Mais

Mais (Zea mays)

Familie: Süßgräser syn. Echte Gräser (Poaceae)
Ordnung:
Lilienartige (Liliales)
Klasse: Einkeimblättrige (Monocotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00213

Siehe auch: Arzneipflanzen Nutzpflanzen

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Mais ist sicher eine der bekanntesten Getreide-Nutzpflanzen der Welt. Zum einen durch sein imposantes und einprägsames Erscheinungsbild und vor allem aber dadurch, dass die Maiskolben (Früchte) quasi am Wegrand verzehrt werden können. Der Mais ist der Riese unter den Getreidearten, sowohl in Hinblick auf seine Größe, wie auch in Bezug auf die Größe seiner Körner.

Mais hat seine Heimat in Südamerika, wo er historisch als Nahrungspflanze genutzt wurde. Er gehört zu den ältesten bekannten Kulturpflanzen. Eine echte Wildform ist bislang jedoch noch nicht endgültig entdeckt worden. Es gibt jedoch viele tausend Jahre alte Funde, welche der Wildform sehr nahe kommen und dem heutigen Zuchtmais sehr ähnlich sind. Mit der Entdeckung Amerikas begann die schnelle Verbreitung vom Mais rund um die Welt; etwa 1520 tauchte er in Europa auf. Die neue Pflanze wuchs sehr schnell und brachte gute Erträge. Hauptgrund für die weite Verbreitung war die enorme Adaptionsfähigkeit in Bezug auf die Vegetationsdauer unterschiedlicher Züchtungen. Mais gehört wie Zuckerrohr und Hirse zu den so genannten Hochleistungspflanzen (C-4-Pflanzen), welche in der Lage sind, besonders viel Kohlendioxid in Kohlehydrate um zu wandeln. Mais bevorzugt sandige, nährstoffreiche Lehmböden in feucht-warmen Klima. Daher wird Mais im rauen Klima Nordeuropas nur wenig bzw. in speziellen Züchtungen angebaut.

Maisfeld

Der wissenschaftliche Name Zea mays leitet sich zum einen von der griechischen Begriff Zea für Getreide und zum anderen mays als indianischen Begriff für Mais. Mais ist die einzige Art in der Gattung Zea.

Es handelt sich um ein einjähriges, sehr hohes und kräftiges Gras. Nach dem Auflaufen bildet der Mais zunächst die Blätter und Blütenstände aus, das starke Längenwachstum der Sprossachse setzt erst danach ein.

Mais bildet eine unverzweigte, jedoch sehr kräftige und lange Sprossachse aus. Der glatte, markhaltige Stängel erreicht eine Wuchshöhe von 150 – 250 cm, am Grund hat er einen Durchmesser von gut 5cm. Auf der ganzen Höhe ist der von Blattscheiden umgeben. Am Stängel entwickeln sich zahlreiche Knoten. Aus den Konten in Bodennähe wachsen viele, kleine Wurzeln welche neben der der Nährstoff- und Flüssigkeitsaufnahme, erheblich zur Stabilität der Pflanze beitragen. Am Stängel bilden sich bis zu 40 dunkelgrüne Blätter, welche ca. 10cm breit und bis zu 100cm lang werden können. Die Blätter mit den parallelen Nerven haben einen ausgeprägten Mittelnerv und umfassen den Stängel sehr deutlich. Die Blattoberfläche ist stark behaart.

männliche Maisblüten

An der Sprossachse bildet sich endständig eine etwa 50 cm lange, Rispe mit den männlichen Blüten. Die Rispenäste besitzen jeweils paarweise angeordnete Ährchen mit jeweils zwei männlichen Blüten und zwei krautartigen Hüllspelzen. Die weiblichen Blüten bilden sich an den Ansatzstellen der Blätter im mittleren Stängelbereich. Der weibliche Blütenstand ist ein kurz gestielter Kolben, welcher von langen, grünen Hüllblättern (auch Lieschen genannt) umgeben ist. Zur Blütezeit bilden sich bei den weiblichen Blüten lange Seidefäden, die aus dem Ende des Kolbens heraushängen. Der Fruchtknoten misst nur wenige Millimeter, die Griffel sind hingegen mit 20 – 40cm sehr lang und ragen nach der Blüte aus der Kolbenspitze vor.

