Tausendgueldenkraut

Echtes Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea syn. Centaurium minus)
syn. Magenkraut, Fieberkraut, Bitterkraut

Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00203

Heilpflanze des Jahres 2004
Arzneipflanzen

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Das Tausendgüldenkraut ist eine in fast ganz Europa und Teilen Asiens heimische, klassische Arzneipflanze. Sie bevorzugt trockene Standorte, mit ausreichend Sonne wie z.B. Halbtrockenrasen, Wegränder, Waldböden oder trockene Wiesen. Die zierliche, zweijährige Pflanze wächst in meist größeren Beständen auf lehmig-tonigen, basenreichen, warmen und nährstoffreichen Böden. In Höhenlagen kommt das Tausendgüldenkraut bis ca. 1.4000 Meter vor.

Das Echte Tausendgüldenkraut erreicht eine Wuchshöhe von etwa 15 – 35cm.

Die Pflanze ist kahl, mit aufrechtem, oberwärts verzweigtem, vierkantigem Stängel.

Die Blattrosette am Stielgrund besitzt eiförmig-lanzettliche Blätter mir deutlicher Nervatur. Die gegenständigen Stängelblätter in oberen Pflanzenabschnitt sind dagegen erheblich schmaler.

Die zartrosa bis hell-rot gefärbten, fünfzähligen Blüten sitzen trogdoldenartig, fast ungestielt, schirmförmig an den Enden stark verzweigter, aufrechter Stängel. Die Blüten besitzen eine fünfzählige Krone und eine gut 1,5 cm lange Röhre. Die Kronröhre ist aufgeblüht länger als der Kelch. Die Griffel sind deutlich von dem Fruchtknoten abgetrennt. Die Staubblätter stehen gelb leuchtend aus der Blüte hervor. Die Blütenkrone ist rosa mit ausgebreiteten Kronzipfeln gewchsen.

Die Bestäubung erfolgt i.d.R. durch Insekten. Die Blüten öffnen sich am späten Vormittag und schließen sich bereits früh am Nachmittag. Die Frucht ist eine zweiklappige Kapsel, welche deutlich länger als der Kelch ist. Die kleinen Samen werden durch Regen weggeschwemmt und sind Lichtkeimer.

Die Blütezeit liegt zwischen Juli und September.

Tausendgüldenkraut als Arzneipflanze
Arzneiliche Verwendung findet das zur Blütezeit gesammelte und getrocknete Kraut (oberirdische Teil der Pflanze, über der Rosette geschnitten  – Herba centaurii).

Die Blüten verfügen über den höchsten Bitterwert, die Sprossachsen und Blätter hingegen über den niedrigsten Wert der Pflanze.

Die schon lange bekannten wertvollen Eigenschaften des Tausendgüldenkrauts spiegeln sich auch in dem deutschen Namen wider, welche von „tausend Gulden wert“ abgeleitet ist.

Aufgrund seines hohen Anteils an Bitterstoffen wird das Tausendgüldenkraut als appetitanregendes und verdauungsförderndes Mittel angewendet. Es dient zudem allgemein bei Störungen im Magen-Darm-Trakt (Dyspeptische Beschwerden). Seine Wirkung beruht auf der Anregung der Speichel- und Magensaftsekretion. Dies erfolgt direkt  im Verdauungstrakt und indirekt über die Reizung von Nervenenden im Zungengrund (besonders bei der Teezubereitung), welche die Ausschüttung von Verdauungssäften zur Folge haben. Die Wirkung entspricht in etwa der des gelben Enzians, allerdings ist sie etwas schwächer ausgeprägt.

Neben den Bitterstoffen finden sich geringe Mengen ätherischer Öle, Flavone, Triterpene, Zucker und Phytosterole. Volksheilkundlich wird Tausendgüldenkraut auch zur Wundbehandlung, bei Leber- und Gallebeschwerden und zur Fiebersenkung eingesetzt. Aber auch bei körperlicher und seelischer Erschöpfung wird Tausendgüldenkraut eingesetzt. Neben dem Einsatz als Teedroge, wird das Echte Tausendgüldenkraut auch in einigen Fertigarzneimitteln und in Bitterschnäpsen verwendet. Es ist auch Bestandteil des bekannten Tonikum amarum. Für die Teezubereitung wird 1 TL Kraut mit ca. 150ml heißem Wasser übergossen und nach ca. 15min abgeseiht. 3 Tassen (vor den Mahlzeiten) je Tag sollten zur Appetitanregung ausreichend sein.



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