Akelei

Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris)
syn. Wald-Akelei, Adlerblume, Elfenschuh - Englisch: Columbine

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Ordnung : Hahnenfußartige (Ranunculales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00228

Siehe auch: Giftpflanzen Arzneipflanzen Gartenpflanzen

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Blume des Jahres 1985


Die Akelei ist eine der beliebtesten Stauden-Gartenpflanzen in Deutschland. Man findet sie in vielen Zuchtformen und –farben. Aber auch als Wildpflanze ist sie in fast ganz Europa, Nordafrika bis zum Kaukasus verbreitet und fehlt nur in Teilen Südeuropas. Sie fehlt oftmals im Tiefland oder auf Sandböden ganz. Typischerweise findet man die Gemeine Akelei in lichten Laubwäldern, an Waldrändern und auf Gebirgs- Trockenwiesen. Sonnige bis halbschattige, kalkreiche, lockere Böden werden gern von ihr besiedelt. Die Wildbestände der Gemeinen Akelei sind jedoch zurückgehend, in einigen Gebieten Deutschlands gilt sie als gefährdet und ist entsprechend geschützt. Sie tritt meist in individuenarmen Beständen auf.

Blütenstand Akelei

Die Gemeine Akelei (A. vulgaris) wird zusammen mit der Dunklen Akelei (A. nigricans) und der Schwarzen Akelei A.atrata) zu einer Sammelart zusammengefasst. Die Unterschiede zwischen den Arten dieser Sammelart liegen in der Staubblattlänge und Blütenfarbe, sind jedoch sehr variabel und oft vermischt.

In dem Namen Akelei steckt der Begriff „ak“, was soviel wie scharf oder spitz bedeutet und sich auf den Sporn bezieht.

Gemeine Akelei

Die Gemeine Akelei erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 80cm und eine Breite von gut 40cm. Es handelt sich um eine wenige Jahre lebende, krautige Pflanze. Aus der kräftigen Blattrosette wachsen, verzweigte Stängel, an denen endständig die glockigen Blüten hängen. Der kräftige Stängel ist im oberen Abschnitt deutlich behaart.

Die unteren Blätter sind lang gestielt und doppelt dreiteilig; die Teilblätter sind dreilappig gekerbt. Die oberen Blätter sind fast sitzend. Alle Blätter sind wechselständig, blaugrün gefärbt und handförmig bis rundlich gewachsen. Nach der Blütezeit vergilben die Laubblätter.

Gartenform Akelei

Die ca. 3 - 5cm langen, blau-violetten (selten rosa oder weißen) Blüten wachsen lang gestielt, leicht nickend und besitzen eine auffällige Besonderheit. Die fünf gefärbten Kelchblätter laufen am Ende in spornartige, gebogene Fortsätze aus, was den Blüten ihre typische Form verleiht. Der nach innen gekrümmte Sporn ist etwa 2 -3cm lang. Viele Zuchtformen besitzen einen deutlich verlängerten Sporn. Die Staubblätter hängen etwas aus der Blüte heraus.

Die Akelei blüht in den Sommermonaten zwischen Ende Mai und Juli. Sie wird vorwiegend von Hummeln mit einem langen Rüssel bestäubt, da sich der Nektar, ähnlich wie bei dem Rittersporn, am Ende des Sporns sammelt. Einige kräftige Bienen und Hummeln können den Sporn auch am Ende aufbeißen und „rauben“ so den Nektar, ohne die Pflanze zu bestäuben. Die Staub- und Fruchtblätter reifen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, wodurch eine Selbstbestäubung ausgeschlossen wird.

Die gemeine Akelei bildet eine mehrteilige, aufrecht stehende, 2-3cm lange, drüsig behaarte Balgfrucht mit schwarzen, glänzenden etwa 2,5mm langen Samen. Bei der Reifung der Früchte trocknen die Balgfrüchte und aus ihnen werden durch Wind oder Berührung mit Tieren die reifen, trocknen Samen heraus geschleudert.

Die kräftigen Pfahlwurzeln wachsen rübenförmig.

Die Gemeine Akelei als Giftpflanze
Die Akelei enthält Blausäure-Glykoside (cyanogene Glykoside) in geringen Mengen und ist dadurch schwach giftig. Zudem enthält sie Isochinolinalkaloide wie z.B. Magnoflorin. Insbesondere die Isochinolinalkaloide können auf der Haut zu Reizung und Nekrosen führen. Nach innerer Aufnahme zeigen sich die klassischen Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall bis zu Atemnot. Erstmaßnahmen sind das Auslösen von Erbrechen und die Gabe von Aktivkohle. Das Gift befindet sich in der ganzen Pflanze, im Besonderen jedoch in den Samen. Vergiftungen durch die Akelei sind, aufgrund der geringen Giftigkeit allgemein selten.

Die Gemeine Akelei als Gartenpflanze

Sie ist eine beliebte, winterharte, jedoch kurzlebige Staudenpflanze, welche in vielfältigen Formen und Blütenfarben, gefüllt wie ungefüllt, angeboten wird. Seit dem Mittelalter ist die Akelei in europäischen Gärten zu finden. Die Akelei bevorzugt halbschattige Plätze auf kalkhaltigen Böden. Die neue Aussaat erfolgt im Frühjahr; alternativ können im Herbst oder Frühwinter auch die Wurzelstöcke geteilt werden. Die Aussaat sollte nicht zu tief erfolgen, da die Akelei ein Lichtkeimer ist. Der Saatabstand beträgt etwa 25cm.

Ist Sie bereits im Garten vorhanden, sät sie sich meist von selber wieder aus. Aber Achtung, die Nachsaat aus eigenem Saatgut kann zu abweichendem Aussehen führen. Die Akelei benötiget einen nährstoffreichen Boden und regelmäßige Düngung und Wässerung. Der Boden sollte offen sein und nicht von den Wurzeln anderer Pflanzen durchdrungen. !Hautkontakt mit dem Pflanzensaft kann zu Hautschäden führen!

Aufgrund der kräftigen Stängel kann sie auch als Schnittblume gezogen werden.

Die Gemeine Akelei als Arzneipflanze
Zur arzneilichen Nutzung wurde nur das getrocknete Akeleikraut (selten nur die Samen) herangezogen. Volkstümlich wird es bei Leber- und Galleleiden, sowie äußerlich bei Hautentzündungen genutzt. In der Homöopathie wir Akelei bei Nervosität und Schwächezuständen eingesetzt.

Aufgrund Ihrer Giftigkeit wird die Akelei heute fast nicht mehr eingesetzt.



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