Wolfs-Eisenhut

Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum syn. Aconitum vulparia)
syn. Gelber Sturmhut, Fuchs-Eisenhut

Gattung: Eisenhut (Aconitum)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Ordnung : Hahnenfußartige (Ranunculales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00249

Siehe auch: Giftpflanzen Gartenpflanzen

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Der Wolfs-Eisenhut kommt in den Höhenlagen Mittel- und Süd-Ost-Europas (z.B. Alpen, Jura, Vogesen etc.) bis in 2.400 Meter als Gebirgspflanze vor. Als Frostkeimer meidet er im Allgemeinen die Tieflagen. Bevorzugt wächst der Wolfs-Eisenhut in schattigen Lagen, feuchten Wiesen und Hochstaudenfluren. Er benötigt durchlässig feuchte, nährstoff- und humusreiche Böden. Der Wolfs-Eisenhut (wie alle Eisenhut-Arten) kommt selten vor und ist in den meisten Ländern geschützt. Da er in den dichten Nadelholzpflanzungen neuer Wälder nicht überleben kann, fehlen ihm als Waldpflanze zunehmend geeignete Lebensräume.

Es handelt sich um eine ausdauernde, aufrechte Pflanze, welche eine Wuchshöhe von etwa 40-150 cm erreicht. Der aufrechte, kräftige Stängel ist deutlich behaart. Die bis zu 15 cm breiten, fiederschnittigen Blätter sind fünf bis siebenfach bis zum Grund, geteilt und in den Abschnitten grob gesägt. Blattnerven und –rand sind schwach behaart. Die Grundblätter sind lang gestielt. Die wenigen, kurz gestielten bis fast sitzenden Stängelblätter wachsen wechselständig.

Pflanzengruppe Wolfs-Eisenhut

Die hellgelben, lang gestielten, walzenförmigen Blüten stehen in einfachen bis dichten, 5 – 25 Einzelblüten umfassenden, verzweigten Trauben, mit bogig aufgerichteten Zweigen. Die zwittrigen Blüten besitzt ein helmförmig vergrößertes, oberes Blütenblatt. Der Helm ist etwa doppelt bis dreifach so hoch wie breit. Unter dem Helm finden sich zwei Nektarien mit geradem Stiel und gebogenem Sporn. Die Blüten sind zweiseitig-symmetrisch.

Die Blüten können nur von langrüssligen, kräftigen Insekten (z.B. Hummeln) bestäubt werden. Oftmals werden die Blüten jedoch auch von Nektarräubern auch aufgebissen.

Der Wolfs-Eisenhut blüht zwischen Juni und August.

Die etwa 15 mm langen, kahlen Balgfrüchte enthalten dreikantige, schwärzliche Samen.

Er besitzt eine kräftige Wurzel als Speicherorgan, sowie kräftige Rhizome, durch welche schnell dichte Bestände ausgebildet werden.

Wolfs-Eisenhut als Giftpflanze
Der Wolfs-Eisenhut ist vergleichbar giftig, wie der Blaue Eisenhut. Er enthält in allen Pflanzenteilen, vor allem im kräftigen Wurzelstock und in den Samen, das Alkaloid Lycaconitin (und dessen Spaltprodukte), welches ähnlich giftig ist, wie das Aconitin im Blauen Eisenhut. Wenige Gramm Pflanzenteile sind bereits tödlich. Es handelt sich um eines der stärksten Pflanzengifte und wurde früher auch als Pfeilgift verwendet. Die Berührung der Pflanze mit ungeschützter Haut kann bereits zu Hautschäden, Ausschlägen, Brennen bis zur Taubheit führen. Über die Schleimhäute wird das Gift direkt aufgenommen.

Zunächst wirken die Giftstoffe zentral anregend und später lähmend auf die Nervenbahnen. Kurz nach Giftaufnahme macht sich ein Brennen und Kribbeln am ganzen Körper bemerkbar, es folgen starke Kältegefühle mit Erbrechen und Durchfall. Der Tod tritt dann (ca. 40 – 60 Minuten nach Giftaufnahme) durch Atemlähmung oder Herzversagen ein. Die für den Menschen tödliche Alkaloid-Dosis von liegt bei etwa 4 – 10 mg.

Bei einer Vergiftung durch den Wolfs-Eisenhut sollte schnell die Giftentfernung durch Erbrechen und Magenspülung vorgenommen und umgehend ein Arzt informiert werden.

Der Name „Lycoctonum“ bedeutet „wolfstötend“ gibt einen Hinweis auf die frühere Verwendung der Pflanze zur Wolfsbekämpfung.

Als Heilpflanze wird der Wolfs-Eisenhut nur in der Homöopathie (z.B. bei Mandelentzündungen) eingesetzt.

Fruchtstand Wolfseisenhut

Wolfs-Eisenhut als Gartenpflanze
Wie alle Aconitum-Arten ist auch der Gelbe- oder Wolfs- Eisenhut eine beliebte Zierpflanze. Er ist eine typische Halbschattenpflanze, welche z.B. für Gehölzränder gut geeignet ist. Als Frostkeimer sollte Sie nicht in Innenräumen ausgesät (vorgezogen) werden. Er benötigt nährstoffreichen Boden mit ausreichender Wässerung. Der Wolfs-Eisenhut ist voll frosthart.

Der Spross sollte im Frühjahr oder Herbst zurückgeschnitten werden (Achtung Handschuhe!).

Saatgut des Wolfs-Eisenhut und seiner Züchtungen kann im Handel erworben werden.

Blüten Wolfs-Eisenhut



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Wolfs-Eisenhut

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