Immenblatt

Immenblatt (Melittis melissophyllum)
syn. Bienensaug

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00241

siehe auch: Gartenpflanzen

► mehr Pflanzen


Das Immenblatt ist eine typische, Wärme liebende Pflanze lichter Laubwälder (selten Nadelwälder). Es bevorzugt vor allem Eichen- und Buchenwälder mit kalkhaltigen, nicht zu feuchten Böden. Es kommt in Südeuropa und großen Teilen Mitteleuropas vor. In Nordeuropa kommt es nicht vor bzw. selten vor. Es ist selten anzutreffen, aber nicht im Bestand bedroht. In der Gattung Melittis ist das Immenblatt die einzige Art.

immenblatt Blüte

In Höhenlagen ist es bis in 1.400 Meter Höhe zu finden.

Das Immenblatt ist eine ausdauernde, meist unverzweigte, 25 – 50 cm hohe Pflanze. Blätter, Stängel und Blattstiele sind weich behaart. Die aufrechten Stängel sind vierkantig geformt. Die eiförmigen, gestielten, wenig behaarten, gegenständigen Stängelblätter sind grob gesägt, etwa 6 – 9 cm lang und 2 – 5 cm breit.

Immenblatt Gruppe

Die meist zweifarbigen, 3 – 5 cm langen, zweilippigen, gestielten Blüten fallen in den Wäldern stark auf. Sie sind weiß oder rosa, mit einer rosafarbenen, dreiteiligen Unterlippe (siehe Fotos) und einem breiten großen Mittellappen. Den unterschiedlichen Blütenfarben kommt aber keine taxonomische Bedeutung zu. Die ganzrandige, ein- bis dreizähnige Oberlippe ist fein drüsig behaart und überragt die Unterlippe.

Die gestielten Blüten finden sich einzeln oder zu zwei bis drei in den Achseln der Laubblätter und stehen oft einseitswändig. Die fünf glockenförmig verwachsenen, hell gefärbten Kelchblätter besitzen 10 deutliche, behaarte Adern und sind 1,5 – 2 cm lang. Der Fruchtknoten ist oberständig; es sind vier Staubblätter vorhanden.

Immenblatt Lippen

Durch die Größe ihrer Blüten hebt sich das Immenblatt deutlich von anderen heimischen Lippenblütlern ab.

Das Immenblatt blüht zwischen Ende April und Anfang Juni. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Die bis etwa 5 mm langen, eiförmigen Zerfallfrüchte sind fast dreieckig.

Das Immenblatt bildet einen kräftigen, tiefen Wurzelstock aus.

Immenblatt Blätter

Das Immenblatt als Arzneipflanze
In der Volksmedizin wurde das Immenblatt als wundheilendes, harntreibendes und blutreinigendes Mittel verwendet. Dabei wurde die ganze Pflanze genutzt.

U.a. finden sich größere Mengen Bitterstoffe im Immenblatt.

Das Immenblatt als Gartenpflanze
In Gärten wird das mehrjährige Immenblatt nur selten eingesetzt. Es ist allerdings eine gut geeignete Staudenpflanze für Schattenbereiche z.B. an Gehölzen. Sie benötigt frisch humosen, kalkreichen Boden. Die Verbreitung im Garten erfolgt durch Stecklinge oder Aussaat im Frühjahr. Es bildet keine wuchernden Ausläufer.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Immenblatt

Natur-Lexikon.com