Acker-Rittersporn

Acker-Rittersporn (Consolida regalis) syn. Delphinium consolida
syn. Feld-Rittersporn

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Ordnung : Hahnenfußartige (Ranunculales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00232

Siehe auch: Giftpflanzen Arzneipflanzen Gartenpflanzen

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Der Acker-Rittersporn gehört zu den bekannten Wildpflanzen unserer Heimat und ist zugleich die bei uns am häufigsten wild wachsende Ritterspornart. Als Gartenpflanze hat er nur geringe Bedeutung, dort findet man häufiger den Hohen Rittersporn oder den Garten-Rittersporn bzw. deren Hybriden. Trotzdem sind auch von dem Acker-Rittersporn einige Kultursorten bekannt. Es handelt sich eine ursprünglich südeuropäische Pflanze, die heute in ganz Europa, Kleinasien und Nordamerika, vor allem in tieferen Lagen, verbreitet ist. Der einjährige Acker-Rittersporn ist, ähnlich wie der Acker-Wachtelweizen, durch die massive Bekämpfung von Unkräutern in Feldern, sehr selten geworden.

Er benötigt humosen, kalkreichen, warmen Boden mit hohem Lehmanteil. Typischerweise findet man ihn an Wegrändern und Getreidefelde, sowie auf Öd- oder Brachland. Er ist eine Zeigerpflanze für kalkhaltige Böden.

Der Name Rittersporn leitet sich von der Form (Sporn) des hintersten Blütenhüllblattes ab.

Feld-Rittersporn

Es handelt sich bei dem Acker-Rittersporn um eine zierliche, oberwärts verästelte Pflanze. Der aufrechte, stark verzweigte, einzelne Stängel erreicht eine Wuchshöhe von etwa 20 - 50 cm und ist leicht behaart. Die wechselständigen, handförmigen Stängelblätter sind im unteren Bereich kurz gestielt und nach oben hin fast sitzend. Sie sind mehrfach 3-teilig, bis zum Grund in ca. 2mm breite Zipfel geschnitten. Die unteren Blätter sind deutlich stärker geteilt, als die oberen Blätter. Alle Blätter sind grau-wollig behaart.

Die zahlreichen, leuchtend blau-violetten (selten weißen) Blüten des Acker-Rittersporns stehen in losen, wenig dichten, endständigen Rispen. Die einzelnen Rispen umfassen etwa 3 -7 Einzelblüten. Die Blüten bestehen aus jeweils 5 Blütenblättern, von denen das obere Blütenblatt als langer Sporn entwickelt ist. Die zweiseitig symmetrischen Blüten besitzen einen Durchmesser von etwa 1,5 - 2cm, ohne Sporn. Der ca. 2 -3cm lange Sporn wächst wagerecht bis leicht schräg nach oben. Der Sporn des Acker-Rittersporns ist etwas länger, als der Sporn vom Garten-Rittersporn. Die zwei Nektarblätter sind miteinander verwachsen. Der Fruchtknoten ist kahl. Die Staubblätter stehen in 5 Reihen schraubig angeordnet. Die sehr schmalen Tragblätter sind kürzer, als die Blütenstiele.

Der Acker-Rittersporn ist eine typische Hummelpflanze, da der Nektar am Sporngrund abgesondert wird und nur von Hummeln (oder einigen Schmetterlingen) mit ihrem langen Rüssel erreicht werden kann. So ist gesichert, dass die Insekten die Blüte bestäuben müssen, wenn sie den Nektar erreichen wollen.

Der Acker-Rittersporn blüht in der Zeit zwischen Juni und September. Die Früchte des Acker-Rittersporns sind Balgkapseln, die bei Berührung – ähnlich wie bei dem Springkraut -  weit fortgeschleudert werden. Die Vermehrung erfolgt über die Samen.

Seine Wurzeln reichen bis etwa 50cm in den Boden.

Blütenstand Acker-Rittersporn

Acker-Rittersporn als Giftpflanze
Der Acker-Rittersporn (wie auch die anderen Ritterspornarten) enthält verschiedene hochgiftige Alkaloide vom Diterpen- und Norterpentyp in geringen Menge, so dass man ihn insgesamt als schwach giftig einstufen kann. Diese Alkaloide kommen bekannter weise vor allem in dem extrem giftigen Blauen Eisenhut vor, allerdings in deutlich höherer Konzentration. Das Gift findet sich vor allem in den Samen vom Acker-Rittersporn.

Der Vergiftungsverlauf entspricht dem des Blauen Eisenhutes. Dabei wirken die Alkaloide zunächst zentral anregend und danach schnell lähmend auf die Nervenbahnen. Nach Aufnahme größerer Mengen Gift, kann es Kribbelgefühlen an den Nervenbahnen kommen. Der Tod kann durch Atemlähmung oder Herzversagen eintreten, was aufgrund der nicht so starken Giftwirkung extrem selten vorkommt. Bei Vergiftungen kann nach der primären Giftentfernung (.B. Erbrechen) medizinische Kohle gegeben werden.

Der Acker-Rittersporn ist tiergiftig und für z.B. Pferde, Kühe, Hunde und Katzen eine Gefahr.

Acker-Rittersporn als Arzneipflanze
Während das Kraut und die Samen des Acker-Rittersporns giftig sind, enthalten die Blüten keine Giftstoffe. Für arzneiliche Zwecke werden daher die getrockneten Blüten, Flores Calcatrippae, genutzt. Sie besitzen schwach harntreibende Eigenschaften und finden in Nieren- und Blasentees Verwendung. Zudem dienen die Ritterspornblüten als Zier- und Schönungsdroge in Teemischungen.

Acker-Rittersporn als Gartenpflanze
Der Acker-Rittersporn gilt als anspruchslose Sommerblume für sonnige Gartenbereiche. Die Aussaat kann im frühen Frühjahr an sonnigen Plätzen erfolgen. Alternativ kann bereits im Herbst gesät werden, da die Rittersporne Kaltkeimer sind. Hier sollten die Pflanzen geschützt stehen, da sie nur begrenzt winterhart sind.

Die Rittersporne brauchen ausreichend Wässerung. Verblühte Blüten können entfernt werden, um die Blühdauer zu verlängern. Da der Rittersporn relativ schnell wächst, ist er für etwas(!) Dünger ein dankbarer Abnehmer. Er ist für Bauern- oder Langhausgärten besonders gut geeignet.

Der Acker-Rittersporn gehört zu den Gattung Consolida und ist einjährig, fast alle Gartenrittersporne sind Hybriden der Gattung Delphinium und sind mehrjährig.



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