Echte Goldrute

Gemeine Goldrute (Solidago virgaurea)
syn. Echte Goldrute, Goldwundkraut
Englisch: European goldenrod

Gattung: Goldruten (Solidago)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Ordnung: Korbblütengewächse (Asterales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com
Dokument: MZ 00225

Siehe auch: Arzneipflanzen Gartenpflanzen

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Die Echte Goldrute gehört neben z.B. der Kamille oder Arnika zu den bekannten und schon historisch genutzten Arzneipflanzen in Deutschland. Sie gehört zu der Gattungsgruppe Solidago, welche vor allem in Nordamerika mit mehr als 100 (oft ähnlichen) Arten vertreten ist, davon sind 5 Arten in Europa heimisch. Neben der Echten Goldrute sind in Deutschland noch die Kanadische Goldrute (S. canadensis)und die Späte Goldrute (S. gigantea) bekannte Vertreter. Zudem wird die Goldrute auch als Gartenpflanze genutzt, so dass auch diverse Züchtungen oder Kreuzungen zu beobachten sind.

Gemeine Goldrute Blütenstand

Die Echte Goldrute ist eine ausdauernde krautartige, anspruchslose Pflanze mit Korbblüten und kommt in fast ganz Europa, Nordafrika, Nordamerika und Asien vor, nur im Mittelmeergebiet ist sie selten. Sie wächst in lichten Wäldern, Kahlschlägen, an Hecken, Magerrasen, Heide- und Felsengebiete. In Höhenlagen kommt sie bis in 2500m Höhe vor. Sie bevorzugt lockere, tiefe und eher trockene Böden, auch mit hohem Kalkgehalt. Die Echte Goldrute kommt häufig vor und ist nicht im Bestand gefährdet.

Die mehrjährige Goldrute erreicht mit ihren kaum behaarten, im Blütenbereich verzweigten, aufrechten Stängeln eine Wuchshöhe von etwa 40 – 100cm. Der im unteren Bereich rötlich-braun überlaufene, markhaltige Stängel ist zunächst rundlich und nach oben hin zunehmend gefurcht.

Blätter der Echten Goldrute

Die oberen lanzettlichen Laubblätter wachsen sitzend, ganzrandig, zum Ende zugespitzt, während die gezähnten Blätter am Stängelgrund umgekehrt-eiförmig wachsen und zum Stängel in den geflügelten Blattstiel auslaufen. Alle Blätter wachsen wechselständig.

Die gelben Blüten sitzen in zahlreichen, kurz gestielten Blütenkörbchen von knapp 8mm Durchmesser, mit jeweils 8-12 randständigen Zungenblüten, und bilden eine lockere, dichte Rispe am Stängelende. Die ausgebreiteten Zungenblüten sind länger als die grünlich-gelben, schmal-lineraren, 2 -4reihigen Hüllblätter. Die Scheibenblüten sind als zwittrige, zentrale Röhrenblüten ausgebildet. Die fünf Kronblätter sind zu einer Röhre verwachsen. Fünf Staubbeutel mit unten abgerundeten Staubbeutelhälften sind vorhanden. Der Fruchtknoten ist unterständig. Die braunen, 4-6mm langen Früchtchen (Achänen) sind behaart; der Pappus besitzt eine Reihe 3-5mm langer Borsten.

Die Echte Goldrute blüht in den Monaten Juli bis Oktober. Im blütenarmen Spätsommer bietet sie für viele Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle.

Ihre Wurzeln reichen bis 100cm in den Boden, so dass sie auch gut an trockenen Stellen wachsen kann. Sie bildet keine Ausläufer, sondern vermehrt sich im Wesentlichen über Samen. Die oberirdischen Teile der Pflanze sterben später im Herbst ab. Die Goldrute ist schnittempfindlich und verträgt das Mähen erst im Herbst, nach Beendigung der Blühzeit.

Echte Goldrute als Arzneipflanze

Für Arzneizwecke werden die getrockneten oberirdischen Teile der Pflanze, welche zur Blütezeit geerntet werden, genutzt.

Das Goldrutenkraut (Herba virgaureae) hat einen herben, leicht zusammenziehenden Geschmack. Die Echte Goldrute enthält größere Mengen Flavonoide, Triterpensaponine, Kaffeesäurederivate, ätherische Öle und Gerbstoffe. Da sich die wertvollen Flavonoide vor allem in den Blütenköpfchen finden, sollte der Stängelanteil nicht zu hoch sein.

