Sumpf-Storchschabel

Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre)

Gattung: Storchschnabel (Geranium)
Familie: Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00267

Siehe auch: Arzneipflanzen Gartenpflanzen

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Der Sumpf-Storchschnabel gehört zu der Gattung Geranium, welche oftmals mit den Geranien (Gattung Pelargonium) verwechselt werden. Beide Gattungen gehören zu der Familie der Geraniaceae (Storchschnabelgewächse).

Der Sumpf-Storchschnabel hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in Mittel- und Osteuropa. In Nord- und Südeuropa ist er eher selten anzutreffen. Der Sumpf-Storchschnabel ist in Deutschland weit verbreitet und kaum gefährdet, aber insgesamt eher selten. Ungestört bildet er größere Bestände in feuchten, nicht zu dunklen Lagen aus. Er wächst auf feuchten Wiesen, Gräben, an Ufern, in Röhrichten, moorigen Wiesen und in Gebüschen und lichten Wäldern in halbschattiger bis schattiger Lage. Er bevorzugt lehmig-tonigen oder kiesigen Boden mit ausreichendem Nährstoff- und Kalkgehalt; ausreichende Feuchte ist ideal, aber nicht notwendig. In Gebieten mit kalkarmen Böden fehlt er meist ganz.

Der Name Geranium entspringt seinen vogelschnabelartigen Früchten (griech. geranos=kranich).

Der Sumpf-Storchschnabel ist eine mehrjährige, krautige Staudenpflanze. Er erreicht eine Wuchshöhe von etwa 40 – 60 (selten bis 100) cm. Die aufsteigenden, rauhaarigen, astigen Stängel wachsen gabelig verzweigt. Mit ihrer Hilfe kann er sich an anderen dicht wachsenden Pflanzen abstützen. Die siebenteiligen, handförmigen, gegenständigen Stängelblätter besitzen bis zur Mitte grob und unregelmäßig gezähnte Lappen. Die Stängel und Blätter besitzen rückwärts gerichtete, drüsenlose Haare.

Sumpf-Storchschnabel Blüte

Die etwa 2,5 – 4 cm großen, hellrot-violetten Blüten sitzen, oftmals zu zweit, am Ende der rau behaarten Blütenstiele. Diese zwei Blütenstände blühen nacheinander auf. Die Blüten stehen deutlich über den darunter wachsenden Blättern. Die Blütenblätter sind nur schwach ausgerandet. Die Blüten besitzen fünf freie rotviolette Kron- und fünf Kelchblätter. Die Blütenblätter sind verkehrt eiförmig, vorn abgerundet und dunkel geadert. Zwischen den Kronblättern befinden sich 5 Nektardrüsen. Die 10 Staubgefäße stehen in zwei Reihen. Der fünffächrige Fruchtknoten besteht aus fünf verbunden Fruchtblättern. Daran befinden sich fünf sterile Fortsätze (Grannen), welche mittig verbunden sind. In jedem Samenfach finden sich zwei Samenanlagen, von denen eine zur Reife kommt. Die Frucht mit Griffelrest ist etwa 3 cm lang.

Die Samen besitzen eine Art Schleudervorrichtung. Bei der Fruchtreife lösen sich die Fruchtklappen mit den Grannen und rollen sich blitzartig spiralig ein; die eingespannten Samen werden dabei bis etwa 2,5 Meter weit herausgeschleudert. Das Fruchtfach bleibt zusammen mit der Granne an der Mittelsäule hängen. Dieses Aufspringen der reifen Früchte wird oftmals durch Wind oder Berührung ausgelöst.

Blütendetail Sumpf-Storchschnabel

Der Sumpf-Storchschnabel blüht zwischen Juni und September. Die Vermehrung erfolgt nur durch die Samen.

Der Sumpf-Storchschnabel kann mit dem Blutroten Storchschnabel verwechselt werden. Zur Unterscheidung bieten sich die Blüten an, welche bei dem Blutroten Storchschnabel meist einzeln stehen.

Die kräftigen, langen, beschuppten Ausläufer bilden keine neuen Wurzeln aus.

Der Sumpf-Storchschnabel als Arzneipflanze
Im Wurzelstock des Sumpf-Storchschnabels finden sich größere Mengen Gerbstoffe.
Er wurde in der Volksmedizin gegen Magenbeschwerden, Durchfall und Nasenbluten verwendet.

Der Sumpf-Storchschnabel als Gartenpflanze
Er ist als kleiner Blickfang für Naturgärten, Wildwiesen und die Bepflanzung von Teichen ideal. Er bildet nach einiger Zeit kleine Horste aus.
Der mehrjährige Sumpf-Storchschnabel ist gut für halbschattige, leicht feuchte Plätze im Garten geeignet. Er ist voll frostbeständig.

Zusätzlich zu den Samen kann der Storchschnabel auch durch Teilung im Frühjahr vermehrt werden. Die Pflanzdichte sollte bei etwa 5 – 10 Pflanzen je Quadratmeter liegen.



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Sumpf-Storchschnabel

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