Marienkäfer

Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata)
syn. Glückskäfer

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera )
Familie: Marienkäfer (Coccinellidae)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00197

Insekt des Jahres 2006

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Der Siebenpunkt-Marienkäfer gehört ist zu den bekanntesten Käfern unserer Heimat. Jedes Kind hat wohl schon Marienkäfer auf der Hand krabbeln gehabt. Er besitzt ein hohes Ansehen als Glücksbringer, da die Zahl 7 in vielen Kulturen als Glückszahl gilt.

Er kommt in ganz Europa und der nördlichen Hemisphäre vor, insbesondere in der Nähe von Blattlauskolonien. In Europa kommen etwa 100 verschiedene Marienkäferarten vor, weltweit sind hingegen mehr als 4.000 Marienkäferarten beschrieben. Er ist ein sehr häufig auftretender Käfer, welcher nicht gefährdet ist. Er ist in Wälder, Wiesen und Gebäuden verbreitet.

Siebenpunkt-Marienkäfer

Der Siebenpunkt-Marienkäfer ernährt sich im Wesentlichen entomophag (Insekten fressend) z.B. von Blattläusen oder Schildläusen bzw. deren fetten Larven. Als energischer Blattlausvernichter ist der Siebenpunkt-Marienkäfer ein Freund jeden Gärtners. Viele hundert Blattläuse können von einer einzigen Marienkäfer-Larve gefressen werden. Siebenpunkt-Marienkäfer werden daher auch als biologische Schädlingsbekämpfungsmittel gezüchtet. Bei Massenauftreten neigen die Marienkäfer auch zum Kannibalismus.

Marienkäfer Abflug
Fotos: Olaf Wolfram

Seine Körperlänge liegt zwischen 6 und 8 Millimeter. Der Körper ist halbkugelig geformt. Die Flügeldecken sind rot mit insgesamt 7 schwarzen, unterschiedlich geformten Flecken. Die Fühler sind kurz, mit kräftigen Keulen. Durch die Hohlräume unter den Flügeldecken können sie relativ gut (passiv) schwimmen.

Über die Gelenkhäute der Beine können sie eine gelbliche Flüssigkeit (Hämolymphe) absondern, die Insekten fressende Tiere (insbesondere Ameisen) etwas fernhält.

Larve Marienkäfer

Bei Bedrohung (z.B. in die Hand nehmen) stellen sie sich tot und sondern ebenfalls die gelbe Abwehrflüssigkeit ab.

Die Weibchen legen ca. 800 gelbliche  Eier ab. Nach etwa einer Woche schlüpfen rot gefleckte, gut bewegliche Larven, welche bereits Blattläuse fressen. Sie durchlaufen 4 Stadien. Die Larven verpuppen sich nach 3 bis 6 Wochen. Bis dahin haben sie bereits mehr als 500 bis 2.000 Blattläuse vertilgt. Die Puppen sitzen an den Blättern und hängen mit dem Kopf nach unten unter dem Blatt. Nach ca. 2 Wochen schlüpfen dann die jungen Marienkäfer. Die typische Färbung entsteht erst einige Stunden nach dem Schlupf. Pro Jahr gibt es zwei Generationen Marienkäfer.

Die jungen Marienkäfer überwintern dann als Vollinsekten unter Baumrinde, Blättern, Moos oder Steinen. In den ersten schönen Tagen im Frühjahr kommen sie dann hervor.

Seine Flugzeit liegt in den Monaten März bis Oktober. Der Marienkäfer und seine Larven leben ungeschützt auf den Pflanzen in der meist niedrigen Krautschicht.

Die natürlichen Feinde des Marienkäfers sind Parasiten, welche oftmals große Teile der Bestände befallen. Auch von Ameisen werden die Marienkäfer angegriffen, da diese ihre Blattlauskolonien schützen wollen. Zudem werden sie trotz ihres bitteren Geschmacks und ihrer roten Warnfarbe auch von Vögeln, Fröschen und Reptilien gefressen.

In der letzten Zeit entwickelt sich eine weitere Bedrohung unseres Marienkäfers. Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) ist als neue Art bei uns heimisch geworden und breitet sich massiv aus. Dabei werden heimische Arten schnell von ihm verdrängt. In Hamburg sind bereits erste Massenbestände gesichtet worden. Er ist etwa gleich groß wie der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer, besitzt aber 19 schwarze Punkte.



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