Rosenwurz

Rosenwurz (Rhodiola rosea syn. Sedum rosea , Sedum rhodiola)
syn. Rosenrot

Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00239

Siehe auch: Arzneipflanzen Gartenpflanzen

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Von der Gattung Rosenwurz sind etwa 50 Arten bekannt, von denen 2 Arten in Europa vorkommen. In einigen Werken sind die Rosenwurz Arten auch der Gattung Sedum zugeordnet.

Die Rosenwurz war bis vor kurzen eine noch relativ unbekannte Pflanze aus der Familie der Dickblattgewächse. Seitdem jedoch bekannt ist, dass in ihren Wurzeln Stoffe schlummern, welche die Denk- und Merkfähigkeiten deutlich erhöhen, ist das Interesse an ihr geradezu immens gestiegen. Volksmedizinisch wurde sie bereits seit der Zeit der Wikinger als Stärkungsmittel und zur Blutstillung genutzt.

Rosenwurz

Die ausdauernde und langsam wachsende Rosenwurz ist eine der Pflanze der alpinen und subalpinen Höhenlagen von etwa 1.000 – 3.000 Meter Höhe. Sie besiedelt durchlässigen, sickerfeuchten Boden an Felshängen oder auf Schotterflächen. Heimisch ist sie in den Alpen, in Skandinavien, der Arktis, dem Balkan und den Pyrenäen. Bei uns ist die Art extrem selten und gefährdet. Allerdings dürfte durch ihre oben beschriebenen wieder entdeckten Eigenschaften ein größerer Anbau als Arzneipflanze folgen.

Ihren Namen erhielt die Pflanze aufgrund des intensiven rosenartigen Geruchs des angeschnittenen Wurzelstocks.

Sie erreicht eine Wuchshöhe von etwa 25 - 40 cm. Die kahle Pflanze besitzt einfache, aufrechte Stängel. Sie wächst unverzweigt, aufrecht-buschig und bildet schnell kleine Horste aus. Die dicken, fleischigen, blaugrünen Blätter wachsen wechselständig, sind flach-lanzettlich geformt und teilweise gezähnt. Sie sind öfter rot überlaufen, liegen nahe am Stängel an und bilden zum Blattende hin eine Spitze aus.

Rosenwurz Blütenstand

Die vierzähligen, gelblichen Blüten stehen in dichten, halbkugeligen Trugdolden am Ende des Stängels. Die Blüten besitzen einen Durchmesser von etwa 4 – 6 mm und sind ebenfalls gelegentlich rötlich überlaufen. Die vier gelben (an der Spitze roten) Kronblätter sind etwa 2 – 4 mm lang. Aus der Krone ragen die 8 Staubblätter heraus. Die 4 gelben oder roten, schmalen Kelchblätter sind nur ca. 1 – 2 mm lang. Die Pflanze ist eingeschlechtlich (d.h. es finden sich entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten an einer Pflanze). Die männlichen Blüten sind intensiv gelb bis rötlich gefärbt, während die kleineren weiblichen Blüten eine schwache grün-gelbe Farbe besitzen. Die Blüten werden vorwiegend durch Fliegen bestäubt. Es bilden sich vier, erst grüne und später braune Balgfrüchte von etwa 6 – 12 mm Länge aus.

Die Rosenwurz blüht in den Monaten Mai bis August.

Sie bildet einen knollenartigen, vierköpfigen Wurzelstock mit dicken fleischigen Rhizomen aus.

In einigen Ländern wird aus der Rosenwurz auch Gemüse oder Tee zubereitet.

Rosenwurz als Arzneipflanze
Zur arzneilichen Nutzung werden die Wurzeln herangezogen. Zunächst wurde die Rosenwurz vornehmlich in den Osteuropäischen Ländern, Russland und Skandinavien intensiv erforscht und genutzt. Aber auch in Asien kam die Rosenwurz zum Einsatz und wurde dort „Goldene Wurzel“ genannt.

Volkstümlich wurde die Rosenwurz gegen Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwächen und als allgemeines Stärkungsmittel genutzt. Bei uns wurde die Rosenwurz in den letzten Jahren aufgrund ihrer Unterstützung der Denk- und Lernfähigkeiten bekannt. Zudem soll sie dem Körper helfen können besser mit Stress umzugehen und die geistige Leistungsfähigkeit allgemein zu steigern (Adaptogene Wirkung). Also in etwa vergleichbar mit den Wirkungen der Ginsengwurzel. Die Rosenwurz scheint dabei in den Stoffwechsel der Neuotransmitter im Gehirn einzugreifen. Auch Müdigkeit und Erschöpfungszustände lassen sich erfolgreich mit Rosenwurz behandeln.

Die Wirkung von Rosenwurz kann durch die Kombination mit Mineralien (z.B. Magnesium) und Vitaminen (z.B. B-Vitamine) noch gesteigert werden und wird unter dem Namen Lentaya in Apotheken vertrieben. Es finden sich neben den Phenylpropanoiden (Rosavine) auch Gerbstoffe und antioxidative Inhaltstoffe in der Rosenwurz. Durch diese Antioxidationen kann der Abbau oder die Beschädigung von Gehirnzellen durch Freie Radikale gebremst werden.

Volkstümlich wurde die Rosenwurz als Arzneimittel wegen ihrer blutstillenden Wirkung genutzt.

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind keine Nebenwirkungen bekannt. In sehr hohen Dosen kann es zu Unruhezuständen und Schlaflosigkeit kommen; aufgrund dieser anregenden Wirkung sollte die Einnahme auch grundsätzlich morgens erfolgen.

Rosenwurz Habitus

Rosenwurz als Gartenpflanze
Die Vermehrung der Rosenwurz im Garten erfolgt durch Aussaat oder Teilung im Frühjahr oder Frühsommer.

Der Boden sollte durchlässig, frisch und leicht sauer sein, sowie sich in sonniger oder halbschattiger Lage (am besten an Steinen) befinden. Der Pflanzabstand sollte etwa 25 cm betragen. Die Rosenwurz ist frostbeständig. Sie hat einen ausgeglichenen Nährstoffbedarf und benötigt regelmäßige Wässerung.

Insbesondere für Staudenbeete und Steingärten ist sie sehr gut geeignet.



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