Volkstümlich, wie auch in der modernen Arzneitherapie wird die Goldrute als entzündungshemmendes und harntreibendes Mittel (Diuretikum) bei entzündlichen Blasen- und Nierenleiden, sowie zur Wasserausschwemmung genutzt. Die Echte Goldrute hat dabei eine direkt leistungssteigernde Wirkung auf die Nieren. Auch bei rheumatischen Entzündungsprozessen wird die Goldrute eingesetzt. Volkstümlich dient sie auch als Bestandteil von Blutreinigungstees. Zudem stärkt die Goldrute zusätzlich das Immunsystem.

Früher wurde die Goldrute auch äußerlich zur Wundheilung bei Geschwüren und schlecht heilenden Wunden eingesetzt. Für die Bekämpfung von Hautleiden bietet sich ein Einsatz als Kompresse an.

Innerlich wird die Echte Goldrute zur Entwässerung als Tee angewendet. Für die Zubereitung als Tee werden etwa 2 TL Goldrutenkraut mit 150ml heißem Wasser übergossen und nach 15min durch ein Teesieb gefiltert. Es können etwa 3 -4 Tassen täglich getrunken werden. Alternativ kann auch ein Kaltansatz gemacht werden.

Im Handel wird häufig die Späte Goldrute (S. gigantea) oder die Kanadische Goldrute (S. canadensis) als Herba Solidaginis angeboten. Diese haben vergleichbare, wenn auch schwächer ausgeprägte Wirkungen. In Fertigarzneimitteln wird Goldruteextrakt neben den o.g. Anwendungsgebieten auch bei Venenerkrankungen zur Gefäßabdichtung eingesetzt. Hier sind es vor allem die Flavonoide wie z.B. Querecitrin und Rutin, welche die Durchblutung der Venen fördern. Zudem ist sie in fast allen Blasen- und Nierentees enthalten.

Während der Einnahme von Goldrutenzubereitungen sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Insbesondere bei dem Einsatz als Durchspülungstherapie bei Harnsteinen oder Nierengrieß. Bei Wassereinlagerungen infolge eingeschränkter Nieren- oder Herztätigkeit sollte keine Goldrute eingesetzt werden.

Wie fast alle Korbblütler kann auch die Goldrute eine Kontaktallergie auslösen.

Obwohl für alle 3 heimischen Goldrutenarten Wirksamkeitsnachweise vorliegen, ist doch die Echte Goldrute den anderen Arten in der Wirksamkeit deutlich überlegen und wird daher vorrangig eingesetzt.

Goldrute als Gartenpflanze

Für die Nutzung in Gärten kommen oftmals diverse Hybride von Goldruten (oft mit Basis von S. canadensis) zum Einsatz.

Die Gartensorten sind häufig deutlich anspruchsvoller, als die Wildformen. Sie benötigen frische, nährstoffreiche Böden in sonniger Lage. Die Aussaat kann im Frühjahr erfolgen. Der Pflanzabstand sollte bei etwa 30cm liegen. Im späten Herbst kann die Goldrute dann zurück geschnitten werden. Die mehrjährigen Goldruten sind nicht frostempfindlich. Wässerung und Düngung sind nur in geringem Umfang notwendig. Sie ist bei Insekten sehr beliebt und dient auch als Bienenweide im Spätsommer. Zur Vermehrung können die Goldruten im Frühjahr geteilt werden.

Die Goldrute wird auch als Schnittpflanze genutzt.

Die Echte Goldrute kann als Färberpflanze eingesetzt werden, sie bewirkt dabei einen goldgelben Farbton.

Alpen-Goldrute (ohne Abbildung)

In den Höhenlagen findet sich eine Unterart der Echten Goldrute, S.virgaurea ssp. minuta (syn. S.virgaurea ssp. alpestris).

Es handelt sich um eine niedrig wachsende, polsterbildende Staude mit ledrigen, lanzettlichen, gesägten Blättern. Die ca. 8mm breiten, goldgelben Blütenköpfe stehen in kleinen, etwa 3cm langen Rispen.



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