Natternkopf

Gemeiner Natternkopf (Echium vulgare)
syn. Blauer Natternkopf, Stolzer Heinrich

Gattung: Natternkopf (Echium)
Familie: Boretschgewächse syn. Rauhblattgewächse (Boraginaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00210

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Der zwei- bis mehrjährige Gemeine Natternkopf ist eine Schmuckpflanze der Ödlandschaften, Stein- und Felsböden, sowie der Wegränder und Bahnböschungen. Als Pionierpflanze besiedelt er trockene, sonnige und meist wenig nährstoffreiche, humusarme Standorte. Er ist in ganz Mitteleuropa ursprünglich heimisch; in Höhenlagen bis 2.000 Meter. Heute ist er bis Nordamerika, Afrika und Asien verschleppt. Er kommt häufig vor und ist nicht bedroht.

Der Natternkopf bildet im ersten Jahr eine Blattrosette aus, welche aus schmalen bis lanzettlichen Blättern besteht. Im zweiten Jahr wächst dann der kräftige Stängel heraus, welcher bereits im unteren Bereich in den Blütenstand übergeht. Er erreicht eine Wuchshöhe von etwa 40 –110cm. Aus einer Rosette wachsen oft mehrere aufrechte, einfache Stängel.

Grosser natternkopf

Die Blattrosette besteht im zweiten Jahr aus länglichen, bis 15cm langen Blättern.

Die viel kürzeren, oberen, ungestielten Laubblätter sind lanzettlich geformt und stark behaart. Am Blattgrund sind die Blätter abgerundet und umfassen z.T. den ebenfalls stark borstig behaarten Stängel. Die Grundblätter sind geflügelt gestielt, mit sichtbarem Mittelnerv. Die Blätter sind ungeteilt und wechselständig.

Durch die dichten, steifen Haare auf der Blattoberfläche erhält der Natternkopf, bei der Betrachtung aus der Ferne, einen leicht gräulichen Schimmer.

Damit der Natternkopf auf trockenen Standorten überleben kann, besitzt er zur Wasserversorgung besonders lange Pfahlwurzeln, die bis 2 Meter in die Tiefe reichen können. Zudem schützt seine dicke Blatthaut vor zu großer Verdunstung in der Sonne. Die vielen festen Haare auf den Blättern schützen nicht nur vor Fressfeinden, sondern lassen auch den Tau kondensieren und erschließen so zusätzliche Flüssigkeit für die Pflanze.

Der fast ährige, bis 50 cm lange Blütenstand besteht aus vielen kleinen Ästen. Die Blüten sitzen knäulig, wickelähnlich an den kleinen Ästchen. Sie sind als Knospen rötlich und später als Blüten leuchtend blau gefärbt. Neben den blauen und blauvioletten Blüten, sind in seltenen Fällen auch weiße oder rosarote Blüten am Natternkopf zu sehen. Die Kronröhre wächst trichterförmig, mit ungleichmäßigem Saum. Die behaarten Kelchblätter sind im unteren Bereich verwachsen. Die 5 verwachsenen Kronblätter sind blauviolett gefärbt. Der Fruchtknoten ist oberständig. Die Blütenkrone ist zweilippig. Die 4 – 5 Staubblätter ragen deutlich aus den Blüten heraus. Die Staubfäden sind gebogen und violett gefärbt. Mit zunehmender Fruchtreife verlängern sich die Ästchen deutlich.

Die Blütezeit des Gemeinen Natternkopfs liegt zwischen Ende Mai und September.

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, vor allem durch Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Die Verbreitung erfolgt durch die Samen, welche gute Klebeeigenschaften besitzen.

Die aus 4 einsamigen Nüsschen bestehende Spaltfrucht wird von langen, spitzen Kelchblättern umhüllt. Die dreikantigen Nüsschen besitzen eine raue Oberfläche und sind von kleinen Rippen und Warzen überzogen.

Der Natternkopf ist mit dem Borretsch, Lungenkraut und dem Beinwell eng verwandt. Sie alle gehören zu der Familie der Rauhblattgewächse. Entsprechend sind ihre Inhaltstoffe u.a. Allantoine und Pyrrolizidinalkaloide wie z.B. Heliosupin und Consolidin (Achtung: Lebertoxisch) sehr ähnlich zusammengesetzt. Jedoch spielt der Natternkopf als Arzneipflanze kaum eine Rolle. Nur sein Name Natternkopf weist auf einen frühen Einsatz als Schlangenbiss-Antidot hin; hier spielen die heilenden und antimikrobiellen  Allantoine eine wichtige Rolle. Dies wird auch ausgenutzt bei der Anwendung gegen Furunkel und andere äußerliche Entzündungen. Eingesetzt wird in der Regel das Kraut.

Bei der Namensbildung hat zudem auch der schlangenartig geformte Blütenstand, mit den heraushängenden Staubgefäßen (ähnlich einer Schlangenzungen) Einfluß gehabt.

Natternkopf als Gartenpflanze
Er kann an trocknen, steinigen Standorten mit viel Sonne gepflanzt werden. Die Samen werden im Frühjahr oder auch schon im späten Herbst gesät und laufen bei ca. 15 Grad in Frühjahr auf. Eine Vorzucht im Topf ist auch möglich. Im Winter verkümmern die Pflanzen, sie benötigen jedoch keine Düngung.



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