Braunelle

Kleine Braunelle (Prunella vulgaris syn. Brunella vulgaris)
syn. Kleine Brunelle, Gemeine Brunelle

Gattung: Braunelle (Prunella)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00266

Siehe auch: Arzneipflanzen

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Die Kleine Braunelle findet sich häufig an Wegrändern, Wiesen, Feuchtgebieten, lichte Wäldern und Weiden. Sie bildet große, meist wenig auffällige Bestände aus. Sie bevorzugt nährstoffreiche, leicht feuchte, frische, tonig oder lehmige Böden in sonniger Lage. In den Höhenlagen kommt sie bis 2.000 Meter vor.

In den trockneren Bereichen findet sich meist die verwandte Großblütige Braunelle (P. grandiflora), welche deutlich größere Blüten, als die Kleine Braunelle aufweist. Die dritte bei uns heimische Art ist die sehr seltene Weiße Braunelle (P. laciniata), welche häufiger in den warmen und trockenen Gebieten Südeuropas vorkommt.

Die Kleine Braunelle ist in ganz Mitteleuropa und den anderen gemäßigten Klimazonen der Erde verbreitet, kommt häufig vor und ist nicht gefährdet.

Kleine Braunelle

Es handelt sich um eine mehrjährige, immergrüne, kleine, krautige Pflanze mit kriechenden, oberirdischen, Wurzel bildenden Ausläufern. Der kantige, rötlich überlaufende, oft niederliegende Stängel kann eine Wuchslänge von bis zu 40 cm erreichen; meist bleibt er jedoch zwischen 20 – 30 cm. Die schmal-eiförmigen, gegenständigen, gestielten Blätter sind ganzrandig oder schwach gekerbt. Die Blätter sind 2 – 4 cm lang und 0,5 – 1,5 cm breit. Die Blätter und Stängel sind zerstreut behaart. Im Gegensatz zur Großblütigen Braunelle findet sich das oberste Laubblattpaar fast sitzend direkt unter dem Blütenstand. Dieses Tragblattpaar des Blütenstandes ist deutlich kleiner als die übrigen Stängelblätter.

Braunelle Blütenstand

Die etwa 1 cm großen, blauvioletten Blüten besitzen auffällige Ober- und Unterlippen. Zumeist 6 Blüten stehen in engen Scheinquirlen zu je 2 Halbquirlen mit 3 Blüten und einem Tragblatt, am Stängelende und bilden dabei eine fast köpfchenartigen Scheinähre, welche sich zur Reifezeit der Früchte etwas verlängert. Die Blüten bestehen aus einer helmartigen Oberlippe und einer abstehenden Unterlippe.

Der Blütenkelch aus fünf verwachsenen, 5 – 8 mm langen, deutlich behaarten Kelchblättern ist etwa in der Mitte geteilt. Die oberen drei, wenig eingeschnittenen Kelchzähne sind dabei zu der Oberlippe verwachsen. Die Unterlippe ist zweilippig aus zwei tief eingeschnittenen Spitzen. Die Unterlippe ist nur wenig länger, als die Oberlippe. Die 10 – 15 mm lange Blütenkrone ist höchstens zweimal so lang wie der eng-glockige Kelch. Die vier Staubblätter steigen hinter der Oberlippe auf und besitzen zahnartig verlängerte Staubfäden. Der Fruchtknoten ist oberständig. Die Tragblätter in der Ähre sind braun-violett.

Die Blüten werden von Insekten, meist Hummeln oder Bienen, bestäubt. Die Kleine Braunelle blüht den Sommer hindurch zwischen Juni und September.

Die Zerfallfrüchte beinhalten 4 kleine, glatte, etwa 2 mm lange Nüsschen (Teilfrüchte) mit deutlichen Längskanten. Sie verbreitet sich durch die Samen weiteren Umfeld aus und bildet zusätzlich schnell kleine Horste durch den kriechenden Wurzelstock.

Im Winter überlebt der z.T. oberirdische Wurzelstock, welcher geschützt unter dem Laub liegt.

Die die nicht blühenden, oberirdischen Teile der Kleine Braunelle sind essbar und als Wildgemüse oder Gewürz geeignet.

Die Kleine Braunelle als Arzneipflanze
Arzneilich verwendet wird das getrocknete Kraut der Kleinen Braunelle (Herba Prunellae). Der gesamte Spross wird zur Blütezeit gesammelt und unschließend getrocknet In dem Braunellen-Kraut finden sich vor allem Saponine, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Harze, fette Öle und ätherische Öle.

Sie wird in der Volksmedizin zum Gurgeln, bei Lungenerkrankungen und gegen Magen-Darmerkrankungen verwendet. Zudem wurde früher das frische Kraut bzw. der gepresste Saft als Wundheilmittel, aufgrund seiner zusammenziehenden und Bakterien tötenden Wirkung, verwendet. Innerlich soll sie auch Blutdruck senkend wirken. In der Homöopathie wird das frische Kraut bei Lungenerkrankungen eingesetzt.

Im Mittelalter wurde die Kleine Braunelle zur Bekämpfung der Bräune Krankheit genutzt.

Brunelle



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Kleine Braunelle

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