Blauer Eichenzipfelfalter

Blauer Eichenzipfelfalter
(Neozephyrus quercus syn. Quercusia quercus)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie:
Bläulinge (Lycaenidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00287

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Dieser eher seltene Falter ist an besonnten, windgeschützten Bereichen älterer Eichen- oder Mischwaldbeständen zu entdecken. Er besiedelt sowohl Trockenwälder, wie auch Auenwaldbestände. Er ist in ganz Europa (ohne den Norden), Nordafrika und teilen Asiens heimisch, in einzelnen Bereich jedoch stark gefährdet. Insgesamt ist die Bestandsentwicklung der Art stark rückläufig. Die Flügelspannweite beträgt etwa 26-35 mm.

Die Männchen besitzen eine intensiv blaue, schillernde Flügeloberseite mit schwarzen Randbinden. Die Weibchen haben hingegen schwarzbraune Flügeloberseiten mit zwei blauen, schillernden Flecken auf den vorderen Flügeln. Die Flügelunterseiten sind hellgrau mit einer auffälligen hellen, gezackten Binde. Zudem finden sich zwei (bei den Weibchen ein Fleck) orange bis gelbe Flecken, wobei einer einen schwarzem Kern enthält. An dem Hinterflügel befindet sich ein kleiner Flügel-Zipfel.

Eichenzipfelfalter

Die gräulichen, oben eingedrückten Eier mit fast netzartiger Struktur werden an den Knospenspitzen älterer Eichen, vor allem im Wipfelbereich einzeln oder zu zweien abgelegt. Der Eichenzipfelfalter überwintert als Ei. Eine Eiablage an den Blättern ist daher nicht möglich, da diese abfallen und die Eier dann am Boden verrotten würden. Die im Frühjahr schlüpfende Raupe ernährt sich zunächst von der Knospe, in welche sie sich bis zur ersten Häutung völlig hineinbohrt. Erst danach verzehrt sie auch Blüten und Blättern der Eichen. Die Falter verzehren später oftmals Honigtau von Blattläusen und besuchen nur selten Blüten. An heißen Tagen saugt der Eichenzipfelfalter, wie die meisten Bläulinge, gern an feuchten Bodenstellen.

Die fein behaarte Raupe ist rötlich bis bräunlich gefärbt (entsprechend der Farbe der Eichenrinde) und besitzt gelbliche Dreiecksflecken. Die Raupenzeit ist von Mai bis Juni. Die Verpuppung erfolgt in Baumritzen unter der Rinde oder am Boden unter dem Blattwerk.

Die längliche, gedrungene Puppe ist hellbraun gefärbt mit einigen Reihen dunkler Flecke versehen. Sie ruht auf einem kleinen Gespinstpolster.

Ab Juni schlüpfen die Falter. Da sie sich oft in den Baumkronenbereichen aufhalten, sind sie meist schwer entdecken. Mit etwas Glück kann man aber auch einzelne Exemplare in niedriger Höhe auf den Blättern der Zweigenden finden.

Der Blaue Eichenzipfelfalter fliegt in nur einer Generation (einbrütig) von Juni bis August.

Wie alle Zipfelfalter besitzt der Blaue Eichenzipfelfalter eine besondere Strategie gegen Fraßfeinde. Dazu legen sie die Flügel aneinander, kippen den Kopf etwas nach vorn und reiben die Flügel gegeneinander. Der Feind (z.B. Vögel und Eidechsen) erkennt am Flügelende den vermeintlichen Kopf, beisst zu und der Falter kann unter Verlust des Flügelendes noch entkommen.

Neozephyrus quercus



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Blauer Eichenzipfelfalter

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