Brennender Hahnenfuß

Brennender Hahnenfuß (Ranunculus flammula)

Gattung: Hahnenfuß (Ranunculus)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Ordnung : Hahnenfußartige (Ranunculales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00284

► Siehe auch: Giftpflanzen


Der Brennende Hahnenfuß benötigt nassen, basenreichen Ton- oder Lehmboden mit humosen Anteilen für seine Entwicklung. Er ist besonders auf Sumpfwiesen, Gräben, Gewässerrändern, Flachmooren, Quellgebieten oder sonstigen Feuchtgebieten anzutreffen. Oftmals tritt er auch als Pionierpflanze auf. Zeitweilige Trockenphasen übersteht er ohne Probleme. Er ist von Europa, Asien bis nach Nordamerika heimisch. Er tritt zerstreut, aber immer in größeren Beständen auf. Durch die eher unauffälligen Blüten wird er dabei leicht über sehen. Er ist nicht im Bestand gefährdet. Er kann bis zu zweimal im Jahr gemäht werden ohne Schaden zu nehmen.

Brennender Hahnenfuss

Es handelt sich um eine mehrjährige, krautige, reich verzweigte Pflanze mit niederliegenden oder leicht aufsteigenden, 20 – 40 cm hohen, nicht hohlen Stängeln. An den unteren Knoten bilden sich oftmals neue Wurzeln aus. Unterirdische Ausläufer kommen nicht vor.

Die lang gestielten Grundblätter sind lanzettlich, ei- oder herzförmig und am Grund oft abgerundet. Die lanzettlichen, ganzrandigen, sitzend oder kurz gestielten Stängelblätter sind etwa 10 cm lang und wachsen wechselständig. Alle Blätter sind – im Gegensatz zu den meisten anderen Hahnenfussarten - ungeteilt und ganzrandig oder nur schwach gezähnt.

Einige (maximal 15) Blüten stehen am Ende der Stängel in lockeren traubigen Blütenständen. Die Blütenstiele sind gefurcht. Die gelb glänzenden Blüten sind etwa 0,8 – 2 cm groß. Die fünf, verkehrt eiförmigen, meist glänzenden Blütenblätter sind oft äußerlich gedellt.

Die Blüten besitzen blumenblattartige Honigblätter an deren Basis sich eine Nektardrüse befindet und den Blüten so ihren Glanz verleiht. Die fünf gelb-grünen, eiförmigen Kelchblätter liegen an den Blütenblättern direkt an und sind z.T. zurückgeschlagen. Der Blütenboden ist unbehaart.

Es finden zahlreiche Staubgefäße und viele Fruchtblätter, aus denen kleine Nussfrüchte entstehen. Dabei entwickeln sich die Staubblätter vor den Fruchtblättern.

Blüte Hahnenfuß

Der Brennende Hahnenfuß blüht zwischen Juni und Oktober, dabei wird er meist von Fliegen bestäubt. Auch eine Selbstbestäubung ist möglich. Die kahlen, runden Nussfrüchtchen sind etwa 2 mm lang und besitzen eine glatte Oberfläche. Der kurze Schnabel der Früchte ist nicht gebogen.

Der Brennende Hahnenfuß wird mit dem Ufer-Hahnenfuß (R. reptans) zu der Sammelart R. flammula agg. zusammengefaßt. Der Ufer-Hahnenfuß kann durch seine verbogenen und an allen Knoten wurzelnden Stängel erkannt werden.

Der Brennende Hahnenfuß als Giftpflanze
Der Brennende Hahnenfuß enthält u.a. die giftigen Stoffe Ranunculin, Anemonin und das intensiv Haut und Schleimhaut reizende, scharf schmeckende Protoanemonin in allen Pflanzenteilen und ist daher giftig. Weiterhin enthält er Saponine und Gerbstoffe.

Der Saft der frischen Pflanzen kann auf der Haut zu Rötungen, Blasenbildungen und Reizungen führen. Die betroffene Haut sollte daher bald abgespült oder gereinigt werden. Solche Hautreizungen können auch durch z.B. Barfußlaufen, Lagern an Badeseen oder auf frisch gemähten Wiesen entstehen (Wiesendermatitis).

Aufgenommene Pflanzenteile führen zu Brennen im Mund und Hals, z.T. schweren Magen- und Darmbeschwerden, mit Durchfall, Koliken und Erbrechen, allgemeinen Körperschmerzen und Unwohlsein im Körper. In ganz schweren Fällen kann es zu einer Lähmung des Atemzentrums kommen. Magenspülungen, Einsatz von Plasmaexpandern und evtl. bei Krämpfen Diazepam-Gabe ist notwendig.

Die Giftwirkung entspricht in etwa der des Scharfen Hahnenfußes, dem Knolligen Hahnenfuß und dem Gift-Hahnenfuß. Die Giftstoffe finden sich in der ganzen Pflanze, insbesondere in den Wurzeln. Bei Trocknung verliert sich die Giftigkeit, durch Zersetzung der Giftstoffe.

Weiterhin kann der Brennende Hahnenfuß Allergien vom Soforttyp auslösen.

Der Brennende Hahnenfuß ist tiergiftig und wird aufgrund seines scharfen Geschmacks vom Weidevieh gemieden.

Habitus Brennender Hahnenfuß



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