Heidelbeere

Heidelbeere (Vaccinium myrtillus L.)
syn. Blaubeere, Waldbeere, Wildbeere, Bickbeere

Gattung: Heidelbeeren (Vaccinium)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00245

Siehe auch: Arzneipflanzen Nutzpflanzen

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Die Heidelbeere gehört sicher zu den bekanntesten Wildobstarten in Deutschland. Sie gehört zu der Gattung Vaccinium (Heidelbeeren), welche noch weitere bekannte Beerenarten, wie z.B. Preiselbeeren, Moosbeeren oder Trunkelbeeren umfasst. Die Gattung beinhaltet etwa 200 Arten, davon sind 5 Arten in Europa heimisch.

Sie benötigt leicht sauren, feucht-frischen, sandigen oder torfigen Boden in lichter bis schattiger Lage. Typischerweise findet man Heidelbeeren in lichten Nadelwäldern (in Laubwäldern nur selten vorkommend), Heidelandschaften oder Moorgebieten. Kalkhaltige Böden werden kaum besiedelt. Heidelbeeren sind Zeigerpflanzen für saure Böden. Die Heidelbeere besiedelt die kühl-gemäßigten Regionen Europas und Asiens. Die Heidelbeere ist vom Tiefland bis in Höhenlagen von über 2000 Meter Höhe zu finden. Sie ist gegen starken Frost empfindlich, wobei die oberirdischen Pflanzenteile abfrieren könne, die Wurzel aber überlebt und neu ausschlägt. Sie kommt häufig und in großen Beständen vor; daher ist sie auch nicht geschützt.

Busch Heidelbeeren

Es handelt sich um einen etwa 20-50 cm niedrigen, reich verzweigten, sehr langlebigen Halbstrauch. Die stark verzweigten Zweige sind jung scharf gekantet oder geflügelt. Die wechselständigen, gut 2 mm gestielten Blätter sind in milden Wintern dauerhaft intensiv grün (sonst nur sommergrün), wobei die Unterseite heller als die Oberseite gefärbt ist. Im Herbst können sich die Blätter rötlich färben Sie sind eiförmig geformt, etwa 2 cm breit und 3 – 4 cm lang, sowie ledrig derb beschaffen. Der regelmäßige Rand ist fein gezähnt oder gekerbt. Die Blattadern sind auf der Blattunterseite gut zu erkennen.

Die kurz gestielten Blüten stehen endständig einzeln oder paarig, nickend in den Achseln der oberen Blätter. Die Blüte ist kugelig-krugartig geformt und in der Öffnung stark verengt. Die Zipfel sind leicht zurückgeschlagen. Der Kelch ist mit der Blütenkrone verwachsen. Der Blütendurchmesser beträgt etwa 5 mm. Sie sind grünlich ist hellrosa, oftmals aber auch rötlich überlaufen. Die 8 Staubblätter besitzen röhrige Fortsätze, durch die der Blütenstaub abgegeben wird.

Frucht Heidelbeere

Die Heidelbeere blüht im Frühsommer zwischen Mai und Juni. Die Bestäubung erfolgt meist durch Bienen und Hummeln.

Die Frucht ist eine wohlschmeckende, dunkelblaue, oft bereifte Beere von etwa 6 -9 mm Durchmesser, kugeliger Form und rotem, stark färbendem Saft. Wobei der unterständige Fruchtknoten zu einer Beere heranwächst und dabei auch mit dem fleischigen Kelch verwächst. In den 4 – 5 Fächern der Früchte finden sich viele, kleine braunrote Samen. Die Früchte werden durch Vögel weiter verbreitet. Die Fruchtzeit liegt in den Monaten Juli bis September.

Die Heidelbeere bildet unterirdische Triebe (Ausläufer) und kann so oft sehr große Bestände ausbilden. Sie wurzeln dabei bis in 1 Meter Tiefe.

Die Heidelbeere als Nutzpflanze
Die sehr aromatischen Früchte der Heidelbeere enthalten bis zu 20 mg Vit. C  je 100g Beeren. Die Früchte können gut frisch gegessen werden oder auch als Marmelade, zu Joghurtprodukte oder im Müsli genossen werden.

Da die Ernte sehr aufwendig ist, kommen große Mengen Heidelbeeren auch aus Osteuropa zu uns. Für den Eigenbedarf ist das Selberpflücken im Wald oder Heide nach wie vor, vor allem auch bei Kindern, sehr beliebt. Allerdings sollte dabei der Verzehr nicht roh erfolgen, da die Gefahr einer Infektion durch den Fuchsbandwurm möglich ist.

Die Kulturheidelbeere mit ihren großen Früchten stammt von der amerikanischen Heidelbeere ab. Dadurch, dass nur ihre Schale, aber nicht ihr Fruchtfleisch gefärbt ist, kann sie von der heimischen Heidelbeere unterschieden werden.

Die Heidelbeere als Arzneipflanze
Arzneilich genutzt werden die getrockneten, reifen Früchte (Myrtilli fructus), sowie die Blätter (Myrtilli folium) der Heidelbeere.

Heidelbeerfrüchte:
Die getrockneten Früchte enthalten größere Mengen an Gerbstoffen, Fruchtsäuren, Flavonoide, Zucker, Pektine, Vitamine und diverse intensive Farbstoffe (Myrtillin).

Die Gerbstoffe und Pektine bewirken eine Verfestigung des Stuhls, so dass sie gegen Durchfall eingesetzt werden. Sie besitzen zudem eine antibakterielle Wirkung. Die Früchte werden dann als Tee oder auch als Heidelbeerwein eingenommen. Als Frischsaft werden sie auch gegen Mund- und Rachenentzündungen eingesetzt.

Größere Mengen frischer Früchte wirken allerdings sanft abführend.

Bei der Anwendung gegen Durchfall werden etwa 2 EL getrocknete Heidelbeeren in 150 ml Wasser für etwa 10 min gekocht und dann abgeseiht. Für einen Kaltansatz lässt man die Heidelbeeren etwa 2 Stunden im Wasser quellen.

Bis zum Abklingen der Durchfälle sollte mehrmals täglich eine Tasse Tee getrunken werden.

Heidelbeerblätter:
Die im Frühjahr gesammelten Blätter werden zu Bekämpfung der Zuckerkrankheit (Diabetes), Vorbeugung von Magen-Darm-Erkrankungen und der ableitenden Harnwege eingesetzt. Sie enthalten neben den Gerbstoffen Flavonoide, Phenolcarbonsäuren und Iridoide. Auch der hohe Chromgehalt der Heidelbeerblätter scheint im Diabetes Typ 2 Geschehen, als Teil des Glucose-Toleranz-Faktors, eine wichtige Rolle zu spielen.

Für die Teezubereitung werden etwa 1g Blätter mit kochendem Wasser übergossen, ca. 10 min ziehen gelassen und dann abgeseiht.

Von einem Dauergebrauch sollte, wegen möglicher eintretender Vergiftungserscheinungen, abgesehen werden.

Ähnliche Art Preiselbeere
Die Preiselbeere ist der Heidelbeere ähnlich, allerdings sind die Blätter dauerhaft grün, die Blütenblätter sind weiter zurückgeschlagen und die Blütenstehen in dichten, kurzen Trauben.



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