Liebstöckel

Liebstöckel (Levisticum officinale)
syn. Maggikraut, Badekraut, Liebstock

Familie: Doldenblütler (Apiaceae syn. Umbelliferae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00216

siehe auch : Arzneipflanzen , Gewürzpflanzen , Nutzpflanzen

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Der Liebstöckel ist eine ausdauernde, krautige Pflanze von typischem, maggiartigem Geruch. Daher wird der Liebstöckel auch Maggikraut genannt. In der Maggiwürze selber ist es jedoch nicht enthalten.

Echte Wildvorkommen vom Liebstöckel sind in Europa nicht sicher bekannt, die ursprüngliche Heimat liegt in Südwestasien und Südeuropa. Er wird seit langer Zeit in Europa und Nordamerika kultiviert und entsprechend tauchen auch vereinzelt verwilderte Exemplare auf. Sandige oder lehmige, nährstoffreiche Böden mit hohem Kalkanteil werden von ihm bevorzugt besiedelt. Ausreichend Sonne und Feuchtigkeit sind für sein Gedeihen ebenso notwendig.

Der mehrjährige, winterharte Liebstöckel erreicht eine Wuchshöhe von etwa 2 Metern. Die runden, gestreiften, kahlen Stängel wachsen röhrig aufrecht und sind im oberen Bereich verzweigt. Die im Frühjahr schnell wachsenden Triebe sind erst rötlich, später dann grün gefärbt.

Die 2 – 3fach gefiederten, bis 70 cm langen, schwach glänzenden, ledrigen Blätter riechen aromatisch und sind unbehaart. Die Fiedern wachsen rautenförmig und sind grob gezähnt. Die oberen Blätter sind oft nur einfach gefiedert.

Die blassgelben, knapp 15 – 30cm großen, kräftigen, 10-20strahligen Blütendolden besitzen zahlreiche Hochblätter und wachsen am Ende der Zweige. Die kleinen, gelben Einzelblüten sind eher unscheinbar. Die unscheinbaren Kronblätter sind kugelig zusammengezogen.

Liebstöckel Fruchtstand

Liebstöckel blüht in den Sommermonaten zwischen Juni und Anfang September. Die zusammengedrückten Früchte sind etwa 5 – 7 mm lang und besitzen vorspringende Rippen. Je Teilfrucht sind zwei Flügelchen vorhanden. Die kräftigen Wurzeln vom Liebstöckel wachsen knollenartig und laufen ringelartig aus.

Habitus Liebstöckel

Liebstöckel als Gewürzpflanze
Liebstöckel gehört zu den typischen Aromapflanzen (wie auch Fenchel, Kümmel, Salbei, Rosmarin oder Lavendel) und wird seit mehr als 1000 Jahren in Kräutergärten gezogen.

Vor allem für Suppen, Saucen und Fleischgerichte werden die frischen oder getrockneten Blätter und Samen vom Liebstöckel gern verwendet. Die Blätter besitzen einen stark aromatischen Geruch und einen scharf-bitteren Geschmack. Sie werden im Frühjahr gesammelt. Aufgrund des kräftigen Aromas sollte Liebstöckel nur sparsam verwendet werden.

Liebstöckel-Saatgut für die Zucht im eigenen Garten ist im Fachhandel erhältlich. Vorhandene Pflanzen können später auch geteilt werden. Ein bis zwei Liebstöckelpflanzen sollten dabei für den Bedarf einer Familie gut ausreichen. Sie werden mit den Jahren immer größer und brauchen zu den Seiten ausreichend Platz.

Liebstöckel

Liebstöckel als Arzneipflanze
Arzneiliche Verwendung findet der getrocknete Wurzelstock (Radix Levistici), sowie deren Zubereitungen, wie z.B. das durch Dampfdestillation gewonnene ätherische Öl. Die gelblich bis roten Wurzelstücke besitzen eine weiche Konsistenz. Die Droge ist hygroskopisch und muss daher sorgfältig gelagert werden; sie stammt ausschließlich aus dem Anbau. Hauptinhaltstoffe sind ätherische Öle, Gerbstoffe und Cumarine.

Die getrockneten Früchte werden nur selten angewendet.

Er dient der Anregung und Stärkung des Verdauungsapparates und zur Entwässerung. Zudem wird er in verschiedenen blähungsmindernden Zubereitungen verwendet. Das im Liebstöckel enthaltene ätherische Öl wirkt zudem schwach krampflösend.

Liebstöckel wird auch bei Durchspülungstherapien z.B. wegen Harngrieß, Nierenerkrankungen etc. als harntreibendes Mittel eingesetzt. Wichtig ist dabei die reichliche Flüssigkeitszufuhr. Aufgrund der entwässernden Effekte wird er auch zur Anwendung bei ödematösen Schwellungen eingesetzt.

Nebenwirkungen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch von Liebstöckel sind nicht bekannt. Bei eingeschränkter Nierenfunktion und während der Schwangerschaft sollte Liebstöckel nicht angewendet werden.

Die Tagesdosis liegt bei 4-8g Droge. Zur Teebereitung werden 2 TL Droge mit 250ml kochendem Wasser übergossen und nach 10min abgeseiht.

In seltenen Fällen kann Liebstöckel auch Auslöser von Gewürzallergien sein.
Nach Einnahme von großen Mengen Liebstöckel, kann sich im Einzelfall die Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht erhöhen, was leicht zu typischen Lichtdermatosen führen kann.

Volkstümlich wurde Liebstöckel auch als Badezusatz (Badekraut) genutzt, da er die Haut reinigen und pflegen soll.

Liebstöckel wird auch als Bestandteil von Magen- oder Kräuterschnäpsen verwendet.



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