Arnika Blüte

Arnika (Arnica montana)
syn. Bergwohlverleih, Bergdotterblume, Johannisblume

Gattung: Arnika (Arnica)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Ordnung: Korbblütengewächse (Asterales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00230

Siehe auch: Arzneipflanzen Gartenpflanzen

► mehr Pflanzen

Blume des Jahres 1986 / Arzneipflanze des Jahres 2001


Die Arnika gehört neben Schafgarbe, Kamille und Tausendgüldenkraut zu den bekanntesten Heilpflanzen in Deutschland und wird auch heute noch sehr häufig eingesetzt. Allerdings ist sie erst seit Ende des Mittelalters als Arzneipflanze bei uns bekannt.

Die Arnika ist in ganz Europa bis nach Südskandinavien, sowie Mittelasien und Nordamerika verbreitet. Sie wächst auf nährstoffarmen und damit stickstoffarmen Böden mit geringem Kalkanteil. Man findet sie auf Wiesen (oft in Höhenlagen), in Moorgebieten und lichten Nadelwäldern, sowie in Sandbodenbereichen. In Höhenlagen kommt sie bis etwa 2.700 Meter auf kalkfreien Lehmböden vor. Sie gilt als Zeigerpflanze für saure Böden.

Arnika-Wildvorkommen sind selten geworden und stehen unter Naturschutz. Ihr Rückgang im Bestand findet seine Ursache vornehmlich in der Düngung von vormaligen Magerwiesen. Für die Verwendung als Arzneipflanze werden feldmäßig angebaute Vorkommen, vor allem in Ost- und Südeuropa, genutzt.

Arnika - Arnica montana

Es handelt sich um eine ausdauernde, stark aromatisch riechende Staudenpflanze.

Die Arnika erreicht eine Wuchshöhe von etwa 20 – 60cm. Die ganze Pflanze ist drüsig behaart. Die aufrechten, oft bräunlich überlaufenen Stängel sind nur im Blütenstandsbereich verzweigt.

Die grundständige, am Boden anliegende Blattrosette besteht aus hellgrünen, ganzrandigen, derben Blättern ohne Stiel, von etwa 15 cm Länge und 4 cm Breite.

Die wenigen (1 – 3 Paare) Stängelblätter wachsen sitzend gegenständig, sind schmaler, spitz auslaufend und kleiner als die Grundblätter. Die Arnika ist eine der wenigen Korbblütler welche gegenständige Blätter besitzen.

Die großen dottergelben Blüten sitzen, einzeln oder bis maximal 5 Blüten, endständig an kräftigen langen Stängeln und besitzen – mit Randblüten -  einen Durchmesser von fast 8cm. Unterhalb der oberen Blüte finden sich meist in den Achseln des obersten Laubblattpaares zwei weitere Blüten. Die schmalen, etwa 1,5 cm langen Hüllblätter sind in 2 Reihen angeordnet und z.T. drüsig behaart. Die kräftigen, gelben 15 – 25, nur weiblichen Zungenblüten ragen weit aus der Blüte heraus und werden von 7 – 12 kräftigen Nerven durchzogen. Die zwittrigen Scheibenblüten sind ebenfalls goldgelb. Der flache Körbchenboden besitzt keine Spreublätter. Verfälschungen in der Arnika-Arzneidroge sind an einer geringeren Anzahl Zungenblütennerven zu erkennen z.B. Nordamerikanische Wiesenarnika (Arnica chamissonis) oder die Gartenringelblume (Calendular officinalis).

Der Körbchenboden ist dicht behaart und wird häufig von Bohrfliegen befallen.
Die Haarkrone ist etwas rauborstig.

Die etwa 6 mm langen, schwarzen, 5 -10rippigen Früchte (Achänen) besitzen einen einreihigen Haarkranz. Die kurz behaarten Früchte sind grünlich bis schwarz gefärbt.

Die Arnika blüht zwischen Mai und August.

