Zaunwinde

Zaunwinde (Calystegia sepium syn Convolvulus sepium)
syn. Gemeine Zaunwinde, Ufer-Zaunwinde

Familie: Windengewächse (Convolvulaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
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Dokument: MZ 00289

Siehe auch: Arzneipflanzen Giftpflanzen


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Die Zaunwinde ist in fast ganz Europa, mit Ausnahme Skandinaviens, verbreitet. Zudem findet man sie von Amerika, über Nordafrika bis nach Westasien. In höheren Lagen ist sie nur selten anzutreffen.

Die Zaunwinde wächst links windend an Hecken, Zäunen, Ufern, Säumen von Auenwäldern und Wegrändern. Oft wuchert sie dabei um große Bäume oder Büsche herum. Sie wächst nur selten niederliegend, wie die Ackerwinde. Sie bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Lehmböden in heller, sonniger oder halbschattiger Lage.

Die Zaunwinde kommt häufig vor und ist nicht bedroht.

Zaunwinde Habitus

Es handelt sich um eine etwa 150 bis 500 cm lange, kahle, mehrjährige Kletterpflanze. Trifft sie auf kräftige, hochwüchsige Pflanzen (z.B. Bäume) beginnt sie an den Stängel in Linkswendungen empor zu ranken. Die Zaunwinde führt dazu (ähnlich wie der Ackerwinde) durch unterschiedlich starkes Wachstum der Stängelspitze Suchbewegungen aus, dabei umstreicht sie in ca. 1 – 2 Stunden einen fast vollständigen, einige Zentimeter umfassenden Kreis auf dem Boden. Die höheren Pflanzen werden so durch den Entzug von Boden und Licht von der Zaunwinde in ihrem eigenen Wachstum gehemmt.

Die bis zu 15 cm langen, wechselständigen, gestielten Blätter sind herzförmig bis dreieckig oder pfeilförmig geformt und besitzen einen glatten Rand. Wobei der Stiel kürzer als die Spreite ist.

Blüte Zaunwinde

Die großen, geruchlosen, rein-weißen Trichterblüten sind etwa 6 cm lang und besitzen einen Durchmesser von gut 5 cm. Die weißen, fünf-zähligen Blüten haben keine Zeichnung auf der Außenseite. Sie schließen sich bei schlechtem Wetter, dagegen sind sie nachts geöffnet. Die 5 – 10 cm lang gestielten Blüten stehen einzeln in den Blattachseln. Unterhalb der Blüte finden sich zwei herzförmige, oft rötlich geaderte Vorblätter, welche etwa doppelt so lang, wie die 5 – 10 mm langen, zugespitzten, unten verwachsenen Kelchblätter sind und diese z.T. überdecken. Die 5 großen miteinander verwachsenen, 4 cm langen, weißen Kronblätter bilden einen großen Blütentrichter. An den fünf Staubblättern finden sich an den Staubfäden im unteren Bereich typische Drüsenhaare. Der oberständige Fruchtknoten besitzt zwei ovale, große Narbenlappen am Griffel. Im Gegensatz dazu besitzt die Ackerwinde eher Narbenfäden.

Die Blütenknospen wachsen länglich bis kegelförmig, wobei die Vorblätter bereits die Kelchblätter überdecken.

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, oftmals Schwärmer oder Nachtfalter, welche die leuchtend weißen Blüten nachts anfliegen und mit dem langen Rüssel den Nektar vom Blütengrund saugen.

Die eiförmigen, 4-samigen Kapselfrüchte sind etwa 6 – 12 mm lang. Die Vermehrung erfolgt über die Samen oder die Wurzeltriebe (vegetativ).

Die Blütezeit der Zaunwinde liegt zwischen Juni und September.

Diese schöne Kletterpflanze gilt in vielen Bereichen als Unkraut, da sie sehr stark wuchert und sich ausbreitet. Neben ihren oberirdischen Winden, bilden sich stark kriechende, etwa 2 – 3 mm dicke, unterirdische Wurzelsysteme aus, die nur extrem schwer zu entfernen sind.

Die verwandte Wald-Zaunwinde ist in Mitteleuropa kaum anzutreffen, sondern eher in Süd-Osteuropa.


Größenvergleich Zaunwinde - Auckerwinde

Zaunwinde als Arzneipflanze
Volkstümlich wurde die Zaunwinde früher als Laxans (Abführmittel) eingesetzt. Wichtige Inhaltstoffe sind Harzglykoside und Gerbstoffe. In ihrer Wirkung ist sie mit der Ackerwinde vergleichbar.

Zaunwinde als Giftpflanze
Die Pflanze enthält giftige Harzglykoside und Lysergsäurealkaloide, durch welche sie leicht giftig wirkt. Typische Vergiftungserscheinungen sind Durchfälle. Insgesamt ist die Zaunwinde nur wenig giftig. Die Giftstoffe finden sich in der ganzen Pflanze, hauptsächlich jedoch in den Wurzeln. Die Lysergsäurealkaloide finden sich auch in einigen Pilzen als Mutterkornalkaloide und sind mit dem LSD verwandt. Insgesamt weisen die heimischen Windengewächse, im Gegensatz zu einigen Südamerikanischen Arten. einen nur geringen Gehalt an Lysergsäurealkaloiden auf.



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