Heide-Nelke

Heide-Nelke (Dianthus deltoides)

Gattung: Nelke (Dianthus)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00272

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Siehe auch: Gartenpflanzen


Die ausdauernde Heide-Nelke ist in ganz Europa bis nach Russland und Zentralasien heimisch. In Deutschland kommt sie nur zerstreut bis selten vor. Sie wächst auf mageren, trocken bis sandig-lockeren, schwach sauren Böden mit wenig Kalk. Man findet sie daher z.B. auf Magerwiesen, in Kiefernwälder, auf sandigen Böschungen und Heidelandschaften in sonnigen Lagen. In Höhenlagen geht sie kaum über 1.000 Meter Höhe. Durch die intensive Nutzung der Landschaften und Rückgang der Magerrasengebiete, ist die Art selten geworden und daher bei uns streng geschützt. Mähen, ab August, wird von ihr ertragen.

Ihr Name „Heide-Nelke“ deutet bereits ihr bevorzugtes Vorkommen auf Heideböden an.

Blütenstand Heidenelke

Die mehrjährige, krautig wachsende Heide-Nelke bildet schnell, wenn sie genug Platz hat, lockere kleine Horste oder Rasen aus, Sie erreicht eine Wuchshöhe von etwa 20 – 30 (selten 40) cm.

Die stark verzweigten, aufrechten Stängel der Heide-Nelke sind kurz behaart. Von den heimischen Nelken-Arten haben nur die Büschel-Nelke und die Heide-Nelke kahle Stängel. An jedem Zweig, mit Ausnahme einiger vegetativer Triebe, findet sich eine deutlich gestielte Blüte bzw. ein Blütenpaar. Die stumpfen, länglich bis lanzettlichen wachsenden, glänzend-grünen Stängelblätter wachsen gegenständig, sind am Scheidengrund mit einander verwachsen und besitzen einen rauen Rand. Die Blattscheide sitzt direkt am Stängel an. Die Blätter sind etwa 1 -3 cm lang und 1 – 2 mm breit. Die Heide-Nelke bildet keine überwinternde Grundrosette aus, sondern es verbleiben einige kurze verzweigte Sprosse mit Blättern im Winter stehen.

Heide-Nelke Habitus

Die ca. 1 - 2 cm breiten, purpurroten Blüten stehen meist einzeln oder zu zweien (selten mehr Blüten an einem Stängel). Die auffälligen, purpurroten, mit hellen Punkten versehenen Kronblätter besitzen einen gezähnten Rand. Auf den Blütenblättern findet sich eine dunkle Linie die über alle Blütenblätter einen unregelmäßigen Kreis ergibt. Am Schlund wachsen einzelne silbrige Haare. Der enge Aussenkelch ist halb so lang, wie der etwa 1,5 cm lange Blütenkelch und besteht aus zwei, eiförmigen grannenartig zugespitzten Hochblättern. 10 Staubblätter und zwei Griffel sind vorhanden. Bei dem Aufblühen ragen zunächst die äußeren 5 Staubblätter aus der Blüte, später dann die inneren 5 Staubblätter und in der Folge die 2 Griffel. Die Kelchröhre ist nur etwa 2 breit und wird während der Blütezeit zusätzlich durch die inneren Staubblätter verengt. Daher ist es nur Schmetterlingen mit ihrem langen schmalen Rüssel möglich, zur Bestäubung bis an den Grund des Fruchtknotens mit dem Nektar zu gelangen. Männliche und weibliche Blüten wachsen auf getrennten Pflanzen (zweihäusig). Die Blüten schließen sich gegen Abend.

Die Frucht ist eine kelchförmige Kapsel mit 4 Zähnen.

Die Heide-Nelke blüht zwischen Juni und September

Sie entwickelt kriechende Triebe und Ausläufer, wodurch sie leicht kleine Rasen bildet.

Die Heide-Nelke als Gartenpflanze
Die Heide-Nelke ist eine sehr schöne, reich blühende Staudenpflanze für naturnahe Gärten mit nährstoffarmen, sandigen, schwachsaure Böden in sonniger Lage. Sie ist gut für Heide- und Steingärten oder Gehölzränder geeignet.

Sie sind auch als Topf- oder Mauerpflanzen nutzbar. Z.T. sieht man sie auch auf begrünten Dächern. Die Heide-Nelke kann aus Samen (Kaltkeimer) gezogen werden, dazu werden die Samen im Februar in Schalen gesät. Im Frühling können die kleinen Pflanzen ausgepflanzt werden. Da sie sehr kompakte Polster ausbildet, sollte der Pflanzabstand etwa 25 cm betragen. Sie säht sich leicht selber aus, bzw. verwildert schnell in einer Umgebung mit passender Bodenbeschaffenheit.

Die Heide-Nelke sollte nicht gedüngt und braucht auch nicht gewässert werden. Trockenheit verträgt sie sehr gut.

Blüte Heide-Nelke

Für eine üppigere Blüte sollten verblühte Blüten bald entfernt werden. In den ersten beiden Jahren blüht die Heide-Nelke noch nicht voll und kann jeweils kräftig im Blütenbereich zurückgeschnitten werden. Sie ist frosthart und benötigt keinen Winterschutz.

Im Handel sind verschiedene Zuchtformen erhältlich, welche sich in Blütenfarbe und Blütenform (gefüllte Sorten), in der Blattfarbe und in Lebensdauer (z.B. einjährige Pflanzen) unterscheiden.

Die Heide-Nelke als Arzneipflanze
In den Wurzeln der Heide-Nelke finden sich größere Mengen Triterpensaponine. Sie wurde daher volkstümlich als Brechmittel eingesetzt.



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