Der waagerechte, schwärzliche Wurzelstock der Arnika ist dick und kräftig ausgebildet. Für die natürliche Verbreitung über Samen oder Ausläufer benötigt die Arnika freie Bodenstellen.

Arnika als Arzneipflanze
Für die arzneiliche Nutzung der Arnika werden hauptsächlich die Arnikablüten bzw. getrocknete Blütenstände (Arnicae flos) verwendet. Selten werden die Wurzeln (Radix Arnicae) oder das Kraut (Herba Arnicae) genutzt.

Sie enthält vor allem ätherische Öle, Bitterstoffe, Cumarine, Kaffeesäuren und Flavonoide. Hauptinhaltstoffe sind die Allergie auslösenden Sequiterpenlactone Helenalin und Dihydrohelenalin.

Zubereitungen aus Arnika (z.B. Tinkturen und Salben) werden i.d.R. äußerlich angewandet. Arnika wirkt entzündungshemmend, antiseptisch, und wundheilungsfördernd. Hauptanwendungsgebiete sind eiternde Wunden, stumpfe Verletzungen wie Quetschungen und Blutergüsse, da Arnika zusätzlich die Resorption beschleunigt und die Durchblutung erhöht. Auf Haut und Schleimhaut kann Arnika leicht reizend wirken, bzw. in hoher Konzentration Hautschäden verursachen. Arnika wird auch in Pinselungen und Spülungen bei Zahnfleisch- und Mundentzündungen genutzt.

Für Umschläge brüht man 1 El Arnikablüten mit 150ml Wasser auf und lässt es 10 min ziehen.

Arnika Habitus

Bei der seltenen und nicht mehr zu empfehlenden, inneren Anwendung von Arnika als Tee oder Tropfen stehen Anwendungen an Herz, Venenerkrankungen und der Atmung im Vordergrund. Arnika wirkt innerlich positiv innotrop d.h. die Schlagkraft des Herzens stärkend und gefäßerweiternd. Um die Gefahr einer Vergiftung durch Sequiterpenlactone zu vermeiden, sollte Arnika bei innerlicher Anwendung nur als gut dosierbares Fertigarzneimittel genutzt werden.

Bei der Einnahme zu hoher Dosen kann es zu Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Erbrechen und Durchfall bis zum Kollaps kommen.

Neuerdings wird Arnika auch in der biologischen Krebstherapie angewandt, da sie auch zytostatische Eigenschaften hat.

Wie bei allen Korbblütlern, löst auch die Arnika durch Kontakt leicht eine Korbblütlerallergie aus.

Bei längerer oder hoch dosierter, äußerlicher Anwendung kann es durch den Inhaltstoff Arnicin leicht zu einer ödematösen Dermatitis und folgender Bläschenbildung bis hin zu Nekrosen kommen. Arnika-Tinkturen sollten daher nicht unverdünnt angewandt werden.

In der Homöopathie werden Arnikablüten und -Wurzeln verwendet.

Arnika als Gartenpflanze
Sie bildet durch die vegetative Vermehrung schnell kleine Horste aus. Die Arnika ist durch ihre schönen Blüten ein guter Blickfang und lockt auch viele Schmetterlinge und andere Insekten an. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat der Samen.

Die Aussaat kann im Herbst mit den frischen Samen in einem kühlen Gefäß erfolgen. Die Auspflanzung ins Freie erfolgt dann im Folgejahr. Der Pflanzabstand sollte mind. 25 cm betragen. Arnika benötigt keinen Dünger und etwas Wässerung. Der Boden sollte frisch und leicht sauer sein. Arnica montana ist eine anspruchsvolle Gartenpflanze und nur schwer zu ziehen. Sie ist gut Bauern- und Steingärten geeignet.

Andere Arnika Arten wie die Alpenarnika (Arnica angustifolia) oder die Nordamerikanische Wiesenarnika (Arnica chamissonis) lassen sich einfacher im Garten halten.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Arnika

Natur-Lexikon.com