Mariendistel

Mariendistel (Silybum marianum syn. Carduus marianus)
syn. Krone Christi, Frauendistel, Milchdistel

Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Ordnung: Korbblütengewächse (Asterales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00262

Siehe auch: Arzneipflanzen Gartenpflanzen

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Die Mariendistel ist im gesamten Mittelmeerraum heimisch und in Mitteleuropa eingebürgert. Man findet die durch ihre weißfleckigen Blätter auffällige Distel an Wegrändern, Schuttplätzen und auf Viehweiden. Warme, lehmige Böden mit ausreichend Nährstoffen in milder Klimalage besiedelt sie bevorzugt. Bereits im Mittelalter wurde sie in Klostergärten für Arzneizwecke angebaut. Heute findet man sie neben dem Anbaubeständen als Arzneipflanze auch an warmen Plätzen verwildert oder als Zierpflanze in Mitteleuropa.

Es handelt sich um eine zweijährige, etwa 40 – 150cm hohe, kräftige Distelpflanze. Der aufrechte, nur im oberen Abschnitt filzig behaarte Stängel ist nicht oder wenig, im oberen Bereich verzweigt. Die unteren, rosettenartig angeordneten, glänzend grünen Blätter mit großen weißen Flecken, sind deutlich gestielt und buchtig gelappt. Am Rand besitzen sie kleine Dornen. Die wenigen, wechselständigen, stark welligen Stängelblätter sind an den Blattnerven weiß gefärbt und wachsen sitzend bzw. umfassen den Stängel fast komplett. Im ersten Jahr bildet die Pflanze nur eine Grundblattrosette aus. Im zweiten Jahr wächst schnell die Distelpflanze dann heran.

Mariendistel Blätter

Die auffälligen Blütenköpfe sind 5 – 8 cm breit (ohne Hüllblätter etwa 4 cm) und besitzen eiförmige, z.T. abstehende Hüllblätter. Sie stehen einzeln am Ende der Stängel und Äste. Die Hochblätter fehlen meist ganz. Der Blütenboden ist dicht behaart. Die zwittrigen, rotvioletten, fünfspaltigen Blütenköpfe bestehen nur aus Röhrenblüten. Die Blütenhülle besteht aus mehreren Schichten von 2 – 3 cm langen Hüllblättern, welche zu einer trocknen, scharfen, 2  - 5 cm langen Spitze mit einer kleinen Rinne auslaufen.

Die etwa 5 – 7 mm langen Früchte (Achänen), Stechkörner genannt, sind glänzend schwarz mit braunen Flecken und besitzen einen bis 2 cm langen, zweireihigen Haarkranz (Pappus), welcher bald von allein abfällt. Am Ende besitzen die Früchte einen gelblichen Wulst. Sie schmecken leicht ölig und bitter und sind fast geruchlos. Ein ranziger Geruch kann auf verdorbene Ware hindeuten.

Mariendistel Habitus

Die Mariendistel blüht zwischen Mai und August. Die Sammelzeit schließt sich danach von September bis Oktober an.

Die jungen, frischen Blätter der Mariendistel können auch als Gemüse gegessen werden. Auch die Wurzeln sind essbar und besitzen einen Artischocken ähnlichen Geschmack.

Mariendistel Blüte

Mariendistel als Arzneipflanze
Für die arzneiliche Anwendung werden die vom Pappus befreiten reifen Früchte der Mariendistel (Mariendistelfrüchte – Cardui mariae fructus) verwendet. Die reifen Samen können ab August geerntet werden.

Die Hauptinhaltstoffe der Mariendistelfrüchte sind flavonoidartig und gehören zu dem Silymarin-Komplex, daneben finden sich noch Fette Öle (etwa 25%, mit hohem Anteil an Linolsäure) und Eiweiße in größeren Mengen. Extrahiertes Sliymarin ist ein gelbes Pulver, welches aus den Flavonolignanen Silybinin, Silydianin und Silychristin besteht.

Die Mariendistel ist als Leber schützende und aufbauende Arzneipflanze bekannt. Sie wird bei chronischen Leberschäden, Fettleber, Gelbsucht, Leberentzündungen, Leberzellschutz bei Aufnahme leberbelastender Substanzen und bei Vergiftungen (z.B. mit [Knollenblätterpilzen] eingesetzt. Bei Pilzvergiftungen wirkt Mariendistel oftmals lebensrettend. Sie stärkt dabei die Funktion der Leber und die Regeneration von Leberzellen. Zudem regt sie auch die Gallenfunktion an, daher wird die Mariendistel auch bei Gallensteinen eingesetzt.

Die starke Leberschutzwirkung beruht auf einer Stabilisierung der Zellmembranen und die erhöhte Regeneration der Leberzellen auf einer Aktivierung der ribosomalen RNA, was zu einer erhöhten Einweißsynthese führt. Die Einnahme als Leberschutzsubstanz sollte etwa 6 Stunden vor der Aufnahme leberschädigender Substanzen liegen.

Silymarin ist schwer wasserlöslich und geht daher kaum in Teezubereitungen über. Teezubereitungen (z.B. Leber-Galle-Tees) werden daher nur sehr selten eingesetzt. Günstiger sind alkoholische Lösungen oder Extrakte der Früchte, welche auch in vielen Fertigarzneimitteln zum Einsatz kommen.

Gelegentlich wird auch das Mariendistelkraut verwendet, wobei hier zu beachten ist, dass sich im Kraut die wirksamen Inhaltstoffe nur in geringer Konzentration finden. Es kommt vor allem bei Verdauungsbeschwerden zum Einsatz.

Volkstümlich wird sie auch wegen ihrer krampflösenden und Galle anregenden Eigenschaften, sowie bei Unterschenkelgeschwüren genutzt.

Neben- und Wechselwirkungen sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht bekannt. Auf die Besonderheiten bei einer Korbblütler-Allergie ist jedoch zu achten.

Mariendistel als Gartenpflanze
Die ca. 150 cm hohe, schnell wachsende Mareindistel kann auch als dekorative Pflanze für den Garten dienen. Vorzugsweise findet man sie in Heil- und Bauerngärten.

Die Aussaat sollte zwischen März und Juni erfolgen, mit einem Pflanzabstand von ca. 30 – 50 cm. Sie hat keine hohen Ansprüche an den Boden. Es reicht, wenn er durchlässig und nicht zu nährstoffarm ist. Die Mariendistel gedeiht besonders an sonnigen Standorten gut. Ihr Wasserbedarf ist sehr gering.

Sie ist voll frosthart, sollte aber im Winter vor zuviel Feuchtigkeit geschützt werden.

Mariendistel verblüht



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