Türkenbundlilie

Türkenbund-Lilie (Lilium martagon)

Gattung: Lilien (Lilium)
Familie: Liliengewächse (Liliaceae)
Ordnung:
Lilienartige (Liliales)
Klasse: Einkeimblättrige (Monocotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00250

Siehe auch: Gartenpflanzen

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Neben der Feuerlilie und den Graslilien gehört die Türkenbund-Lilie zu den bekannten heimischen Arten der Liliengewächse. Sie ist eine der schönsten Pflanzen unserer heimischen Wälder.

Die Türkenbund-Lilie besiedelt die bewaldeten Höhenlagen Europas, dem nördlichen Asien bis nach Sibirien. Insbesondere in lichten Buchen- und Mischwäldern, wie auch auf Gebirgswiesen und Hochstaudenfluren ist sie anzutreffen. Sie ist also in ihren seltenen Tieflagenvorkommen eine Schatten- bis Halbschattenpflanzen, welche in Höhenlagen (bis 2.000 Meter) auch sonnige Abschnitte besiedelt. Sie benötigt einen stickstoff- und kalkreichen, humosen Boden mit ausreichend Feuchtigkeit. Sie kommt selten vor (oft jedoch in kleinen Beständen) und ist geschützt.

Türkenbund-Lilie Einzelblüte

Es handelt sich um eine mehrjährige, etwa 40 – 130 cm hohe Blütenpflanze. Der runde, rötlich gefleckte, meist kahle Stängel wächst aufrecht. Die wechselständigen oder in der Mitte auch quirlartig angeordneten,  10 - 14 cm langen und etwa 3 – 4 cm breiten Blätter sind lanzettlich bis eiförmig geformt, glattrandig und kahl.

An den Stängeln finden sich lockere Trauben von 3 – 15 Blüten. Die nickenden, 6 – 8 cm im Durchmesser großen Blüten besitzen 6, stark zurück geworfene, fleischfarbene Hüllblätter mit dunklen Flecken. Die dunklen Flecken sind genetisch bestimmt und durch dunkle Farbstoffe verursacht. Allerdings bilden sich die Flecke bei jeder Pflanze unterschiedlich aus. Die 6 Staubblätter besitzen meist rote (nur selten gelbe) Staubbeutel und ragen nach unten aus der Blüte heraus. Der oberständige Fruchtknoten besteht aus drei verwachsenen Fruchtblättern.

Die Blüten sind an die Bestäubung durch Schmetterlinge, insbesondere Schwärmer (z.B. das Taubenschwänzchen), angepasst. Sie hängen nach unten und bieten keine Sitzfläche, so dass nur Insekten mit einem langen Rüssel und der Möglichkeit „im Flug zu stehen“ die Blüten bestäuben können. Da Schwärmer nachts und in der Dämmerung aktiv sind, duftet die Pflanze in der Dunkelheit auch stärker, als am Tage. Die Blütenknospen werden gern von Rehen verzehrt und so die Pflanze im Bestand gemindert.

Blütenstand Türkenbundlilie

Die Türkenbund-Lilie blüht in den Monaten Juli und August.

Die Frucht ist eine keulenförmige bis runde, stumpf sechskantige Kapsel von etwa 20 – 30 mm Länge. Jede Kapsel reißt im Herbst an 3 Stellen auf und enthält etwa 200 relativ schwere Samen, welche sich nur gering verbreiten.

Die 3 – 5 cm lange, eiförmige Zwiebel ist gelb gefärbt und besitzt viele Schuppen auf der Oberfläche. Die Zwiebeln wachsen mit Hilfe von sogenannten Zugwurzeln in einer für sie optimalen Tiefe im Boden.

Türkenbund-Lilie als Gartenpflanze
Die mehrjährige Türkenbund-Lilie ist eine Halbschattenpflanze, welche ideal an Gehölzrändern oder Waldgärten gedeihen kann. Die Blüte setzt erst nach einigen Jahren ein.

Die Vermehrung kann durch Aussaat oder Abteilung von Zwiebelschuppen erfolgen. Zwiebeln können im Spätsommer etwa 15 cm tief in den Boden gepflanzt werden. In Gegenden mit starken Frösten im Winter, sollten die Zwiebeln im Frühjahr gesetzt werden.

Habitus Türkenbundlilie

Sie benötigt durchlässige, kalkhaltige, etwas feuchte Böden in wenig sonniger Lage mit ausreichend Nährstoffen. Nach der Blüte sollte sie nicht mehr gegossen werden.

Staunässe verträgt sie nicht. Auch vor Schnee sollte sie geschützt werden. Im Handel sind unterschiedliche Zuchtformen der Türkenbund-Lilie verfügbar. Bekannt sind vor allem die Albionformen (z.B. “Album“) mit weißen Blütenblättern.



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Türkenbund-Lilie

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