Löffelkraut

Löffelkraut (Cochlearia officinalis)
syn. Bitterkresse, Skorbutkraut, Löffelkresse

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Ordnung: Kreuzblütlerartigen (Brassicales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00222

Siehe auch: Arzneipflanzen Gartenpflanzen Gewürzpflanzen

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Das Löffelkraut ist ein Bewohner der nordeuropäischen Meersküsten, ähnlich wie seine verwandte Art, der Meersenf. Feuchte, salzhaltige Böden werden gern vom Löffelkraut besiedelt. Es kann an Schattenplätzen ebenso gut wachsen, wie an sonnigen, sickernassen Stellen. Typischerweise findet man das Löffelkraut auf den höheren Bereichen der Salzwiesen und angrenzenden Gebieten, wo der Salzgehalt nicht mehr ganz so extrem hoch ist. Dort bildet das Löffelkraut schnell kleine Horste aus. Löffelkraut ist selten geworden und gehört zu den geschützten Arten.

Blüten Löffelkraut

Es sind zwei Unterarten bekannt, welche teils auch als eigene Arten geführt oder auch als Sammelart zusammengefasst werden und sich u.a. in ihrem Vorkommen und Salzbedarf unterscheiden. Während Cochlearia officinalis subsp. str. auf den oben beschrieben salzhaltigen Meeresküstenböden wächst, findet man Cochlearia officinalis subsp. pyrenarcia auf kalkhaltigen bis moorigen Böden im Alpenvorland und in den Mittelgebirgen.

Das kahle Löffelkraut wächst zwei oder mehrjährig und besitzt typische fleischig-glänzende Blätter. Der aufsteigende, verzweigte Stängel erreicht eine Wuchshöhe von 15 – 40cm. Die grundständigen, lang gestielten Blätter wachsen ganzrandig in einer Rosette. Die Stängelblätter sind deutlich kürzer gestielt und wachsen fast herzförmig mit buchtigem Rand.

Das Salz, welches mit dem Wasser aufgenommen wird, sammelt sich in den Blättern, welche dann später abgeworfen werden.

Die hellen, weiß bis schwach lila gefärbten, wohlriechenden Blüten von etwa 6 -8mm Durchmesser stehen scheindoldenartig in endständigen, dicht überhängenden Trauben. Die oberständigen Fruchtknoten setzen sich aus zwei Fruchtblättern zusammen. Die vier schmalen, eiförmigen Kelchblätter sind an den Spitzen leicht bräunlich gefärbt. Die vier weißen Kronblätter sind etwa 6mm lang und oval abgerundet.

Die Blütezeit liegt in den Monaten Ende März bis Juni. Es leitet also bildlich gesprochen den Frühling auf den Salzwiesen ein. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten; vor allem Bienen und Hummel sind häufig am Löffelkraut zu finden. Die gut 6mm langen Fruchtstiele stehen aufrecht ab. Erste Früchte sind ab Juli zu entdecken. Die eiförmigen, 4 – 8-samigen Schötchen sind ca. 7mm lang und 4-5mm breit. Die Klappen besitzen einen deutlichen Mittelnerv, sowie maschenartige Seitennerven und 1 – 2 rotbräunliche Samen pro Fach. Aus den Samen wachsen im September bereits die ersten neuen Blattrosetten heran.

Die dünne Pfahlwurzel wächst spindelförmig.

Löffelkraut als Gewürzpflanze
Das frische Kraut wird auch heute noch gern als Salat konsumiert. Es werden nur die jungen, löffelartigen Rosettenblätter verwendet. Die Blätter können ganzjährig genommen werden. Sie schmecken leicht salzig bis bitter.

Löffelkraut als Gartenpflanze
Das Löffelkraut benötigt frisch-feuchte, leicht lehmige Böden und eine regelmäßige Wässerung bei einem Pflanzplatz in der Sonne. Es verbraucht nur wenige Nährstoffe, so dass keine zusätzliche Düngung notwendig ist. Insgesamt ist das Löffelkraut sehr anspruchslos und gedeiht auf fast allen feuchten Böden. Die Aussaat sollte entweder im Spätherbst oder Frühjahr erfolgen. Die Saat kann etwa einen Zentimeter tief in den Boden eingebracht werden, da das Löffelkraut ein Lichtkeimer ist. Der Pflanzabstand sollte etwa 20cm betragen. Die Samen keimen nach etwa 3 – 4 Wochen aus. Das Löffelkraut ist völlig winterhart und braucht daher keinen besonderen Schutz im Winter.

Löffelkraut als Arzneipflanze
Das Löffelkraut enthält neben den für Kreuzblütler typischen Senfölglykosiden, Gerb- und Bitterstoffen große Mengen Vitamin C. Volkstümlich wurde es wegen seiner antiskorbutischen Wirkung angebaut und für längere Schiffsreisen in Fässern eingesalzen und mitgenommen. Aber auch die Anwendung als Presssaft war unter Seefahrern beliebt. Zudem war es als winterfestes Kraut ein wichtiger Vitamin C Spender, wenn im Winter kaum anderes Gemüse zugänglich war. Außerdem werden die getrockneten Blätter als Teezubereitung volkstümlich gegen Gicht und Rheuma eingesetzt. Zusätzlich regt es intensiv die Verdauung an. Z.T. wird es heute noch für sogenannte Blutreinigungskuren verwendet.



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