Pechnelke

Gemeine Pechnelke (Viscaria vulgaris)
syn.Silene viscaria syn Lychnis viscaria)
syn. Klebnelke

Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00207

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Ursprünglich auf kalkhaltigen Böden im Mittelmeergebiet heimisch, ist die Pechnelke heute auch in einigen Teilen Deutschlands zu finden. Wildvorkommen sind allerdings sehr selten, so dass die Art im Bestand leicht gefährdet ist. Insgesamt findet sich die Pechnelke in dem eurasischen und amerikanischen Raum.

Gemeine Pechnelke

Es handelt sich um eine ausdauernde Staudenpflanze, welche trockene, offene Standorte auf Trockenwiesen oder an lichten Waldrändern bevorzugt besiedelt. Sie ist leicht zu kultivieren und stellt kaum Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit. Die Pechnelke gilt als Zeigerpflanze für kalkarme, saure Böden.

Die mehrjährige Gemeine Pechnelke erreicht eine Wuchshöhe von ca. 40 – 60cm; nur in Ausnahmefällen bis 80cm. Die dunkelgrünen, gegenständigen Laubblätter sind schmal-lanzettlich geformt, 2 – 4cm lang und nicht behaart. Die Grundblätter stehen in einer Rosette. Die gegenständigen Stängelblätter sind am Grund verwachsen.

Unterhalb der oberen Knoten weisen die Stängel eine klebrige Behaarung (dunkle, rötliche Leimringe) auf, was zu der zweiten Bezeichnung Klebnelke geführt hat. Dieser Leimring ist ebenso prägend für die lateinische Bezeichnung der Pechnelke (viscarius = klebrig) gewesen.Diese Ringe wirken als Schutz der Blüten vor aufwärts kletternde Kleininsekten.

Die leuchtend roten, bis rosa Blüten stehen kurz gestielt, endständig in einer dichten Rispe. Die Hauptäste der Rispe stehen dabei gegenständig zueinander.

Der deutlich gerippte Kelch mit 10 Nerven und fünf kurzen, zugespitzten Zähnen ist bis zu 1,5cm lang. Es sind 10 Staubblätter und 5 Griffel vorhanden. Der Kelch ist länger, als die Blütenstiele. Die ca. 7mm langen, gestielten Kapseln springen mit 5 Zähnen auf. Die dunkel gefärbten Samen messen etwa 0,5mm im Durchmesser.

Die Blütezeit der Pechnelke liegt zwischen Mai und Juli. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, vor allem Tagfalter und Bienen.

Die Pechnelke verträgt einmaliges Mähen im Jahr, sowie auch intensive Beweidung.

In Pechnelken finden sich höhere Saponingehalte, ohne größere Giftwirkungen zu entfalten.

Pechnelken erhöhen die Abwehrkräfte der Pflanzen in ihrer direkten Umgebung. Ein Extrakt aus ihren Samen wird auch als Pflanzenstärkungsmittel (Biokatalysator) eingesetzt und ist auch entsprechend zugelassen. Er aktiviert die pflanzlichen Abwehrmechanismen gegen Krankheiten und Stressfaktoren. Zudem erhöhen sich bei vielen Anbauprodukten die Erträge um 20-30% durch den Einsatz der Pechnelke. Derzeit ist die Erforschung des Wirkmechanismus in vollem Gange. Wie es scheint, sind ursächlich verschiedene Pflanzenhormone der Pechnelke ausschlaggebend für ihre besonderen Wirkungen. Die Landwirtschaftsindustrie (besonders in China) beginnt heute bereits mit groß angelegten Versuchen zum umfassenden Einsatz von Pechnelkenextrakt.

Bereits vor vielen hunderten Jahren wurde die Pechnelke als Beisaat zur Ertragssteigerung genutzt. Für unsere Gärten ist der Einsatz von Pechnelkenextrakt sicher zu aufwändig, aber es ist doch sicher sinnvoll bei Bedarf Pechnelke als Schmuckpflanze auszusäen Die leuchtenden Blüten sind dabei für alle Stein- und Trockengärten eine ideale Zierde.



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