Kamm-Wachtelweizen

Kamm-Wachtelweizen (Melampyrum cristatum)

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Ordnung: Rachenblütlerartige (Scrophulariales)
Familie: Rachenblütler (Scrophulariaceae)
syn. Braunwurzgewächse
Gattung: Wachtelweizen (Melampyrum)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00211

schwache Giftpflanze

► mehr Pflanzen


Der Kamm-Wachtelweizen gehört zu den schönsten Wildpflanzen in Deutschland. Leider ist die einjährige Pflanze inzwischen seltener geworden. Er kommt noch in fast ganz Europa – mit Ausnahme des Mittelmeerraumes - vor. Bevorzugt besiedelt er in kleinen Trupps lichte und sonnige Wälder und Gebüsche, sowie naturbelassene Wiesen. Kalk- und humosreiche Böden werden bevorzugt besiedelt.

Neben dem Kamm-Wachtelweizen ist vor allem der Acker-Wachtelweizen bei uns bekannt.

Der Kamm-Wachtelweizen wächst ca. 20 – 40 cm hoch; nur selten erreicht er eine Höhe von 50 cm. Der aufrechte Stängel ist einfach bis verzweigt und nur schwach behaart. Die ganzrandigen, gegenständig sitzenden Blätter sind linealisch-lanzettlich, sehr schmal geformt. Die oberen Blätter sind an der Basis gezähnt. Die längsgefalteten, rundlich-herzlich geformten Tragblätter sind in 4 Reihen angeordnet und im unteren Teil kammartig gezähnt (siehe Foto).

Kammblätter vom Kamm-Wachtelweizen

Die zweilippigen, gelb und purpurnen Blüten stehen zu 5 – 20 Einzelblüten in vierkantigen, ährigen Blütenständen. Der röhrige Kelch ist bis zur Hälfte in 4 ganzrandige Zähne geteilt. Die Blütenröhre ist außen violett überlaufen. Die Oberlippe ist deutlich zusammengedrückt; die Unterlippe dagegen mit aufgebogenem Schlund und dunkelgelbem Saum deutlich auffälliger. Alle 4 Staubblätter sind in der Krone eingeschlossen.

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, im wesentlich durch größere Hautflügler wie z.B. Hummeln. 1-4 Samen enthält die ca. 8mm lange Kapselfrucht.

Die Blätter im Blütenbereich unterscheiden sich deutlich von den Stängelblättern. Sie sind eher herzförmig und fein gekämmt, dabei sind sie oftmals rötlich überlaufen. Die Blütezeit des Kamm-Wachtelweizens liegt zwischen Mai und September.

Der Name Wachtelweizen hat sich aus – nach nicht belegten Quellen – Vorliebe von Wachteln für die Samen der Wachtelweizengewächse gebildet.

Der Kamm-Wachtelweizen, ist -ähnlich wie der Acker-Wachtelweizen – schwach giftig. Er enthält geringe Mengen des giftigen Glykosids Aucubin.

Der Kamm-Wachtelweizen ist ein Halbschmarotzer. Er besiedelt u.a. das Wurzelwerk von Gräsern und Getreiden, dabei zapft er ihr Wurzelwerk an und entzieht ihnen so Nährstoffe und Wasser.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Kamm-Wachtelweizen

Natur-Lexikon.com