Wald-Ziest

Wald-Ziest (Stachys sylvatica)

Gattung: Ziest (Stachys)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00248

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Der Wald-Ziest gehört zu der Gattung Stachys (Ziest), welche mit etwa 300 Arten zu den größten Gattungen in der Familie der Lippenblüter gehört. Weitere bekannte Arten der Gattung Ziest sind u.a. der Heil-Ziest (Betonie), der Sumpf-Ziest oder der gern in Gärten gepflanzte Wollige Ziest.

An feuchten Waldrändern, in Laub- und Mischwäldern, sowie an Gebüschen, Hecken und lichten Uferbereichen ist der Wald-Ziest zu finden. Bevorzugt werden nährstoffreiche, frisch-feuchte, neutrale Böden mit ausreichend Stickstoffgehalt besiedelt. Er ist in ganz Mitteuropa heimisch. Der Wald-Ziest kommt häufig vor und ist nicht geschützt.

Es handelt sich um eine ausdauernde, unangenehm riechende, 40 – 120 cm hohe Pflanze. Der vierkantige, im oberen Bereich verzweigte, aufrechte Stängel ist abstehend, weich behaart. Die dicht behaarten, gestielten, kreuzgegenständigen Blätter wachsen eiförmig mit herzförmigem Grund. Die 10 – 15 cm langen Blätter laufen zugespitzt aus und besitzen einen gesägten Blattrand. Sie sind den Blättern der Brennnessel in der Form sehr ähnlich. Die Blätter im Blütenstandsbereich sind fast lanzettlich und sitzend.

Auf den dunkelroten, kurz gestielten Blüten findet sich eine auffällige helle Zeichnung. Bis zu 6 (selten bis 10) Blüten stehen scheinquirlig in den Blattachseln und bilden einen traubenähnlichen Blütenstand. Die Blütenkrone ist doppelt so lang, wie der Kelch. Die fünf dicht behaarten, verwachsenen 4 – 8 mm langen Kelchblätter besitzen einen Zahn und sind grünlich-rot gefärbt. Die fünf verwachsenen, bräunlich gefärbten Kronblätter sind etwa 12 – 15 mm lang und wachsen zweilippig. Die Unterlippe ist länger als die ganzrandige Oberlippe und besitzt eine helle Zeichnung, sowie häufig einen dreilappigen Aufbau (Seitenlappen kleiner als der Mittellappen).

Die vier Staubblätter steigen unter der Oberlippe auf. Der Fruchtknoten ist oberständig.

Der Wald-Ziest blüht zwischen Juni und August. Es kommt neben der Insektenbestäubung (Bienen und Schwebfliegen) auch zur Selbstbestäubung. Die vier dreikantigen Zerfallfrüchte (Teilfrüchte) sind etwa 1,5 – 2 mm lang und an der Spitze abgerundet.

Durch seine langen unverdickten, unterirdischen Ausläufer bildet der Wald-Ziest leicht größere Bestandsgruppen aus.



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