Sonnenblume

Gewöhnliche Sonnenblume (Helianthus annuus)

Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
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Dokument: MZ 00201

Siehe auch Gartenpflanzen , Nutzpflanzen

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Die einjährige Sonnenblume ist eine der auffälligsten und am schnellsten wachsenden Blumen in unseren heimischen Gärten. Sie wird als Zier- und Nutzpflanzen in vielen Sorten gezüchtet und muss jedes Jahr neu angepflanzt werden. Auch als Symbol einiger Umweltschutzbewegungen ist sie bekannt geworden. Berühmt sind auch die Sonnenblumen-Bilder von Van Gogh.

Die Sonnenblume stammt eigentlich aus Nordamerika. Die Indianer haben bereits die fettreichen Samen als Nahrung verwendet. Nach Europa wurde die Sonnenblume von den Spaniern im 16. Jahrhundert als Zierpflanze eingeführt. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Sonnenblume, zunächst in Russland, als Ölpflanze entdeckt.

In Deutschland ist die Sonnenblume häufig (durch z.B. Vogelfuttersamen) wild vorkommend, jedoch nie beständig ansässig. Die Sonnenblume benötigt stickstoffreichen, nicht zu trockenen Humusboden in sonniger Lage für ein optimales Gedeihen.

Der Name Helianthus leitet sich aus dem griechischen Wort Helios für Sonne ab.

Sie erreicht eine Wuchshöhe von 100 – 350cm. Der gerade, leicht verholzende, raue Stängel ist markhaltig und bis zu 5cm dick. Im oberen Bereich des Stängels kommt es gelegentlich zu Verzweigungen, wobei dann jedes Ästchen eine Blüte trägt.

Die großen, wechselständigen Blätter sind herzförmig geformt, am Rand gesägt und stark behaart. Sie sind 20 – 40cm lang und 12 – 30cm breit. Die grundständigen Blätter wachsen gegenständig.

Sonnenblume Blatt

Der endständige Blütenstand besteht aus einem tellergroßen (bis 40 cm) Blütenkorb mit großen, 6 – 10cm langen, gelben Zungenblüten am Rand und kleineren braunen Röhrenblüten in der Mitte. Die Hüllblätter sind dachziegelartig in mehreren Reihen angeordnet.

Der große Blütenstand mit dem gelben Rand ist für Insekten Landehilfe und Zielmarkierung zugleich, wobei die Einzelblüte recht unscheinbar ist und erst mit den anderen Blüten zur Geltung kommt. Dieses Prinzip der Scheinblüte, welche aus viele kleinen Blüten besteht, haben die Korbblütler perfektioniert.

Die Sonnenblume blüht von Ende Juni bis in den Oktober hinein. Die Ernte der Sonnenblumenkerne erfolgt im September.

Sonnenblumenkerne

Die braunen Röhrenblüten bilden nach der Befruchtung die Sonnenblumenkerne als Samen aus. Die einsamigen Schließfrüchte (Achänen) sind ca. 1,5 -2cm lang und braun, schwarz, grau bzw. gestreift. Die Kerne sind bei Vögeln sehr beliebt, oft sieht man Vögel an den großen Blütenständen der Sonnenblume hängen.

Die Blütenköpfe und Blätter drehen sich während des Tages immer in Richtung Sonne. Dieses Phänomen wird auch Photomorphose genannt, es ist besonders eindrucksvoll an großen Sonnenblumenfeldern zu beobachten.

Erst im reifen Zustand wenden sich die Blütenköpfe nicht mehr, sondern hängen durch ihr Gewicht nach unten, zudem setzt eine Verfestigung im Pflanzengewebe ein, welche die Drehungen nicht mehr möglich macht.

Die Sonnenblume besitzt eine kräftige, sehr lange Pfahlwurzel als Stütze, welche von einem dichten Wurzelfilz zur Wasseraufnahme umgeben ist.

Neben der Nutzung als dekorative Gartenpflanze wird die Sonnenblume auch als Nutzpflanze feldmäßig angebaut. Die Samen der Sonnenblume werden zu der Herstellung von Sonnenblumenöl, Mayonnaise und Margarine verwendet. Die Pressrückstände (Ölkuchen) wird als Viehfutter genutzt. Sonnenblumensamen werden auch als Vogelfutter genutzt. Das hochwertige, kaltgepresste Sonnenblumenöl kann ein guter Bestandteil einer gesunden Ernährung sein. Raffinierte Sonnenblumenöle werden technisch z.B. als Schmiermittel oder Weichmacher genutzt.

Aufgrund seiner hohen Giftbindefähigkeit wird es auch zum so genannten Giftziehen genutzt. Dazu wird ca. 1 EL Sonnenblumenöl in den Mund genommen und etwa 5 – 10 Minuten „gekaut“ und danach ausgespuckt. Hierbei nimmt es Giftstoffe aus der Mundschleimhaut und Quecksilber aus Zahnfüllungen auf. Nach dem Ölziehen sollten daher gründlich die Zähne gereinigt werden. Für kontaminierte Böden wird auch die Sonnenblume zur Entgiftung angebaut.

Geschälte Sonnenblumenkerne sind auch für die menschliche Ernährung gut geeignet und werden in Müsli, Knabberartikeln und Süßigkeiten verwendet. Sie sind sehr nahrhaft, enthalten bis über 20% Eiweiß, diverse Mineralstoffe, sowie Vitamine und einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. Geröstete Sonnenblumenkerne eignen sich auch als Salatbeilage, vergleichbar mit den Pinienkernen. Allerdings werden sie aufgrund ihres hohen Fettanteils schnell ranzig und sollten daher nur kühl und trocken und nicht zu lange aufbewahrt werden.

Die niedrigen Sorten können maschinell geerntet werden und werden daher bevorzugt angebaut. Einzelne Zuchtsorten können bis zu 50% Öl in den Früchten enthalten.

Zum Anbau wird im Frühjahr die Aussaat der Einzelkörner vorgenommen. Der Abstand sollte ca. 40 – 50cm und die Saattiefe ca. 3cm betragen. Die Keimzeit über fast 2 Wochen erfolgt bei Temperaturen zwischen 14 - 18 Grad. Die Wachstumsphase dauert ca. 150 Tage. Bei bestimmten Zuchtsorten ist eine Anzucht unter Glas sinnvoll bzw. notwendig. Die Pflanzen brauchen genügend Dünger und müssen viel gewässert werden. Da nach der Ernte große Teile der Pflanze im Feld verbleiben und der Vorfruchtwert entsprechend hoch ist, sollten in der Fruchtfolge keine Stickstoff produzieren Pflanzen angebaut werden. Besser ist der Wechsel mit Mais, Kartoffeln oder Getreidearten.

Auch als Schnittblume – oft direkt vom Feld – ist die Sonnenblume sehr beliebt.



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