Mais Wurzelwerk

Mais ist ein Fremdbefruchter; es entwickeln sich zunächst die Pollen und verlassen die Pflanze. Erst danach bildet sich die Seide an den Kolben. D.h. eine Selbstbestäubung ist durch die zeitliche Abfolge ausgeschlossen. Je Pflanze können sich mehrere Kolben bilden. Bei der heutigen dichten Anbausituation kann man aber eher von einem Kolben je Pflanze ausgehen. Bei den Pflanzen am Feldrand und optimalem Licht können auch 2 – 3 Kolben je Pflanze wachsen. Durch die getrennt geschlechtlichen Blüten unterscheidet sich Mais von allen anderen Gräsern.

Mais blüht in den Monaten Juli bis September.

Die Früchte sitzen in Reihe am Kolben. Die Kolben bilden ca. 10 – 18 Kornreihen, mit jeweils 25 – 50 Körnern. Maiskörner können sehr unterschiedlich gefärbt sein. Neben den bekannten gelben Körnern gibt es auch rote, blaue und weiße Körner in unterschiedlichen Formen. Mais ist mit seinem Kolben als Fruchtstand nicht mehr eigenständig vermehrungsfähig und damit eine vollständige Kulturpflanze geworden.

Mais enthält deutlich weniger wertvolles Eiweiß, als andere vom Menschen verzehrte Getreidesorten. Dies liegt an dem geringen Anteil essentieller Aminosäuren im Maiseiweiß.

Maiskolben mit Griffel

Maisanbau
Weltweit werden derzeit mehr als 700 Mio. Tonnen Mais geerntet. Die größten Anbauländer sind dabei die USA und China. Mais ist neben dem Weizen und Reis die wichtigste Getreideart weltweit.

Mais ist ein typisches Sommergetreide. Die Aussaat erfolgt im April bis Anfang Mai, mit einer Dichte von etwa 10 Pflanzen je Quadratmeter. Die Keimtemperatur liegt bei ca. 10 Grad. Das eigentliche Wachstum beginnt bei ca. 14 Grad. Die optimale Temperatur für das Wachstum liegt bei ca. 25 – 35 Grad. Die Ernte findet dann im Oktober (selten Anfang November) statt.

Der Maisanbau besitzt ein großes Problem. Da der Boden lange Zeit unbedeckt bleibt, kommt es sehr leicht zu Bodenerosionen. Dem wird häufig durch den sogenannten Zwischenfruchtanbau mit Mulchsaat (d.h. die Saat wird mit den Pflanzenresten untergepflügt) entgegen gewirkt.

Mais wird heute intensiv als Nutzpflanze angebaut. Natürlich haben sich in der Zucht unterschiedliche Varietäten herausgebildet. Die wichtigsten seinen hier genannt:

var. vulgaris – Hartmais
Der Hartmais wurde zunächst in Europa vorrangig angebaut.

var. dentiformis – Zahnmais
Der am häufigsten angebaute Mais, welche besonders an warmen und trocknen Standorten gut gedeiht. Diese Form wird in den USA häufig angebaut.

var. amylacea – Weichmais, Stärkemais
Stärkemais ist die ursprünglich angebaute Maisform und wird noch heute in tropischen Gebieten angebaut.

var. ceratina- Wachsmais
Die Körner sehen wachsartig aus und haben einen Überzug aus Amylopektin

var. microsperma – Puffmais
Puffmais ist durch eine massive Volumenvergrößerung bei Erhitzen gekennzeichnet.

var. saccharata – Zuckermais
Zuckermais wird als Gemüse gegessen und typischerweise von der Konservenindustrie verarbeitet. Die Maiskörner haben einen hohen Anteil an löslichem Zucker. Der Zucker wandelt sich aufgrund eines genetischen Defekts nicht in Stärke um.

