Gemeines Seifenkraut

Gemeines Seifenkraut (Saponaria officinalis)
syn. Gewöhnliches Seitenkraut, Seifenwurz, Waschkraut

Gattung: Seifenkraut (Saponaria)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00240

Siehe auch: Gartenpflanzen Nutzpflanzen Arzneipflanzen Giftpflanzen

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Das Gemeine Seifenkraut gehört zu der Gattung Saponaria (Seifenkraut lat. Sapo=Seife), welche eng mit den Gattungen Silene (Leimkraut) und Lychnis (Lichtnelken) verwandt ist. Die Gattung umfasst etwa 30 Arten, von denen 10 Arten in Europa heimisch sind.                                                          

Das Gemeine Seifenkraut findet sich an Geröllhalden, Schuttplätzen, Bahndämmen, sandigen Uferbereichen, Gebüschen oder an lichten Hecken. Es bevorzugt lockeren, leicht feuchten, nährstoffreichen Boden; gern auch rohe Böden als Pionierpflanze. Es geht selten über 700 Meter Höhe. Das Gemeine Seifenkraut ist in Süd- und Mitteleuropa heimisch und bis nach Asien und Nordamerika verschleppt. Es kommt nicht sehr häufig, aber doch in individuenreichen Beständen vor. Die Art ist nicht gefährdet.

Blüte Seifenkraut

Die ausdauernde Staudenpflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 40 – 70 cm. Der aufrechte, weich behaarte Stängel ist meist unverzweigt und rötlich überlaufen. Die gegenständigen, schmal-lanzettlichen Blätter besitzen 3 bis 5 auffällige Blattnerven, sind etwa 5 – 10 cm lang und laufen spitz aus.

Die weiß bis schwach rosa gefärbten, auffälligen Blüten stehen endständig in kleinen Büscheln an den aus den Achseln der Stängelblätter wachsenden Stängeln. Sie verbreiten einen schwachen Duft. Die ungeteilten Kronblätter haben an ihrer Basis zwei kleine Schuppen. Der Blütendurchmesser beträgt etwa 2 – 2,5 cm.

Am Blütenschlund befinden sich zwei kleine Zähnchen auf einer Schuppe. Die fünf Kelchblätter sind zu einer knapp 2 cm langen grünen (selten rötlich überlaufenen) Röhre verwachsen. Es blühen zuerst die äußeren Staubblätter, dann die inneren Staubblätter und danach die Griffel auf.

Habitus Seifenkraut

Die Blüten werden oftmals von Nachtfaltern bestäubt, da das Seifenkraut insbesondere bei Nacht intensiver riecht. Der Kelch ist zudem so lang, dass auch nur Schmetterlinge (vor allem Schwärmer) mit ihrem langen Rüssel an den Nektar gelangen. Es blüht in den Monaten Juli bis September.

Die Kapselfrucht öffnet sich mit 4 Zähnchen und enthält viele kleine, schwarzbraune Samen. Die Fruchtreife liegt zwischen September und Oktober.

Das Seifenkraut besitzt einen fast fingerdicken, rübenartigen Wurzelstock und bildet viele unterirdische, kriechende, leicht verholzende Ausläufer. Durch diese Ausläufer bilden sich schnell größere Bestände auf Brachland aus.

Seifenkraut Blätter

Das Gemeine Seifenkraut als Nutzpflanze
In dem Seifenkraut findet sich ein hoher Anteil an Saponinen. Wird das Kraut mit Wasser zerrieben bildet sich ein kräftiger Schaum. Daher wurde es früher auch als Waschmittel, wenn auch mit geringer Reinigungswirkung, genutzt.

Das Gemeine Seifenkraut als Arzneipflanze
Zu arzneilichen Zwecken, werden die Wurzeln (Ernte im Frühjahr oder Herbst) und seltener das Kraut (Ernte zur Blütezeit) des Seifenkrauts (Rote Seifenwurzel) verwendet. Sie enthalten etwa 2-5% Saponine und Flavonoide.

Durch den hohen Saponingehalt wirken sie stark schleimlösend und auswurffördernd in den oberen Atemwegen. Sie ist auch in einigen Fertigarzneimitteln enthalten. Andere saponinhaltige, schleimlösende Arzneipflanzen sind z.B. Efeublätter und Primelwurzeln.

Volkstümlich wird das Gemeine Seifenkraut bei chronischen Hautleiden wie z.B. Pilzbefall, rheumatischen Beschwerden und als harntreibendes Mittel verwendet.

Seifenkraut Blütenstand

Das Gemeine Seifenkraut als Gartenpflanze
Als Gartenpflanze werden hauptsächlich gefüllte Sorten des Seifenkrauts herangezogen. Sie benötigt einen sonnigen Standort mit sandigem, durchlässigem, leicht feuchtem Boden.

Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat, Stecklinge oder Teilung. Der Pflanzabstand sollte etwa 30 cm betragen. Durch die Ausläufer kann es sich dann rasch ausbreiten.

Das Gemeine Seifenkraut benötigt eine regelmäßige Düngung und ausreichend Wässerung für eine optimale Entwicklung. Es ist voll frosthart. Es ist besonders für Steingärten, Beete und Staudenpflanzungen geeignet.

Auch als Schnittblume kann das Gemeine Seifenkraut genutzt werden.

Das Gemeine Seifenkraut als schwache Giftpflanze
In allen Teilen des Seifenkrautes finden sich Saponine in hohen Konzentrationen. Im Laborversuch bringen die Saponine die roten Blutkörperchen zum Platzen. Allerdings werden die Saponine bei Verschlucken des Seifenkrauts kaum aufgenommen, so dass eine echte Vergiftungsgefahr nicht gegeben ist. Bei Überdosierungen kann es jedoch schnell zu Erbrechen, sowie Magen-Darm, Galle und Leber Reizungen kommen.

Daher sollte man sich mit dem Konsum von Seifenkraut-Teezubereitungen (Kaltansatz) eher zurückhalten.



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