Betonie

Heil-Ziest (Stachys officinalis syn. Stachys betonica , Betonica officinalis)
syn. Betonie, Echter Ziest

Gattung: Ziest (Stachys)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00246

siehe auch: Gartenpflanzen Arzneipflanzen

► mehr Pflanzen


Man findet den Heil-Ziest fast überall auf feuchten Wiesen, Heiden, Flachmoore, an Büschen und in lichten Wäldern oder Waldrändern. Er benötigt nährstoff- und kalkarme Böden, die auch sommertrocken oder zeitweise nass sein können (Wechselfeucht). Der Heil-Ziest ist eine Zeigerpflanze für Magerböden. Er ist in fast ganz Europa zerstreut verbreitet, allerdings im Norden nur selten bis fehlend. In Höhenlagen kommt er maximal bis zur Laubbaumgrenze vor. Zudem kommt der Heil-Ziest auch in Westasien und Nordafrika vor. Die Vorkommen in Deutschland sind etwas rückläufig, trotzdem ist der Heil-Ziest derzeit nicht im Bestand gefährdet.

Heilziest

Der ährige Blütenstand gab der Gattung Stachys (Ähre) den Namen.

Der Heil-Ziest erreicht eine Wuchshöhe von 40 – 80 cm. Es handelt sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze mit rauer Behaarung. Der einfache, aufrechte, vierkantige Stängel ist schütter behaart, oft am Grund verholzt und besitzt 1 – 3 Blattpaare. Die lang gestielten Grundblätter sind zu einer Rosette angeordnet. Die kürzer gestielten, bis etwa 10 cm langen, zerstreut behaarten, schmalen Stängelblätter wachsen gegenständig, sind eiförmig bis schmal und am Rand gekerbt.

Betonie Blätter

Die roten bis purpurfarbenen, fast sitzenden, etwa 1,5 cm langen Blüten stehen in dichten, endständigen, ährenförmig angeordneten 8 – 14 blütigen Scheinquirlen von gut 6 cm Länge. Die 5 verwachsenen Kelchblätter sind gut 8 mm lang, auf 2/3 seiner Länge in fünf Zähne geteilt und grünlich bis rot gefärbt. Die Krone ist 10 – 15 mm lang, besitzt eine gekrümmte Kronröhre und ist weißlich-rosa bis rot gefärbt.

Die aus drei Abschnitten bestehende, nicht weiß gezeichnete Unterlippe ist nur wenig länger als die Oberlippe. Der nach vorn verbreiterte Mittellappen ist größer als die beiden Seitenlappen. Die vier Staubblätter befinden sich. Der Fruchtknoten ist oberständig.

Betonie Blütenstand

Er blüht zwischen Juni und September. Die bestäbung erfolgt durch Insekten, wobei der Heil-Ziest als Bienenweide dient. Die vier glatten Zerfallfrüchte sind etwa 2,5 mm lang.

Der Heil-Ziest bildet knotige Rhizome als Überdauerungsorgane aus.

Der Heil-Ziest als Arzneipflanze
Der Heil-Ziest wird bereits seit dem Altertum als Heilpflanze genutzt. Seine Hauptinhaltstoffe sind Gerbstoffe, Bitterstoffe und Betaine mit viel Betonicin, Stachydrin und Turicin. Für die arzneiliche Anwendung, werden die zur Blütezeit gesammelten, oberirdischen getrockneten Pflanzenteile (Betonienkraut - Herba betonicae) genutzt.

Volkstümlich wurde die Pflanze bei Erkältungskrankheiten und Verdauungsstörungen, sowie äußerlich als Wundheilmittel zum Wundverschluß eingesetzt. Die Gerbstoffe werden bei Durchfall hilfreich sein.

In der Homöopathie wird der Heil-Ziest auch bei Leber-, Galle- und Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt. Nach Hildegard von Bingen soll der auch schlafanstoßende Wirkungen haben. Zum Einsatz kommen da sogenannte Betonika-Schlafkissen.

In der Antike wurde die Betonie als Allheilmittel eingesetzt.

Heil-Ziest als Gartenpflanze
Der frostharte Heil-Ziest gedeiht auf durchlässigen, mäßig fruchtbaren Boden in Sonnenlage.
Er ist frosthart und benötigt im Winter keinen Schutz.

Zur Vermehrung können Pflanzen im Frühjahr geteilt werden oder im Frühjahr / Herbst als Saat vorgezogen werden. Im Handel sind unterschiedliche Zuchtsorten erhältlich. Der Pflanzabstand beträgt etwa 20 – 30 cm.

Der Heil-Ziest ist gut für Bauerngärten, Staudenbeete und Wildgärten geeignet.
Aufgrund der Rhizome bilden sich schnell kleine Horste aus.

Er kann auch Schnittblume verwendet werden.

Betonie junge Blüten



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Betonie

Natur-Lexikon.com