Die Unterschiede beziehen sich, nutzungsbedingt vor allem auf Kornaufbau, Kornform und Kornstruktur.

Mais Blattwerk

Nutzungsarten von Mais
Mais besitzt einen sehr hohen Brennwert (gut 300 – 400kcal je 100g) und ist sehr reich an Vitaminen A und E. Das Nährgewebe ist reich an ungesättigten Fettsäuren wie z.B. Linolensäure.

Mais konnte sich in Europa nie richtig als Nahrungsmittel durchsetzen und wird daher im Wesentlichen zur Viehfutterproduktion genutzt. Maismehl ist allein nicht backbar, daher wird es in Europa vornehmlich für Suppen und Klöße verwendet. In Mexiko ist Mais das Hauptnahrungsmittel wird und dort als Gries gegessen oder knusprig gebacken (Tortillas). Mit anderem Mehl vermischt wird dort auch Maisbrot gebacken.

Mais wird auch zu Bier und Bourbon-Whisky vergoren bzw. gebrannt. In fast allen Kinos und Jahrmärkten der Welt wird Mais in Form von Popcorn angeboten. Die Ernte der so genannten Silomaisproduktion erfolgt vor der Reife der Früchte.

Maisstärke wird als Füll- und Hilfsstoff in der Nahrungs- und Arzneimittelproduktion eingesetzt.

Maiseiweiß findet als Gewürzbasis Verwendung.

Maiskeimöl (Oleum maydis) wird wegen seines hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren gern als Speiseöl verwendet. Zudem ist es reich an Vitamin E. Aufgrund des hohen Fettanteils in den Keimlingen, fällt es in großen Mengen an und ist deutlich günstiger als z.B. Weizenkeimöl.

Gentechnisch modifizierter Mais
Seit den 90er Jahren wird auch in Deutschland gentechnisch veränderter Mais angebaut. Dies soll zum einen eine erhöhte Resistenz gegen Schädlinge, wie auch gegen Herbizide bewirken. Derzeit (2007) sind auf weniger als 1% der Anbauflächen gentechnisch veränderte Maissorten angebaut.

Mais als Energieträger
Seit einigen Jahren wird Mais als Energielieferant in Biogasanlagen verwertet. Zunehmend werden Landwirte Ihren Anbau auch zur biologischen Energiegewinnung einsetzen. Weitere Pflanzen zur Energiegewinnung sind z.B. Raps

Aufgrund seines besonderen Stoffwechsels kann Mais wesentlich mehr Biomasse in einer Vegetationsperiode produzieren, als anderen Pflanzen.

Mais als Arzneipflanze
Insbesondere die Maisstärke (Maydis amylum) wird (insbesondere als Hilfsstoff für Pulver und Tabletten) pharmazeutisch genutzt. Maisstärke wird aus den Maiskörnern durch Quell- und Mahlprozesse gewonnen. Die Stärkekörner sind in kaltem Wasser unlöslich und können so, nach mechanischer Auftrennung, abgetrennt werden. Dabei werden neben der Stärke auch die Keime von den Schalen und Proteinen getrennt.1 Kg Maiskörner ergeben etwa 680 Gramm Maisstärke und 350 Gramm Maiskeimöl (aus den Keimlingen).

Zusätzlich kommen noch die getrockneten Griffel der weiblichen Blüten (Stigmata Maydis) zum Einsatz. Genutzt werden die zur Blütezeit, vor der Bestäubung gesammelten Griffel. Es handelt sich um fadenartige, 2mm breite und bis zu 20cm lange Griffel. Die Maisgriffel enthalten Saponine, Gerbstoffe, Flavonoide, viel Kaliumsalze und unbekannte Alkaloide. Sie wirken (vermutlich durch den hohen Kaliumanteil) harntreibend. Maisgriffel können als Tee zubereitet werden, dazu werden kleine Mengen aufgesetzt und aufgekocht, nach dem Erkalten abgeseiht.

In Südamerika werden die Maisgriffel auch zu Rauschzwecken geraucht.



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