Scharfer Hahnenfuss

Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris)
syn. Butterblume

Gattung: Hahnenfuß (Ranunculus)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Ordnung : Hahnenfußartige (Ranunculales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00277

► Siehe auch: Giftpflanzen


Der mehrjährige Scharfe Hahnenfuß ist in fast ganz Europa und weiten Teilen Asiens heimisch. Er bevorzugt feuchte (nicht zu nasse), kalkhaltige, nährstoff- und stickstoffhaltige Lehmböden. Er ist daher eine Zeigerpflanze für nährstoffreiche Böden. Von den zahlreichen Hahnenfußarten ist der Scharfe Hahnenfuß eine der häufigsten Arten in Deutschland.

Man findet ihn auf Weiden und Wiesen, an Wegrändern und Gebüschen. Im späten Frühjahr sind viele feuchte Fetttwiesen vom Scharfen Hahnenfuß gelblich gefärbt. Er bildet dabei kleine Inseln aus. In Höhenlagen kommt er bis etwa 2.500 Meter vor. Diese Art kommt sehr häufig vor, ist nicht im Bestand gefährdet und daher nicht gesetzlich geschützt.

grupper Scharfer Hahnenfuss

Der lateinische Name acris bedeutet scharf und bezieht sich auf den Geschmack der Pflanze.

Der stark verzweigte, ausdauernde Scharfe Hahnenfuß erreicht eine Wuchshöhe von etwa 20 – 100 cm (mit Rhizom). Der aufrechte Stängel ist wenig oder eng anliegend beharrt bzw. oftmals auch kahl. Die lang gestielten, handförmigen Grundblätter sind 5 – 7-teilig, mit dreispaltigen, schmalen Abschnitten. Die Blattstiele werden nach oben immer kürzer. Die oberen, wechselständigen Stängelblätter sind dann ungestielt und weniger zerteilt, als die Grundblätter.

Die goldgelben, rund gestielten, 2 – 3 cm breiten Einzelblüten glänzen fettig und sind in lockeren bis traubigen Rispen an reich verzweigten Stängeln angeordnet. Die runden Blütenstiele sind immer ungefurcht. Die fünf glänzenden Blütenblätter (eigentlich Nektarblättern) wachsen verkehrt eiförmig. Der behaarte, gelbliche Kelch aus fünf gelblich-grünen, behaarten Kelchblättern liegt an der Blütenkrone an. Wenn die Blüte geöffnet ist, breiten sich die Kelchblätter flach aus. Der kahle Blütenboden ist kugelig geformt. An der Basis der Honigblätter befindet sich jeweils eine Nektardrüse. Er besitzt eine große Anzahl Staubgefäße und viele, nicht verwachsene Fruchtblätter.

Blüten Scharfer Hahnenfuß

Der Scharfe Hahnenfuß blüht zwischen Mai und Juli, selten bis in den September hinein. Die Bestäubung erfolgt durch Fliegen oder Bienen. Die flachen, berandeten, einsamigen Nussfrüchten sind unbehaart; der kleine Schnabel ist gerade oder wenig gebogen.

In Europa werden zwei Unterarten des Scharfen Hahnenfußes unterschieden:
ssp. acris: Wurzelstock etwa 1 cm , schmale, überdeckende Blattzipfel
ssp friesianus: Wurzelstock etwa 10 cm , Blattzipfel überdecken sich nicht

Der Scharfe Hahnenfuß bildet tiefe, etwa 50 cm lange faserige Wurzeln und kurze Rhizome aus, aus denen er immer wieder neu austreibt. Die Rhizome sind nicht kriechend.

Blatt Scharfer Hahnenfuß

Der Scharfe Hahnenfuß als Giftpflanze
Der Scharfe Hahnenfuß enthält u.a. die Giftstoffe Ranunculin, Anemonin und das stark Haut und Schleimhaut reizende, scharf schmeckende Protoanemonin und ist daher (in frischem Zustand) giftig. Weiterhin enthält er Saponine und Gerbstoffe.

Der Saft der frischen Pflanzen kann auf der Haut zu Rötungen, Blasenbildungen und Reizungen führen. Die betroffene Haut sollte daher schnell abgespült oder gereinigt werden. Solche Hautreizungen können auch durch z.B. Barfußlaufen, Lagern an Badeseen o.ä. auf frisch gemähten Wiesen entstehen (Wiesendermatitis).

Aufgenommene Pflanzenteile führen zu Brennen im Mund und Hals, z.T. schweren Magen- und Darmbeschwerden, mit Durchfall, Koliken und Erbrechen. Allgemeinen Körperschmerzen und Unwohlsein im Körper. In ganz schweren Fällen kann es zu einer Lähmung des Atemzentrums kommen. Magenspülungen, Einsatz von Plasmaexpander und evtl. bei Krämpfen Diazepamgabe ist notwendig. Die Giftwirkung entspricht in etwa dem Knolligen Hahnenfuß.

Die Giftstoffe finden sich in der ganzen Pflanze, insbesondere in den Wurzeln. Bei Trocknung verliert sich die Giftigkeit, durch Zersetzung der Giftstoffe, von dem Scharfen Hahnenfuß.

Weiterhin kann der Hahnenfuß Allergien vom Soforttyp auslösen.

Der Scharfe Hahnenfuß ist tiergiftig und wird aufgrund seines scharfen Geschmacks vom Weidevieh gemieden.

Der Scharfe Hahnenfuß als Arzneipflanze
In der Homöopathie und Volksheilkunde wird das frische Kraut äußerlich u.a. bei Hautausschlägen, Gicht und Rheuma eingesetzt.

Der Scharfe Hahnenfuß als Gartenpflanze
Von dem Scharfen Hahnenfuß gibt es im Handel gefüllte Sorten, welche als Zierpflanzen (selten) genutzt werden. Idealerweise wächst er in Teichnähe z.B. in Naturgärten. Er sät sich selber aus, wobei dabei zu beachten ist, dass die Nachkömmlinge oftmals nicht mehr gefüllt sind. Der gefüllte Scharfe Hahnenfuß kann auch durch Teilung vermehrt werden.



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