Taubenkropf-Leimkraut

Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris)
syn. Gemeines Leinkraut, Aufgeblasenes Leimkraut

Gattung: Leimkraut (Silene)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00238

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Das Traubenkropf-Leimkraut gehört zu der Gattung Silene, welche mit etwa 500 Arten (davon ca. 165 in Europa), die umfangreichste Gattung in der Familie der Nelkengewächse ist.

Es ist in ganz Europa verbreitet und kommt stellenweise häufig vor; bis nach Asien Nordamerika und Australien ist es verschleppt. In Höhenlagen findet man es bis 2.500 Meter. Es besiedelt bevorzugt Trockenwiesen, Magerrasen, Böschungen, Felshänge, Schotter und Wegränder. Der Boden sollte trocken, nährstoffarm und etwas kalkhaltig sein, sowie sich in guter sonniger Lage befinden. Oftmals ist sie auch auf neu aufgeschütteten Rohböden zu finden und kann sich so an neu gestalteten Landschaften schnell ansiedeln. Die Art ist in Deutschland weder gefährdet noch geschützt.

Das Taubenkropf-Leimkraut ist eine mehrjährige Pflanze, mit zahlreichen, über dem Boden gebogenen, aufsteigenden Stängeln und einer Wuchshöhe zwischen 20 und 50 cm. Die kahlen, am Grund leicht verholzten Stängel sind nicht klebend. Sie besitzt kahle, blaugrüne, gegenständig wachsende, verschieden schmal geformte Blätter, welche spitz auslaufen. Die unteren Blätter sind mit fast 12 cm Länge deutlich größer als die nur noch 2 cm langen Hochblätter

Die krugartig geformten, weißlich bis rosafarbenen Blüten wachsen in einer lockeren Trugdolde aus 3 - 20 Blüten und sind an den Kronblättern zu etwa 1/3 eingeschnitten. Sie wachsen aufrecht bis leicht nickend. Der wie aufgeblasen wirkende, 15 – 20 mm lange und 6 – 12 mm breite Blütenkelch, aus den 5 zu einer Röhre verwachsenen Kelchblättern, weist etwa 20 rot-grünliche Nerven auf, welche durch Queradern netzartig verbunden sind.

Er ist durch seine Ähnlichkeit mit einem Taubenkropf auch verantwortlich für den Namen des Taubenkropf-Leimkrauts. Die Kelchzähne sind etwa 2 – 3 mm lang. An den Kronblättern finden sich zudem kleine Schuppen. Zehn Staubblätter und Griffel ragen aus der Pflanze heraus. Der Fruchtknoten ist oberständig. Auffälligerweise blicken alle Blüten eines Wuchsortes meist in eine Richtung.

Blüte Taubenkropf-Leimkraut

Durch die stark duftenden Blüten werden Hautflügler und Schmetterlinge (vor allem Nachtfalter) angelockt. Der Nektar findet sich sehr tief in der Blüte, so dass sie von einigen Insekten (z.B. Hummeln) auch am Ende aufgebissen wird. Die kleine endständige, gestielte, etwa 10 mm lange, kugelige Kapselfrucht springt mit 6 Zähnen nach oben hin auf.

Das Taubenkropf-Leimkraut blüht tags und nachts in der Zeit zwischen Mai und September. Es kommen weibliche, männliche und Zwitterblüten (Regelfall) vor. Insbesondere in der Nacht verströmen die Blüten einen intensiven Duft.

Es bildet bis 2 Meter tiefe, rübenartig verholzte Wurzeln, um sich auch bei Trockenheit mit Wasser versorgen zu können. Bestimmte Unterarten (var. humilis) dieser Art können Schwermetalle (insbesondere Zink) im Boden auch in hohen Konzentrationen ertragen.

Einmaliges Mähen ab August verträgt das Taubenkropf-Leimkraut gut und bringt danach oftmals noch eine zweite Blüte hervor.

Die jungen Frühlingstriebe können auch als Gemüse verzehrt werden. Die Pflanze wurde früher volkstümlich auch als Heilpflanze genutzt.

Taubenkropf-Leimkraut als Gartenpflanze
Die tiefwurzelnde, anspruchslose Staude ist eine ideale Pflanze für Stein- und Bauerngärten. Durch ihre lange Blühzeit über den ganzen Sommer kann sie an prominenter Stelle als Blickfang dienen.

Sie kann entweder durch Teilung im Frühjahr oder durch Stecklinge im Frühsommer vermehrt werden. Im Handel finden sich verschiedene gefüllte und ungefüllte Sorten. Der Pflanzabstand kann etwa 20 cm betragen.

Das Taubenkropf-Leimkraut gedeiht am besten in den sonnigen, trocknen und leicht kalkhaltigen Bereichen im Garten. Sie benötigt kaum Wässerung oder Dünger. Die Art ist weitgehend frosthart.



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