Pfefferminze

Pfefferminze (Mentha x piperita)

Gattung: Minze (Mentha)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00200

Siehe auch: Gewürzpflanzen Arzneipflanzen Gartenpflanzen

Arzneipflanze des Jahres 2004

► mehr Pflanzen


Die Pfefferminze ist durch eine Kreuzung (Bastard) zwischen der Wasserminze (Mentha aquatica) und der Ährenminze (Mentha spicata) entstanden und kommt selber nicht wild vor. Erstmals wurde die Pfefferminze 1696 in England beschrieben. Da M. spicata bereits ein Bastard ist, handelt es sich bei der Pfefferminze um einen Trippelbastard, welcher weitgehend steril ist. Im Laufe der Zeit wurden von der Pfefferminze an unterschiedliche Bodenverhältnisse angepasste Zuchtformen entwickelt. Bekannt geworden ist u.a. die Mitcham Pfefferminze (Englische Pfefferminze). Die Zuchtformen unterscheiden sich auch in der mengenmäßigen Zusammensetzung der ätherischen Öle. Die Gattung Mentha besteht aus 14 Arten in Europa und sehr vielen Bastarden, welche sich alle leicht untereinander kreuzen und nur schwer zu bestimmen sind. Die Pfefferminze wird seit langer Zeit kultiviert. Es handelt sich um eine ausdauernde, krautige Kulturpflanze.

Die Pfefferminze erreicht eine Wuchshöhe von 30 – 70 cm. Im oberen Drittel sind die Stängel kantig. Die gestielten, gegenständigen Blätter sind länglich-eiförmig und verlaufen zugespitzt. Sie sind intensiv grün gefärbt, etwa 3 cm breit und ca. 5 – 8 cm lang. Der flache Blattrand ist gezähnt. Die gesamte Pflanze riecht intensiv nach Pfefferminze.

Die zahlreichen Blüten stehen in endständigen, ährenartigen Blütenständen, welche an den Seitentrieben kugelig wachsen. Der kahle Kelch ist 3 - 4mm lang. Die schwach lila gefärbte, 4-zipfelige Krone ist ca. 5mm groß. Die Blütenstiele sind kahl.

Die Blütezeit der Pfefferminze liegt zwischen Juni und August.

Pfefferminze Blütenköpfe

Die Samen der Pfefferminze sind kaum keimfähig, daher vermehrt sie sich vegetativ über ihre Ausläufer (Stolone) im flachen Wurzelwerk bzw. wird aus Setzlingen gezogen.

Pfefferminze als Arzneipflanze
Arzneilich genutzt werden die getrockneten Pfefferminzblätter (Menthae piperitae fulium), sowie das aus den Blättern durch Wasserdampf Destillation gewonnene Pfefferminzöl (Menthae piperitae aetheroleum). Die Blätter enthalten < 1% ätherisches Öl. Pfefferminzöl ist das man meisten genutzte ätherische Öl.

Hauptinhaltstoffe der Pfefferminze sind ätherische Öle, vor allem Menthol, sowie Menthon, Menthyacetat und Gerbstoffe, sowie Flavonoide.

Blätter der Pfefferminze

Pfefferminzöl ist eine schwach grünlich-gelbe Flüssigkeit mit intensivem Geruch nach Pfefferminze. Der Geschmack ist brennend, später kühlend. Ein bitterer Beigeschmack weist auf Verfälschungen hin. Zu der Unterscheidung auf Minzöle wird auf Menthofuran geprüft. Menthofuran wandelt sich auch oxidativ in eine Vielzahl von Stoffen um, welche dem Pfefferminzöl seinen typischen Geruch geben.

Die Pfefferminze wirkt krampflösend in den Verdauungswegen, blähungsmindernd und anregend auf die Gallenproduktion und den Appetit. So dass die Pfefferminze – insbesondere als Tee oder Teemischung  -  in Magendarm- oder Verdauungstees, als Karminativum (blähungsmindernd) und gegen Reizdarm zum Einsatz kommt. Zudem wird die Pfefferminze als Bestandteil von vielen Fertigarzneimitteln mit dem Anwendungsschwerpunkt Verdauung eingesetzt.

Bei Pfefferminztee aus Teebeuteln sollte auf Arzneibuchqualität geachtet werden, da günstige Teebeutel aus dem Discount oder Supermarkt häufig einen sehr hohen (wirkungslosen) Stengelanteil in den Teemischungen aufweisen. Alternativ bieten sich auch sprühgetrocknete Tees an.

Auf der Haut und den Schleimhäuten bewirkt Pfefferminzöl eine Herabsetzung des Schmerzempfinden und löst ein Kältegefühl durch Erregung der Kälterezeptoren aus. Zudem hat es desinfizierende Eigenschaften. Daher wird Pfefferminze auch in Zahnpasten, Mundspülungen, Likör. Schokoladen, Lutschbonbons und Geschmacks- bzw. Geruchskorrigens verwendet. Pfefferminze ist bekannt für den kühlen Nachgeschmack.

Da Pfefferminze auch das Nervensystem grundsätzlich anregt, wird sie auch bei Kopfschmerzen und Nervosität genutzt. Menthol wird zudem als Zusatz für Bäder und Einreibungen genutzt. Auch in Inhalaten bei Erkältungen hat sich Menthol bewährt. Zum Inhalieren reichen wenige Tropfen Pfefferminzöl auf heisses Wasser.

In Kaugummi wird kein keine Pfefferminze, sondern M.spicata („Spearmint“) verwendet.

Als Konsumtee zur Dauereinnahme in hohen Mengen ist Pfefferminztee nicht geeignet. Säuglinge und Kleinkinder sollten nicht mit Pfefferminzöl oder deren Zubereitungen behandelt werden. So kann es z.B. bei Mentholeinreibungen zu Krampfhusten bis Erstickungsanfällen kommen.

Anbau der Pfefferminze

Die Pfefferminze benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Die Böden sollten reich an Kalk und Stickstoffsalzen sein. Warme Böden heben die Qualität der ätherischen Öle, zu starke Hitze mindert deren Qualität und Quantität.

Etwa 3 Jahre lang können die Blätter, jeweils zweimal im Jahr geerntet werden. Die beste Qualität liefert der erste Schnitt vor der Blüte. Der zweite Schnitt erfolgt im Herbst. Nach dem Schnitt müssen die Blätter schnell und ohne Sonneneinwirkung getrocknet und dann verschlossen aufbewahrt werden.

Der Anbau erfolgt durch Stecklinge (abgetrennte Ausläufer). Zwischen den Pflanzungen sollten 5 Jahre keine Pfefferminzpflanzen oder andere Lippenblütler angebaut werden. Es bieten sich dann Kartoffeln oder Getreide an.

Größere Anbaugebiete finden sich in Osteuropa, Amerika und Asien. In Deutschland finden sich nur kleine Pfefferminzpflanzungen.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Pfefferminze

Natur-Lexikon.com