Ackerwachtelweizen

Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense)

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Ordnung: Rachenblütlerartige (Scrophulariales)
Familie: Rachenblütler (Scrophulariaceae)
syn. Braunwurzgewächse
Gattung: Wachtelweizen (Melampyrum)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00205

Siehe auch: Giftpflanzen

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Der einjährige Acker-Wachtelweizen ist eine typische Pflanze unserer Felder. Während er früher typischerweise auf Äckern zu finden war, ist er heute eher auf Brachflächen vertreten. Obwohl er als Unkraut gilt, ist er ein wirklicher schöner Blickfang. Früher wurde er als Ackerunkraut öfter als Verunreinigung in Getreide gefunden. Heute ist er durch den Einsatz von modernen Landwirtsschaftsmethoden selten geworden. Von Acker-Wachtelweizen verunreinigtes Mehl färbt sich dunkel bis leicht bläulich und bekommt einen bitteren Beigeschmack.

Ackerwachtelweizen

Acker-Wachtelweizen ist in fast ganz Europa mit dem Schwerpunkt im südlichen Osteuropa verbreitet, aber nur noch selten zu finden. In Norden ist es bis nach Südschweden zu entdecken; in Deutschland ist es im Süden stärker verbreitet und fehlt fast ganz im Norden und im Alpenraum. Böden mit viel Kalk, in sonniger und trockener Lage werden bevorzugt besiedelt. Insbesondere an Wegrändern, Trockenwiesen oder an sonnigen Hecken ist er als Einzelpflanze oder in kleinen Gruppen zu finden.

Der deutsche Name „Wachtelweizen“ nimmt Bezug auf die angebliche (nicht belegte) Vorliebe von Wachteln für die Samen dieser Pflanzenfamilie.

Neben dem Acker-Wachtelweizen ist aus der Gattung Wachtelweizen (Melampyrum) vor allem der Kamm-Wachtelweizen bei uns bekannt.

Der Acker-Wachtelweizen erreicht eine Wuchshöhe von ca. 15 – 35cm. Der Stängel ist leicht behaart. Die Pflanze ist im unteren Bereich schwach verzweigt; die gegenständigen, sitzenden Blätter sind schmal-lanzettlich geformt und sehr spitz auslaufend. Die unteren Blätter sind glattrandig, die oberen am Grund gezähnt. Die purpurnen Hochblätter an der Stängelspitze sind eiförmig-lanzettlich gebaut. Die Blätter im Blütenstand unterscheiden sich somit erheblich von den normalen Stängelblättern.

Ca. 15 - 50 purpurfarbene Blüten mit einem gelblich-weißen Schlund stehen in kegelförmigen, allseitswendigen, ca. 8 – 12cm langen Ähren am Stängelende. Die Krone ist ca. 2 – 3cm lang, die Röhre ist gelblich und die Lippen rötlich gefärbt. Die Oberlippe ist helmartig gebogen. Der Kelch ist stark behaart. In der Krone sind 4 Staubblätter eingeschlossen.

Die Blütezeit des Acker-Wachtelweizens liegt zwischen Mai und August.

Die Blüten werden von größeren Hautflüglern, wie z.B. Hummeln gern angeflogen. Die ölhaltigen Samen sind wiederum bei Ameisen sehr beliebt.

Wie alle Arten der Gattung Melampyrum enthält der Acker-Wachtelweizen geringe Mengen des giftigen Glykosids Aucubin. Dieses Glykosid ist auch im Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) zu finden

Der Acker-Wachtelweizen ist (wie alle Arten dieser Gattung) ein Halbschmarotzer, der auf Wurzeln von Getreide und Gräsern parasitisiert. Dabei werden die Gefäße der betroffenen Pflanzen „angezapft“ und ihnen so Wasser und Nährstoffe entzogen.



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