Wiesen-Wachtelweizen

Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense)

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Ordnung: Rachenblütlerartige (Scrophulariales)
Familie: Rachenblütler (Scrophulariaceae)
syn. Braunwurzgewächse
Gattung: Wachtelweizen (Melampyrum)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00243

schwache Giftpflanze

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Der Wiesen-Wachtelweizen gehört zu der Gattung Melampyrum, welche etwa 30 Arten umfasst, von denen ca. 20 Arten in Europa heimisch sind. Besonders bekannte Vertreter der Gattung sind der Acker- Wachtelweizen, der Wald-Wachtelweizen und der Kamm-Wachtelweizen.  Von dem formenreichen Wiesen-Wachtelweizen sind diverse unterschiedlicher Unterarten bekannt (Sippe). Zudem gibt es Jahreszeitenformen (unterschiedlicher Wuchs, je nach Jahreszeit).

Man findet ihn auf lichten Waldböden (gern an Eichen- und Buchenbeständen) im Außensaumbereich, Gebüschen und Waldwiesen, in Mooren und Heiden. Saure Böden mit hohem Lehm- oder Sandanteil besiedelt der Wiesen-Wachtelweizen bevorzugt. Gelegentlich findet man ihn auch auf kalkhaltigen Böden. In Höhenlagen findet man ihn etwa bis 2.000 Meter Höhe. Die Art kommt häufig vor und ist nicht gefährdet oder geschützt. Außer in Süd-Ost Europa ist der Wiesen-Wachtelweizen in ganz Europa anzutreffen.

Wiesenwachtelweizen

Da man diese Pflanze nur sehr selten auf Wiesen findet, ist der Name eigentlich stark irreführend.

Es handelt sich um eine einjährige, aufrechte, etwa 10 - 30 cm hohe Pflanze mit zierlichem Wuchs. Der vierkantige Stängel ist reich verzweigt und auf zwei gegenüberliegenden Seiten behaart. Die ganzrandigen, kurz gestielten, sehr schmalen Blätter wachsen gegenständig und sind etwa 4 – 6 cm lang und knapp 1 -2 cm breit. Auf Blütenhöhe sind die Blätter leicht gezähnt.

Blüte Wiesen-Wachtelweizen

Die auffälligen, 4 - 25 Blüten stehen in lockeren, einseitswendigen, 3 – 6 cm langen Ähren an Stängel oder Zweigen. Fast waagerecht stehen die Einzelblüten von der Blütenstandsachse ab. Die vier Staubblätter sind in der Krone eingeschlossen.

Die gelb-weißen Blüten sind etwa 2 cm lang. Die Kronröhre besitzt einen nur halb geöffneten, gelben Schlund. Die Unterlippe, mit zwei nach oben gewölbten Höckern, ist etwas vorgestreckt. Der Kelch ist etwa halb so lang, wie die Kronröhre.

Der Wiesen-Wachtelweizen blüht von Mai bis September. Die Bestäubung erfolgt durch große Insekten wie z.B. Hummeln oder andere Hautflügler. In der abgeflachten Frucht finden sich vier, elliptisch geformte, 4 – 6 mm lange Samen.

Der Wiesen-Wachtelweizen ist ein Halbschmarotzer, der an Wurzeln von Getreide, kleinen Sträuchern und Gräsern parasitisiert. Dabei werden die Gefäße der betroffenen Pflanzen „angezapft“ und ihnen so Wasser und Nährstoffe entzogen. Der Wiesen-Wachtelweizen ist ein Flachwurzler.

Wiesen-Wachtelweizen als Giftpflanze
Der Wiesen-Wachtelweizen ist schwach giftig. Wie alle Arten der Gattung Melampyrum enthält er geringe Mengen des giftigen Glykosids Aucubin.



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