Sonnenhut

Roter Sonnenhut (Echinacea purpurea syn Rudbeckia purpurea)
syn. Purpur-Sonnenhut, Rote Rudbeckia, Roter Scheinsonnenhut, Roter Igelkopf
Englisch: purple coneflower

Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Ordnung: Korbblütengewächse (Asterales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
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Dokument: MZ 00255

Siehe auch: Arzneipflanzen Gartenpflanzen

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Der Rote Sonnenhut ist eine der bekanntesten Arzneipflanze zur Kräftigung des Immunsystems. Er ist in Nordamerika heimisch, wird aber auf der ganzen Welt als Arznei- und Zierpflanze angebaut. Er kommt in lichten Wäldern und Prärien wild vor und bevorzugt nährstoffreiche, durchlässige Böden in sonniger Lage.

Es handelt sich um eine aufrechte, 80 – 160 cm hohe Staudenpflanze mit meist unbehaarten grün bis rot überlaufenen Sprossen. Die rauhbehaarten Grundblätter sind eiförmig und am Rand gezähnt. Die etwa 15 cm langen, gezähnten, dunkelgrünen Stängelblätter sind eilanzettlich geformt.

Roter Sonnenhut

Die auffälligen Blüten bilden große endständige, an einen Igel erinnernde Köpfchen mit leicht zurückgeschlagenen Blütenblättern. Am Blütenrand finden sich purpurne, 3 - 4 cm lange Zungenblüten und in der Blütenmitte eher braune Röhrenblüten. Die Pollenkörner sind gelblich gefärbt. Der Rote Sonnenhut blüht zwischen Juni und September.

Die vierkantigen Früchte (Achänen) sind an der Basis abgerundet. Er besitzt eine lange, senkrechte Pfahlwurzel und viele kleine Nebenwurzeln mit kurzen Rhizomen, so dass sich schnell kleine Horste bilden können.

Der Gattungsname stammt aus dem Griechischen (echinos = Igel) und beschreibt den stacheligen Blütenkopf.

Blüte Sonnenhut

Der Rote Sonnenhut als Arzneipflanze
Der Rote Sonnenhut ist schon lange als Arzneipflanze zur Anregung der allgemeinen Körperabwehr bekannt und wurde bereits von den Indianern als Heilpflanze gegen Husten und Atemwegsbeschwerden, sowie bei Verletzungen (Verbände mit Pflanzenbrei) geschätzt. Er enthält Polysaccharide, Echinacin, Etherische Öle, Harze und Bitterstoffe.

Durch den Roten Sonnenhut wird der Properdinspiegel (Plasmaprotein, welches die Köperabwehr aktiviert und die Anzahl der weißen Blutkörperchen erhöht) erhöht und die Fibroblastenbildung (Zellen welche u.a. die Zellreparatur und Kollagenbildung anregen) angeregt.

Sonnenhut2

Heute wird der Rote Sonnenhut gegen grippale Infekte, Harnwegsinfekte und schlecht heilende Wunden eingesetzt. Zudem ist er in unzähligen Fertigarzneimitteln (z.B. Echinacin, Esberitox, Contramutan) zur Kräftigung des Immunsystems enthalten.

Arzneilich genutzt wird der Presssaft der oberirdischen Pflanzenteile, da bei Lagerung der Pflanzenteile einige der wertvollen Inhaltstoffe zerfallen. Seltener wird auch eine Teezubereitung angewendet.

Sonnehut mit typische Igelform
"Igelkopf"

Äußerlich wird der Sonnenhut bei Wunden, Vereiterungen und chronischen Hautkrankheiten (z.B. Schuppenflechte) eingesetzt. Die wenig gebräuchlichen Teezubereitungen aus Sonnenhutwurzel werden bei Erkältungskrankheiten eingesetzt.

Neben dem Roten Sonnenhut (Echinacea purpurea) wird vor allem der Schmalblättrige Sonnenhut (E. angustifolia) als Arzneipflanze zur Stärkung der Abwehrkräfte genutzt.

Die Wurzeln werden im Frühjahr oder Herbst und das Kraut vor der Blüte geerntet.

Bei einer Allergie gegen Korbblütler sollte der Sonnenhut nicht angewendet werden.

Der Rote Sonnenhut als Gartenpflanze
Er ist eine sehr dekorative und beliebte, mehrjährige Staudenpflanze mit stark auffälligen Blüten, welche Schmetterlinge und andere Insekten anzieht. Der Rote Sonnenhut bildet schnell kleine Horste aus und ist ein unkomplizierter Dauerblüher.

Er ist voll frosthart und benötigt keinen Winterschutz. Nach der Blüte sollten bald die verblühten Blütenköpfe entfernt werden.

Im Frühjahr kann der Rote Sonnenhut gesät werden. Schnittlinge können im Herbst gepflanzt werden. Er benötigt einen nährstoffreichen, durchlässigen, nicht zu trockenen Boden in sonniger Lage. Zu viel Schatten reduziert merklich die Blütenbildung. Der Pflanzabstand sollte etwa 30 – 40 cm betragen. Die Anzucht kann in Schalen bei etwa 15 Grad erfolgen. Die Keimdauer liegt bei 15 – 25 Tagen.

Alle 4 oder 5 Jahre sollte der Sonnenhut im Frühjahr geteilt werden, da sonst seine Blühkraft abnimmt. Der Spross kann grundsätzlich im Herbst oder frühen Frühjahr zurückgeschnitten werden.

Der Rote Sonnenhut ist auch als Schnittblume gut geeignet.

Im Handel ist entsprechendes Saatgut in verschiedenen Züchtungen (z.B. bzgl. der Blütenfarbe) erhältlich.

Sorte Alba, Sonnenhut
Weiße Sorte "Alba"

Unter dem Begriff Sonnenhut verbergen sich zwei verschiedene Pflanzengattungen. Zum einen die rötlich blühende Gattung Echinacea und die gelblich blühende Gattung Rudbeckia.



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Roter Sonnenhut

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