Große Kapuzinerkresse

Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Familie: Kapuzinerkressegewächse (Tropaeolaceae)
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales )
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00227

Siehe auch: Gartenpflanzen Gewürzpflanzen Arzneipflanzen

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Die Kapuzinerkresse ist eine Staudenpflanze, welche in Südamerika (vor allem Peru) heimisch ist. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde sie in Europa eingeführt. In Europa wird sie als üppig blühende Zier- und Nutzpflanze in vielen Zuchtformen verwendet. Sie ist nicht winterfest und daher bei uns nur einjährig wachsend. Hin und wieder ist sie verwildert in der Nähe von Schrebergärten zu entdecken. Ihren Namen verdankt die Kapuzinerkresse ihrer Blütenform, welche den Kapuzen der Mönche ähnlich sieht.

Es handelt sich um eine bis 30cm hohe und bis 400cm lange kriechende Pflanze. Die niederliegenden Stängel sind kahl und fleischig. Mit Hilfe von Rankhilfen kann sie einige Meter hoch wachsen. Die langen Blätterstiele können, wie die Blütenstiele, als Rankstützen dienen. Die fleischigen, gestielten, hellgrünen Blätter wachsen wechselständig, schildförmig bis rundlich mit einer Länge von etwa 3 – 6cm und besitzen einen glatten Rand. Sie sind leicht gewellt und haben eine wachsartige Oberfläche, von der Wasser und Schmutz lotusartig abperlt. Die ganze Pflanze duftet leicht aromatisch.

Blüte Kapuzinerkresse

Die gelben bis roten, intensiv duftenden Blüten besitzen einen langen, nur wenig gekrümmten Sporn der aus der Blütenkrone nach hinten herauswächst. Die Blüten stehen einzeln, an langen Stielen in den Achseln der Blätter. Die Blüte besteht aus 5 Kelchblättern und 5 Kronblättern; der Kelch ist verwachsen und läuft in den Sporn aus. Acht Staubblätter sind vorhanden. Die Früchte sind aus 3 Fruchtblättern gebildet und zerfallen in 3 einsamige Spaltfrüchte.

Die Kapuzinerkresse blüht in den Monaten Mai bis Oktober.

Die Große Kapuzinerkresse besitzt weder Knollen noch Rhizome.

Kapuzinerkresse als Arzneipflanze
Arzneilich genutzt wird das Kraut (Herba Tropaeoli). Es enthält wirksame Senfölglykoside (z.B.Glucotropaeolin, welches zu Benzylsenföl verstoffwechselt wird). Sie wirken schwach antibiotisch und werden z.B. bei Infekten der Atemwege oder Harnwege eingesetzt; zusätzlich wird das Abhusten von Schleim beschleunigt.

Kapuzinerkresse fördert auch die Verdauung. Auch ein gepresster Frischsaft aus der ganzen Pflanze ist möglich, dabei sollten etwa 20-30g je Tag nicht überschritten werden. Kapuzinerkresse verstärkt auch die körpereigenen Abwehrkräfte und regt den Appetit an.

Kapuzinerkresse als Nahrungspflanze
Es werden die Blüten, Blätter und die (unreifen grünen) Samen der Kapuzinerkresse als Nahrungsmittel genutzt. Vor allem in Salaten werden die Blätter und Blüten verwendet, sie sind pikant im Geschmack und zudem sehr vitaminreich.

In Salz und Essig eingelegte Blütenknospen der Kapuzinerkresse wurden früher als Deutsche Kapern verwendet. Der scharfe Kressegeschmack (ähnlich wie bei der Gartenkresse) entsteht vor allem durch die o.g. Senföle.

Die Blätter und Blüten sollten im Sommer frisch geschnitten werden. Die Blüten dienen oftmals als essbarer Blickfang auf Salat oder Käsetellern.

Kapuzinerkresse als Gartenpflanze
Die Kapuzinerkresse wird im Frühjahr in Töpfen vorgezogen und erst zu Beginn des Sommers in den Garten gepflanzt, da sie sehr frostempfindlich ist. Eine Direktaussaat ab Mitte Mai ist auch möglich. Kapuzinerkresse benötigt frische, humose, nicht zu nährstoffreiche Erde. Der Standort sollte nicht in der prallen Sonne liegen, sondern eher im Halbschatten. Sie kann aber auch bei Vollschatten gut gedeihen. Sie wächst zudem gut im Töpfen oder Kübeln.

Die Kapuzinerkresse ist eine typische Zierpflanze der Bauerngärten. Sie wächst sehr schnell an Zäunen oder Spalieren entlang. Ihr aromatischer Geruch soll Schädlinge fernhalten und dient so einem gesunden Garten.

Eine regelmäßige Wässerung der Kapuzinerkresse ist notwendig. Die Samenansätze sollten entfernt werden, um die Blühdauer zu verlängern. Eine Düngung ist nur in kleinem Umfang notwendig; zuviel Dünger führt hingegen zu vielen Blättern und wenig Blüten.Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat und Vorzucht. Im Garten sät sie sich selber aus und läuft an gleicher Stelle im Folgejahr wieder auf.



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