Ringelblume

Garten-Ringelblume (Calendula officinalis)
syn. Goldblume

Gattung: Ringelblume (Calendula)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Ordnung: Korbblütengewächse (Asterales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00242

Siehe auch: Arzneipflanzen Gartenblumen

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Heilpflanze des Jahres 2009


Die Garten-Ringelblume ist neben der Kamille und Arnika eine der ganz typischen „Wundheilpflanzen“ aus der Familie der Korbblütler. Sie ist seit alters her bekannt und aus dem heimischen Naturarzneipflanzenschatz kaum wegzudenken.

Die ursprüngliche Heimat der Garten-Ringelblume ist das Mittelmeergebiet und Nordafrika. Heute wird sie als Arzneipflanze weltweit, vor allem jedoch in Ägypten und Osteuropa feldmäßig angebaut. Zudem ist sie als beliebte Gartenpflanze weit verbreitet. Seltene Wildvorkommen in Mittel-, Ost- und Südeuropa finden sich an Wegrändern und Schutthalden, dabei handelt es sich sehr oft um ausgewilderte Gartenvorkommen. Sie bevorzugt warme, sandige Lehmböden und ist insgesamt anspruchslos.

Ringelblume Einzelblüte

Im Frühjahr bildet die Garten-Ringelblume schnell eine kräftige, verzweigte Pfahlwurzel mit spindelartigem Wuchs aus Die ganze Pflanze duftet stark aromatisch bis leicht harzig. Sie erreicht eine Wuchshöhe von etwa 50 cm. Der filzig behaarte Stängel ist an der Basis oft verholzt. Im unteren Pflanzenbereich findet man nur selten Verzweigungen, diese treten in den oberen Abschnitten häufiger auf.

Die breitlanzettlichen, wechselständigen Blätter sind ganzrandig oder schwach gezähnt. Im unteren Bereich sind sie spatelförmig gewachsen und kaum gestielt. Die Laubblätter sind filzig behaart und am Blattrand bewimpert.

Garten-Ringelblume

Es handelt sich um eine einjährige (selten zweijährige) Pflanze mit auffallend gelben Blütenköpfen. Die endständigen, gelb-organgen Blütenköpfe besitzen einen Durchmesser von etwa 3 bis 6 cm und ein oder zwei Reihen Hüllblätter. Besonders auffällig nach außen sind die vielen, langen, weiblichen, an der Spitze dreizähnigen Zungenblüten (Strahlenblüten) ohne Pappus; innen wachsen entsprechend die Röhren- bzw. Scheibenblüten. Sind mehrere Reihen Zungenblüten vorhanden (was bei der gezüchteten Garten-Ringelblume häufiger der Fall ist), nennt man dies gefüllte Blüten. Die Zungenblüten sind mit ca. 2 cm etwa doppelt so lang, wie die Hüllblätter. Die Staubblätter sind zurückgebildet.

Die Garten-Ringelblume hat eine sehr lange Blühdauer, welche die Monate Mai bis November (zu Beginn der stärkeren Fröste) umfasst.

Weißling auf gelber Ringelblume

Es bilden sich verschiedene, geflügelte Fruchttypen aus den Zungenblüten der Ringelblume aus. Die äußeren Zungenblüten bilden mit Haken und Stacheln besetzte Klettfrüchte durch Selbstbestäubung aus, welche sich an Tieren verhaken und so verbreiten. Weiter nach innen folgen kahnartige Napffrüchte mit häutigen Anhängseln und luftgefüllten Kammern; diese Früchte werden von Wind und Regen verbreitet. Die inneren Zungenblüten werden fremd bestäubt und bilden wurmartig geformte Früchte (so genannte Larvenfrüchte) aus, welche durch Wind und Ameisen verbreitet werden.

In der gleichen Gattungsgruppe der Garten-Ringelblume findet sich die ebenfalls bekannte, ähnliche Acker-Ringelblume (C. arvensis). Sie unterscheidet sich in der:
Blütenfarbe: hell-gelb (gelb-orange bei C. officinalis)
Blütengröße: bis 2 cm (2 – 6 cm)
Fruchtkopf: übergeneigt (aufrecht).

Blütenstand Ringelblume

Garten-Ringelblume als Arzneipflanze
Arzneiliche Verwendung finden in erster Linie die Ringelblumenblüten (Calendulae flos) bzw. die frisch getrockneten Zungenblüten, da diese den höchsten Gehalt an wertvollen Inhaltstoffen aufweisen. Weiterhin wird auch das blühende Kraut (getrocknete oberirdische Teile der Pflanze) in der Volksheilkunde verwendet. Neben der Garten-Ringelblume ist auch die Acker-Ringelblume (Calendula arvensis) für arzneiliche Zwecke zugelassen.

