Wiesen-Salbei

Wiesen-Salbei (Salvia pratensis)

Gattung: Salbei (Salvia)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00215

siehe auch: Arzneipflanzen Gartenpflanzen

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Der wild wachsende, aromatisch riechende Wiesensalbei ist in ganz Mitteleuropa zuhause. Ursprünglich im Mittelmeergebiet heimisch, ist der Wiesensalbei heute neben Europa auch in Kleinasien und Nordamerika zu finden. Es handelt sich um eine mehrjährige Pflanze, welche gern kalk- und nährstoffhaltige Lehmböden in sonniger Lage besiedelt. Besonders häufig sieht ihn auf Magerrasen und Trockenwiesen, aber auch auf sonnigen Fettwiesen. In Höhenlagen ist er bis ca. 1.500 Meter anzutreffen. Er tritt häufig auf und ist daher nicht gefährdet.

Die Gattung Salbei ist die artenreichste Gattung der Familie der Lippenblütler mit weltweit ca. 800 Arten, davon weniger als 40 in Europa.

Der behaarte, hohle Stängel erreicht eine Wuchshöhe von ca. 60 – 80cm. Die vierkantigen, gerillten, aufrecht wachsenden Stängel sind im Blütenstandsbereich verzweigt, stärker behaart als im unteren Pflanzenteil und leicht klebrig.

Die grundständigen, in einer Rosette wachsenden, bis 10cm langen und bis 5cm breiten, ovalen Blätter besitzen eine runzelige Oberfläche und sind unregelmäßig gezähnt. Die eiförmigen Stängelblätter stehen gegenständig und sind deutlich kleiner und schmaler als die Grundblätter.

Die blau-violetten (selten rosa bis weißen) Lippenblüten besitzen eine 2 – 3cm lange Kronröhre mit sichelartiger Oberlippe. Die 3lappige Unterlippe ist etwas kürzer, als die Oberlippe. Die Blüten stehen kurz gestielt in 4-8 Blüten umfassenden 6-12 Teilblütenständen (Scheinquirle) in nach oben enger werdenden Abständen am Ende der Stängel und Zweige. Ihre herzförmigen Tragblätter sind grün gefärbt und schwach behaart. Der zweilippige, etwa 1cm lange Kelch ist unregelmäßig gezähnt und etwa ein Drittel so lang, wie die Kronröhre. Der Kelch besteht aus fünf röhrig verwachsenen Kelchblättern. Der oberständige Fruchtknoten besteht aus zwei verwachsenen Fruchtblättern. Die Staubblätter und Griffel sitzen an einer Art Gelenk und drehen sich beim Einführen des Rüssels der Bestäuberinsekten heraus, so dass sie den Hinterleib des Insekts berühren. Die Bestäubung des Wiesen-Salbeis erfolgt durch Insekten, vor allem durch Hautflügler, Schmetterlinge und Zweiflügler.

Der Weisensalbei blüht in den Monaten April bis August. Die Spaltfrüchte zerfallen in 4 etwa 2mm lange Teilfrüchte.

Die Wurzeln des Wiesen-Salbei reichen bis 1m in den Boden, um auch bei großer Trockenheit das Überleben der Pflanze zu sichern. An das kurze, dicke Rhizom schließt sich dabei eine kräftige Pfahlwurzel an.

Als Heilpflanze wird der Wiesensalbei nur selten eingesetzt. Es findet eher der wirksamere Echte Salbei (Garten-Salbei) Anwendung. Der Wiesensalbei wirkt ähnlich wie der Echte Salbei, nur etwas schwächer. Zur Anwendung können die getrockneten Laubblätter kommen. Sie werden als Tee, Spülung oder zum Gurgelnlösung eingesetzt. In den Blättern finden sich neben ätherischen Ölen auch Flavonoide, Bitterstoffe und Gerbstoffe. Wiesensalbei wirkt entzündungshemmend und schwach antibakteriell. Zudem reduziert er auch die Schweißbildung.

Als Gartenpflanze wird er gelegentlich in Naturgärten angepflanzt.



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