ist. In Deutschland ist es überall verbreitet, häufig und in meist individuenreichen Beständen vorkommend.

Man findet das Kleine Springkraut an Wegrändern von lichten Laub- und Nadelwäldern, Parkanlagen und an Hecken; aber auch in schattigen Gärten und Ödland verbreitet vorkommend. Es bevorzugt nährstoffreichen, leicht feuchten, kalkarmen Boden in halbschattiger bis vollschattiger Lage. Bei intensivem Sonnenschein hängen die Blätter sehr schnell, wie welk herab.

Kleinblütiges Springkraut

Das Kleine Springkraut ist eine einjährige Pflanze, welche im Frühjahr keimt, und den Sommer bis in den Herbst über blüht und fruchtet. Danach stirbt die Pflanze sehr schnell ab und zerfällt zu Humus.

Es handelt sich um eine kräftige, schnellwachsende Pflanze mit einer Wuchshöhe von etwa 60 cm. Die wechselständigen, 4 – 12 cm langen, gestielten Blätter wachsen zugespitzt eiförmig mit gezähntem Rand. Sie laufen in einen geflügelten Blattstiel aus. Die aufrechten, im oberen Bereich verzweigten, unbehaarten Stängel sind leicht blaßgrün und an den Gelenken auffällig verdickt.

Springkraut Blüte

Die hellgelben, etwa 1 cm großen, zwittrigen Blüten wachsen zu 4 – 10 in aufrechten Trauben stehend und überragen dabei zumeist die Tragblätter deutlich. Die Blütentrauben wachsen aus den Achseln der oberen Blätter heraus. Die Blüten sind zygomorph, d.h. sie besitzen nur eine Symmetrieebene. Die fünf Kronblätter sind seitlich verwachsen, so dass 3 große Kranblätter entstehen können.

Habitus Springkraut

Von den drei Kelchblättern sind zwei verkümmert, aus dem dritten Kelchblatt entwickelt sich der Sporn. Dieser hellgelbe, etwa 1 cm lange Sporn wächst kegelförmig gerade. Die Blüten besitzen im Schlund einen dunkelgelben Fleck und ein braunrotes, strichartiges Saftmal. Der aus fünf Fruchtblättern bestehende Fruchtknoten wächst oberständig. Fünf Staubblätter sind vorhanden. Die Staubbeutel sind verwachsen.

Das Kleine Springkraut blüht zwischen Mai und Oktober. Die einzelnen Blüten blühen dabei nur wenige Tage. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, zumeist Schwebfliegen.

Die Früchte mit ihren 1 – 5 Samen sind keulenartige, bis gut 2 cm lange Kapselfrüchte, welche bei Berührung schnell aufspringen.

Wie bei allen Springkräutern herrscht in der Kapsel ein großer Druck, welcher durch die äußeren starken Zellschichten und den Widerstand der inneren Zellschichten entsteht. Durch die Samenreifung lösen sich die Fasern auf, so dass bei leichter Berührung die Kapseln aufreißt und die Samen weit herausschleudert. Die Schleuderweite beträgt bei dem Kleinen Springkraut etwa 4 Meter. Oft haften die Samen auch an Tieren oder Menschen und werden so deutlich weiter transportiert. Eine einzige Pflanze kann viele tausend Samen produzieren.

Die schnelle und weite Verbreitung der einjährigen Pflanze liegt zum einen an der sehr langen Blühdauer, aber auch dem erfolgreichen Mechanismus der Samenverbreitung. Und wo einmal das Kleine Springkraut Fuß gefasst hat, werden die anderen Pflanzen, auch durch die starke Bodenabschattung, sehr stark verdrängt. Auf der anderen Seite besiedelt sie aber auch Böden in dunklen Lagen, die sonst kaum besiedelt würden. Da sie jedoch im Herbst abstirbt und zerfällt, kann sie dem Boden mit ihren Wurzeln keinen dauerhaften Halt (z.B. bei Starkregen im Herbst oder Winter) geben.

Anhand der Blütengröße kann es sicher vom Großen Springkraut unterschieden werden. Zudem besitzt das Große Springkraut einen gebogenen Sporn, während das Kleine Springkraut einen geraden Sporn hat.



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