Leberblümchen

Leberblümchen (Hepatica nobilis syn. Anemone hepatica)
syn. Märzblümchen, blaues Windröschen, Leberkraut

Gattung: Leberblümchen (Hepatica)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Ordnung : Hahnenfußartige (Ranunculales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00232

Siehe auch: Giftpflanzen Arzneipflanzen Gartenpflanzen

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Das Leberblümchen gehört in Mitteleuropa zu den bekannten, heimischen Frühblühern. Sein Verbreitungsgebiet liegt in den Wäldern der nördlichen Halbkugel, mit dem Schwerpunkt Europa. Man kann es in lichten Laubwäldern, Gebüschen und an Wegrändern neben dem Buschwindröschen, dem Scharbockskraut und den frühen Veilchen gut erkennen. Es bevorzugt lichte bis sonnige, nicht zu trockene, kalkhaltige Böden mit hohem Lehmanteil. Das Leberblümchen ist eine gute Zeigerpflanze für Kalkböden. Im Tiefland ist es selten verbreitet, in Mittelgebirgen dagegen etwas häufiger. Das mehrjährige Leberblümchen tritt meist in größeren Beständen auf, ist aber eher selten anzutreffen. Es steht daher in Deutschland unter Naturschutz. Es gehört zu der Gattung Hepatica, welche in Europa mit 2 Arten und bei uns mit nur einer Art vertreten ist.

Leberblümchen Habitus

Es handelt sich um eine ausdauernde, krautige Pflanze, mit einer Wuchshöhe zwischen 10 und 15 cm. Die 3 großen, dreilappigen Hochblätter erscheinen gegen Ende der Blühzeit und überdauern bis in den Winter. Sie sind lang gestielt, besitzen einen herzförmigen Grund und sind oberseits dunkelgrün und unterseits rotbraun gefärbt. Die einzelnen, kräftigen Teilblätter sind ganzrandig. Aus dem Wurzelstock entspringen mehrere kurze, behaarte, aufrechte oder leicht gebogene Stängel.

Der Name der Pflanze leitet sich aus dem lappigen Aufbau der Blätter ab, welche in ihrer Form der Leber ähneln.

Stets eine endständige Blüte mit etwa 2 - 4 cm Durchmesser, sitzt einzeln auf drei kelchartigen Hochblättern. Die Blüte schließt sich leicht nickend gegen Abend oder bei schlechtem Wetter. Die 6 – 10 Blütenblätter sind meist leuchtend blau, können aber auch selten rosa bis weiß gefärbt sein. Es sind zahlreiche weiße Staubblätter und einsamige Fruchtknoten vorhanden. Während der kurzen Blühzeit verdoppelt sich die Länge der Blütenblätter. Die behaarten, länglichen Nussfrüchtchen werden von Ameisen verbreitet.

Das Leberblümchen blüht in den Monaten März und April, allerdings blüht die einzelne Pflanze jeweils nur etwa eine Woche. Die Bestäubung erfolgt durch diverse Insekten, z.B. Käfer, Schmetterlinge oder Schwebfliegen, für die das Leberblümchen einen wichtigen sehr frühen Pollenlieferanten darstellt. Es bildet kurze, dunkelbraune Rhizome von faseriger Struktur aus. Die Wurzeln können bis 50 cm tief wachsen. Das Leberblümchen vermehrt sich durch Samen und Ausläufer.

Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Pflanzen gibt es kaum.

Blüte Leberblümchen

Das Leberblümchen als Arzneipflanze
Volkstümlich wurde das Leberblümchen früher aufgrund der Signaturenlehre bei Gallen- oder Leberleiden eingesetzt. Verwendet wurden die Blätter (Hepatica triloba). In der Homöopathie wird es gegen Bronchitis und Lebererkrankungen eingesetzt. Eine Verwendung in der modernen Naturheilkunde oder in Fertigarzneimitteln ist kaum gegeben.

Das Leberblümchen als schwache Giftpflanze
Ganz sicher ist das Leberblümchen keine typische Giftpflanze. Es enthält aber ähnlich wie z.B. das Busch-Windröschen, Küchenschellen oder das Große Windröschen den giftigen Stoff Protoanemonin in geringen Mengen und ist daher schwach giftig. Bei der Trocknung zerfällt das Protoanemonin, so dass das Leberblümchen nur frisch giftig ist. Bei direktem Hautkontakt z.B. durch den Milchsaft kann es Hautreizungen und Blasenbildung kommen. Wird die Pflanze in größeren Mengen frisch aufgenommen, kommt es zu Erbrechen, Krämpfen, Schwindel und Lähmungserscheinungen.

Das Leberblümchen als Gartenpflanze
Dem Hobbygärtner stehen verschiedene Zuchtsorten (auch mit weißen und roten Blüten) des Leberblümchens zur Auswahl. Während es bei uns (u.a. wegen der kurzen Blühdauer) nur selten in Gärten zu entdecken ist, ist es in Asien (insbesondere in Japan) eine sehr beliebte Gartenpflanze. Dort sind dann alle Farben und auch gefüllte Sorten in Handel verfügbar. Da die Blühdauer sehr kurz ist, sollte das anspruchslose Leberblümchen immer in Kombination mit anderen Pflanzen (z.B. Strahlenanemonen, Duftveilchen, Lerchensporn oder Christrosen) gesetzt werden.

Sie gedeihen sehr gut im Halbschatten auf schweren, kalkhaltigen Böden z.B. in den Schattenbereichen eines Bauerngartens oder Waldstaudenbeet. Staunässe verträgt das Leberblümchen schlecht. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat, Ausläufer oder Teilung. Leberblümchen wachsen sehr langsam und es können einige Jahre vergehen bis sie blühen.



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