Bei dem feldmäßigen Anbau von Ringelblumen, werden die gefüllten Zuchtsorten aufgrund ihres höheren Anteils an Zungenblüten bevorzugt verwendet. Im Arzneidrogen-Handel sind die Blüten mit Blütenboden (Calendulae flos cum calyce) und ohne Blütenboden (Calendulae flos sine calice) erhältlich.

Die Garten-Ringelblume enthält viele ätherische Öle, Calenduloside (Oleanolsäureglykoside), Triterpensaponine Carotinoide, Flavonoide, Cumarine und Triterpenalkohole. Sie hat entzündungshemmende, keimzahlmindernde (antimikobiell), immunstimulierende und wundheilungsfördernde Eigenschaften. Vor allem auch bei schlecht heilenden Wunden, Verbrennungen bzw. Verbrühungen. Sie wird in gleicher Weise wie die Blüten der Arnika verwendet.

Blüte Ringelblume

Bekannt ist vor allem die Ringelblumensalbe als Fertigarzneimittel, welche bei kleinen Hautverletzungen und Blutergüssen eingesetzt wird. Zudem wird sie auch in Pinselungen und Spülungen bei Mund- und Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Für die Weiterverarbeitung wird zunächst ein Ringelblumenauszug mit Öl gemacht. Der gewonnene Öl-Auszug kann dann z.B. in Salben oder anderen Zubereitungen weiterverarbeitet werden.

Auch in der Kosmetik und Hautpflege werden Ringelblumenextrakte häufig genutzt. Der Einsatz von Ringelblumenzubereitungen führt zu einer stärkeren Zellneubildung der Haut, sowie zu einer besseren Hautdurchblutung. Zudem wird gereizte oder entzündete Haut durch Ringelblumen entspannt und beruhigt.

Bei innerer Anwendung als Tee oder in Fertigarzneimitteln wirkt die Ringelblume krampflösend, beruhigend und entzündungshemmend z.B. bei Beschwerden der Leber, Galle oder allgemein des Verdauungstraktes. Auch zur Regulierung schmerzhafter Monatsblutungen wurde sie eingesetzt. Die innerliche Anwendung wird heute nicht mehr empfohlen. In vielen Teemischungen werden Ringelblumenblüten als Schmuckdroge zugesetzt. Für die Teezubereitung werden ca. 2 Teelöffel Blüten mit 150ml heißem Wasser übergossen und nach etwa 10 min abgeseiht.

Äußerlich angewandt kann es gelegentlich zu schwachen Hautirriationen kommen. Zudem kann die Ringelblume allergiebedingte (Korbblütlerallergie) Reaktionen, vor allem der Haut, auslösen.

Die Garten-Ringelblume wird auch in der Homöopathie häufig eingesetzt.

Gruppe Ringelblumen

Garten-Ringelblume als Gartenpflanze
Die Ringelblume sät sich im Herbst selber aus oder kann im Frühjahr ausgesät werden. Die Aussaat braucht nur mit wenig Erde bedeckt werden. Für eine optimale Entwicklung sollten die Pflanzen einen Abstand von ca. 20- 30 cm haben. Der Boden sollte durchlässig und etwas sandig, in sonnig bis halbschattiger Lage sein. Von der Garten-Ringelblume sind zahlreiche Zuchtsorten im Handel erhältlich. Vorhandene Bestände säen sich selber stark aus.

Es handelt sich um eine anspruchslose, dekorative Pflanze, welche bei fast allen Bedingungen aufläuft. Allerdings führt eine zu üppige Düngung oder Wässerung zu verminderter Blütenbildung. Um immer neue Blüten anzuregen, sollten die verwelkten Blüten nach der Blühzeit abgeschnitten werden. Sie vertragen leichten Frost, so dass ihre Blühzeit erst mit dem Einsetzen der stärkeren Fröste endet.

Ringelblume

Die Ringelblume soll im Garten die Schnecken fernhalten und wird daher oft zur schmuckartigen Umrandung von Gemüsebeeten genutzt. Sie ist auch für Rabatte und Schalenbepflanzung gut geeignet.

Die Garten-Ringelblume kann auch als Schnittblume verwendet werden.



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