Pracht-Nelke

Pracht-Nelke (Dianthus superbus)

Gattung: Nelke (Dianthus)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00270

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Siehe auch: Gartenpflanzen


Die Pracht-Nelke bevorzugt (im Gegensatz zu den meisten anderen Nelkenarten) schwach saure, kalkfreie, leicht feuchte, humose Böden in sonniger Lage. In Höhenlagen findet man sie z.T. in über 2.000 Meter Höhe. Man findet sie in Eichenwäldern, an Waldrändern, auf feuchten Wiesen, Flachmooren und kalkarmen Berghängen.

Sie ist in fast ganz Europa (auch in Nordeuropa) und Asien heimisch. In Mitteleuropa kommt sie nur selten vor (bei rückläufigen Beständen) und ist in Deutschland entsprechend gesetzlich geschützt. Ursächlich dafür ist der Bestands-Rückgang geeigneter Biotope wie z.B. Feuchtwiesen im Zusammenspiel mit zunehmendem Düngemitteleintrag. Sie gehört zu der großen Gattung Dianthus, welche gut 300 Nelkenarten umfasst.

Prachtnelke

Die Pracht-Nelke ist eine mehrjährige, krautige Staudenpflanze mit angenehmen Duft, prächtigen Blüten und einer Wuchshöhe von etwa 30 – 60 cm. Die unbehaarten, lineal-lanzettlichen, intensiv grünen, gegenständigen, etwa 5 – 8 cm langen und 5 – 10 mm breiten Blätter sitzen einzeln am glatten, einfachen Stängel, welcher nach oben hin kaum verzweigt ist. Die unteren Blätter sind stumpf. Die Stängelblätter besitzen einen deutlich sichtbaren Mittelnerv. Zusätzlich bildet die Pflanze vegetative Nebenrosetten aus.

Die etwa 1,5 – 4 cm großen, hell-pupur gefärbten, ungefüllten Blüten besitzen etwa bis zur Mitte zerschlitzte Kronblätter. Die Pracht-Nelke ist zwei– bis vielblütig, wobei die Blüten endständig in lockeren Rispen sitzen. Dies macht die Blüten sehr dekorativ und scheint auch Insekten besonders anzulocken. Die gestielten Blüten stehen einzeln oder in lockeren Blütenständen. Der grünliche Blütengrund mit oliv gezeichneten Adern ist leicht bärtig gefranst mit violetten bis purpurnen Haaren. Die schuppigen Aussenkelchblätter sind etwa ein Drittel so lang, wie der Kelch. Der kahle Kelch ist ca. 2 – 3 cm lang. Die fünf Kelchblätter sind miteinander verwachsen. Die Platte (flach ausgebreiteter Teil der Blütenblätter) der fünf Kronblätter besitzt am Grund einen grünen Fleck (ssp. superbus). Der Fruchtknoten ist oberständig mit zwei Griffeln; 10 Staubblätter sind vorhanden.

Prachtnelken

Die Bestäubung der Pracht-Nelke erfolgt durch Insekten, aufgrund der langen Kronröhre vornehmlich durch Tagschwärmer (z.B. Taubenschwänzchen), obwohl die Pflanze auch von anderen Insekten wie z.B. sonstigen Schmetterlinge oder Bienen oft besucht wird.

Sie blüht zwischen Juni und September.

Die Kapselfrüchte öffnen sich mit 4 Zähnen. Die etwa 2 – 3 mm langen Samen besitzen verdickte Ränder.

Die Pracht-Nelke kann leicht der ähnlichen, aber kleineren, Federnelke verwechselt werden

Blüte Pracht-Nelke

Die Pracht-Nelke als Gartenpflanze
Sie ist aufgrund ihrer wunderschönen, geschlitzten Blüten und ihres leichten Vanillearomas eine beliebte, buschige Garten- und Duftpflanze. Sie ist besonders zur Teichrandbepflanzung geeignet.

Die mehrjährige Pracht-Nelke ist frostbeständig. Die Samen keimen bei etwa 15 Grad im Frühbeet; ab Mai kann dann die Auspflanzung erfolgen. Der Pflanzabstand sollte etwa 25 cm betragen. Sie hat einen nur sehr geringen Nährstoffbedarf, sollte aber regelmäßig gewässert werden.

Die Pracht-Nelke bevorzugt durchlässige, sandig-humose, leicht feuchte Böden. Sie gedeiht gut an einem sonnigen bis halbschattigen Platz.

Nach einigen Jahren beginnt die Pflanze etwas an Halt zu verlieren und sollte dann geteilt werden. Im Herbst kann die Pracht-Nelke weit zurück geschnitten werden. Wie bei allen Nelkenarten können die verblühten Köpfchen entfernt werden, um die Blütezeit zu verlängern.

Die Pracht-Nelke wird auch oft von Floristen in Ziersträußen oder Schnittblumen als Duftpflanze genutzt.

Es sind zwei Unterarten bekannt:
Alpen-Prachtnelke (ssp. alpestris)
 – meist nur in Höhenlagen, auf Magerrasen, bis zu 75 cm hoch und mit oft mehr als 20 Blüten

Feuchtwiesen-Prachtnelke (ssp. superbus)
- auf Feuchtwiesen und Flachmooren,  nur 2 – 9 Blüten.



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