Veränderlicher Edelscharrkäfer

Veränderlicher Edelscharrkäfer
(Gnorimus variabilis früher G. octopunctatus)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera )
Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00286

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Der Edelscharrkäfer ist einer der seltensten Totholzkäfer in Deutschland. In einigen Bundesländern wurde er seit etlichen Jahren nicht mehr gesehen. In Deutschland ist die Art streng geschützt. Seinen Verbreitungsschwerpunkt hat er in Süddeutschland. Außerhalb Deutschlands kommt er vornehmlich in Südeuropa, Balkan, Baltikum bis nach Kleinasien vor.

Aufgrund des immer stärkeren Rückgangs alter Baumbestände und der Vernichtung von Totholz werden die Lebensräume für Totholzkäfer zunehmend geringer.

Edelscharrkäfer

Er lebt im Mulmholz alter Laubbaumbestände, mit Vorliebe für Eichen, Erlen, Kastanien und Buchen. Mulmhöhlen sind Hohlräume in absterben Laubbäumen (z.B. Alteichen), welche durch Astausrisse, Blitzeinschläge oder sonstige Beschädigungen entstanden sind. Diese kleinen Höhlen im Stamminneren bilden einen fast abgeschlossenen Mikrokosmos, in dem sich eine ganz eigene Insektenfauna entwickelt hat. Als Nahrung dient dort das durch Rotfäule abgestorbene Holz der Bäume, welche sich durch einen sehr niedrigen Energiegehalt (Nährstoffgehalt) auszeichnet. Aufgrund der entsprechend langen Fraßphase benötigen die dort lebenden Käfer meist eine mehrjährige Entwicklungsphase. Trotz dieses Nachteils haben sich die Mulmhöhlen als Biotop bewährt, da sie zugleich über lange Zeit stabile Umweltbedingungen ermöglichen.

Aufsicht Edelscharrkäfer

Weitere bekannte Totholzkäfer sind z.B. Rosenkäfer, Pinselkäfer oder Hirschkäfer. Typisch für die Mulmhöhlen-Fauna ist das Auftreten sehr großer Käfer. Diese Insekten sind wichtig für den natürlichen Abbau von Totholz (xylobionte Arten). In den Folgejahren nach großen Stürmen, treten diese Arten gehäuft auf.

Die Larven des Veränderlichen Edelscharrkäfers entwickeln sich in den oben beschriebenen Mulmhöhlen alter Laubbäume oder auch in den Resten umgestürzter Bäume. Die Larvenentwicklung ist zweijährig. Die Verpuppung erfolgt in einem aus Kot und Mulm gebauten Kokon.

Die Käfer sind dann zwischen Juni und August in der Nähe der Brutbäume zu entdecken.

Die kräftigen, flachen Käfer haben eine Körperlänge von etwa 18-24 mm. Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper rel. klein. Der Körper glänzt metallisch schwarz. Auf den leicht gerieften Flügeldecken und dem Hinterleib finden sich unregelmäßige, kleine gelbliche Flecken. Die Flügeldecken umschließen den Hinterleib nicht vollständig. Das breite Halsschild sitzt direkt an den Flügeldecken. Die Beine sind sehr kräftig, insbesondere die Schenkel sind mächtig ausgebildet. An den Beinen finden sich diverse kräftige Dornen. Die letzten Glieder des Fühlers sind am Ende verdickt.

An der Körperunterseite findet sich eine auffällige, helle Behaarung.



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