Weiße Narzisse

Weiße Narzisse (Narcissus poeticus)
syn. Dichter-Narzisse, Echte Narzisse

Gattung: Narzisse (Narcissus)
Familie: Narzissen-Gewächse syn Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Ordnung:
Lilienartige (Liliales)
Klasse: Einkeimblättrige (Monocotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00237

Siehe auch: Giftpflanzen Gartenpflanzen Frühblüher

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Die auch als Dichternarzisse bekannte Weiße Narzisse ist eine bei uns sehr geschätzte und in vielen Sorten verbreitete Gartenpflanze.

Wildvorkommen sind bei uns sehr selten, sie kommt aber an ihren Standorten in größeren Beständen vor. In Deutschland ist sie im Alpenraum und Südschwarzwald, sowie in einigen ausgewilderten Beständen zu entdecken. Die ausgewilderten Bestände scheinen nicht zu einer echten Einbürgerung zu führen. Bevorzugt wächst sie auf Bergwiesen und in Flusstälern. Sie ist ursprünglich im Mittelmeerraum und dem westlichen Mitteleuropa heimisch und tritt dort häufig vor. Sie bevorzugt frische, nährstoffreiche und kalkarme Lehmböden. Als seltene Pflanze ist die Weiße Narzisse geschützt.

Dichter-Narzisse

Der zweiseitig zusammengedrückte Stängel erreicht eine Länge von etwa 30 – 50 cm. Sie besitzt vier, grau-grüne Blätter die ca. 1 cm breit und 20 – 40 cm lang sind. Die häutige Hochblatthülle ist etwa 3 – 5 cm hoch.

Die stark duftende Pflanze besitzt jeweils eine endständige, napfartige, bis 8 cm Durchmesser messende Blüte, welche leicht nach oben absteht. Die sechs reinweißen Blütenblätter stehen radartig von der engen Blütenröhre ab und bilden so einen sternförmigen Kranz. Die Blütenröhre ist etwa 3 cm lang. Die Kronblütenzipfel sind rundlich, etwa 2,5 cm lang und überlappen sich am Grund. Die 1 – 1,5 cm breite und sehr flache Nebenkrone ist gelb und hat einen orangefarbenen bis roten, gekräuselten Rand. Von den 6 Staubblättern sitzen je 3 höher bzw. tiefer zueinander, dadurch bleiben die unteren 3 Staubblätter in der Blütenröhre eingeschlossen.

Sie blüht in den Monaten April bis Mai.

Die Vermehrung erfolgt durch Zwiebeln als Überdauerungsorgane. Die Zwiebel der Weißen Narzisse hat einen Durchmesser von etwa 4 cm.

Narzissus poeticus wird mit N. radiiflorus zu einer Sammelart (N. poeticus agg.) zusammengefasst. Die Unterart N. radiiflorus ist vor allem in Österreich heimisch. Bei ihr befinden sich alle Staubblätter auf einer Höhe und ragen alle aus der Pflanze heraus. Zudem überdecken sich bei ihr die Blütenhüllblätter nicht am Grund.

Weiße Narzisse als Giftpflanze
Wie auch andere Narzissengewächse, z.B. die Osterglocke, Märzenbecher oder das Schneeglöckchen, ist die Weiße Narzisse giftig. In der ganzen Pflanze und besonders in den Zwiebeln der Weißen Narzisse finden sich giftige Alkaloide, sowie organische Säuren und Oxalate. Eine echte Vergiftungsgefahr besteht meist nur bei Verwechselungen mit Küchenzwiebeln; was in der Folge zu einer größeren Giftaufnahme führen kann.

Typische Vergiftungssymptome sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und bei großen Mengen auch Lähmungserscheinungen und Kreislaufkollaps. Bei äußerlichem Kontakt mit dem Pflanzensaft kann es zu einer Narzissendermatitis kommen.

Die Weiße Narzisse ist für Säugetiere und Vögel tiergiftig.

Weiße Narzisse als Gartenpflanze
Die weiße Narzisse wird bereits seit vielen tausenden Jahren als Gartenpflanze genutzt. Im Handel finden sich viele Sorten in verschiedenen Blütenfarben und –formen. Sie benötigt nährstoffreichen, feuchten, durchlässigen Boden. Allerdings verträgt sie, wie alle Zwiebelpflanzen, keine Staunässe, da die Zwiebeln schnell verfaulen.

Zu der Vermehrung von Narzissen greift man idealerweise auf vorhandene Pflanzen zurück und entfernt die Tochterzwiebeln zur Pflanzung. Alternativ können die Zwiebeln auch im Handel erworben werden. Aber auch eine Zucht aus den Samen ist möglich, dazu werden die Samen im Herbst in eine Schale gepflanzt und mit nur wenig Erde bedeckt. Sie sollte bei etwa 6 – 8 Grad, nicht zu trocken stehen. Nach etwa 2 Jahren können die Keimlinge in das Anzuchtbeet gepflanzt werden. Bis die neuen Zwiebeln Blüten bilden können etwa 3 – 5 Jahre vergehen. Eine Nachzucht der Sorten bei unkontrollierter Bestäubung ist allerdings sicher nicht möglich.

Die Weiße Narzisse kann auch als Schnittblume genutzt werden.



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