Indisches Blumenrohr

Indisches Blumenrohr (Canna indica)

Familie: Blumenrohrgewächse (Cannaceae)
Ordnung: Ingwerartige (Zingiberales)
Klasse: Einkeimblättrige (Monocotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00271

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Siehe auch: Gartenpflanzen


Das Indische Blumenrohr ist im tropischen Mittel- und Südamerika heimisch. Es wurde im 16. Jahrhundert nach Europa gebracht, wo man zunächst an Blumen aus Westindien dachte und so dem Blumenrohr einen „unkorrekten“ Namen gab.

Es handelt sich um eine typische Sumpfpflanze, welche feuchte, nährstoffreiche Böden in eher sonniger Lage bevorzugt.

Das Indische Blumenrohr ist eine sehr große, aufrechte Staudenpflanze. Die aufrechten. Die kräftigen, bis zu 4 Meter hohen Stängel sind unverzweigt und besitzen auffällige Blüten an ihren Enden. Die kräftigen, breit-lanzettlichen, wechselständigen Blätter wachsen stängelumfassend und sind etwa 40 – 60 cm lang. Die Blätter sind fiedrig geadert, d.h. die Blattnerven zweigen von einem großen Mittelnerv ab, was für einkeimblättrige Pflanzen sehr untypisch ist. Die Wildpflanze hat grüne, glatte Blätter; einzelne Zuchtformen besitzen davon abweichende braune bis rötliche Blätter.

gelbes Indisches Blumenrohr

Der Gattungsname Canna stammt aus dem lateinischen und bedeutet  „Rohr“.

Die auffälligen, asymmetrischen, dreizähligen, zwittrigen  Blüten sind gelb, rot oder orange, bis 15 cm lang und stehen in Rispen oder kurzen Trauben. Sie besitzen drei an der Basis verwachsene Kronblätter. Drei Kelchblätter umhüllen die 4 – 6 auffälligen Staubblätter. Die drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.

Das Indische Blumenrohr blüht zwischen Juni und Oktober.

Blüte Indisches Blumenrohr

Die Frucht ist eine dreiklappige Kapsel mit einer extrem harten Schale. In den Kapseln finden sich etwa 10 – 30, selten bis 70, Samen. Die braunen Samen sind etwa 3 – 8 mm groß. Die kurzen, kräftigen Rhizome der Canna Wurzeln sind essbar und sehr stärkereich.

Sie besitzen sehr viele schwerverdauliche Fasern und müssen daher vor dem Verzehr lange gekocht werden

Der Wurzelstock ist kriechend, so dass sich kleine Horste bilden können.
Die Pflanze stirbt im Winter ab und entwickelt sich im Folgejahr aus den energiereichen Rhizomen neu.

Fruchtstand Indisches Blumenrohr

Das Indische Blumenrohr als Gartenpflanze
Aufgrund seiner Größe, ist das Indische Blumenrohr gut in Parkanlagen oder Großgärten geeignet. Es sollten idealerweise immer einige Exemplare als Gruppe oder in dekorativer Kombination mit großen Gräsern gepflanzt werden.

Das Indische Blumenrohr sollte möglichst täglich gegossen und regelmäßig gedüngt werden. Es benötigt durchlässige, frische Erde mit hohem Nährstoffgehalt in sonniger Lage an einem geschützten Standort. Anfangs sollte nur wenig gegossen werden, damit die stärkehaltigen Wurzeln nicht faulen. Mit zunehmender Pflanzengröße muss die Gießmenge entsprechend angepasst werden. Im Winter brauchen die Rhizome kaum Wasser, da sonst das Risiko der Wurzelfäule besteht. Das Blumenrohr ist nicht frosthart und benötigt im Winter einen entsprechenden Schutz bzw. eine Verlagerung in die Innenräume z.B. Gewächshaus etc. Vor dem ersten Frost sollte die Pflanze etwa 10 - 20 cm über dem Boden abgeschnitten werden. Dann kann man auch die Rhizome (mit anhaftender Erde) im Spätherbst ausgraben und sie trocken und geschützt lagern. Im Frühjahr können die Rhizome zunächst in Innenräumen in etwa 10 cm tiefer Erde (mit ausreichend Bodenwärme) vorgezogen und ab Mai (nach dem letzten Frost) in Beet oder Kübel ausgepflanzt werden. Der Pflanzabstand kann ca. 40 cm betragen. Werden nicht vorgezogene Rhizome ausgepflanzt, kommt es erst im Spätsommer zur Blüte.

Die Pflanze kann leicht durch Teilung der Rhizome im Frühjahr, nach Erscheinen der ersten Triebe, vermehrt werden. Bei der Rhizomteilung sollte jedes Teilstück mindestens ein Auge besitzen.

Die Aussaat der Samen ist deutlich schwieriger. Hier müssen die Samen erst 1 – 2 Tage in Wasser eingeweicht und danach vorsichtig angeschnitten bzw. die Schale geöffnet werden. Danach können sie in eine Schale mit Saaterde etwa 10 – 20 cm tief gepflanzt werden.

Für Kübel- und Balkonbepflanzung finden sich im Handel entsprechend gezüchtete, bis 1 Meter hohe „Zwergarten“. Kübelpflanzen sollten im Frühjahr regelmäßig mit frischer Erde umgetopft werden. Für eine optimale Blütenbildung benötigt es einen möglichst voll sonnigen Platz im Garten. Verwelkte Blüten sollten immer abgeschnitten werden, um die Blühdauer zu verlängern.

Im Handel finden sich diverse Zuchtsorten welche sich vor allem durch ihre Blütenfarbe und z.T. auch durch die Blattfarbe (z.B. rötlich) unterscheiden. Meist können vorgetriebene Rhizome oder bereits kleine Pflanzen erworben werden.



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