Buchweizen

Echter Buchweizen syn. Heidenkorn
(Fagopyrum esculentum syn. Fagopyrum sagittatum)

Ordnung: Knöterichartige (Polygonales)
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Gattung: Buchweizen (Fagopyrum)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com
Website: http://www.natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00196

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Siehe auch: Nutzpflanzen / Arzneipflanzen


Buchweizen gehört nicht, wie der Name eigentlich suggeriert zu den Getreide- (bzw. Gras-)Arten, sondern er ist ein Vertreter der Knöterichgewächse, zu denen auch der Sauerampfer und Rhabarber gehören.

Ursprünglich war Buchweizen in Zentral- und Ostasien heimisch. Seit dem Mittelalter ist es ist ganz Mitteleuropa als Nutzpflanze zu finden. In Deutschland sind zwei Buchweizenarten heimisch, zum einen der hier beschriebene Echte Buchweizen und zum anderen der Tatarische Buchweizen. Wildvorkommen sind selten und beruhen meist auf Aussaat als Bienenfutterpflanze.

Er bevorzugt nährstoffarme, lockere und eher trockene, warme Sandböden. Lehmböden oder zu feuchte Böden sind für den Buchweizen ungeeignet. Kalkhaltige Böden meidet er, niedrige ph-Werte werden hingegen toleriert. Buchweizen kann gut bei Trockenheit gedeihen. Bei zu starker Trockenheit reagiert er jedoch mit Mindererträgen. Er ist jedoch stark frostempfindlich, wächst jedoch sehr schnell, da seine Wachstumsphase sehr kurz ist. Die Sommer in den Steppen Asiens sind warm und kurz, daran ist der Buchweizen optimal angepasst.

Buchweizem reif

Der Echte Buchweizen ist eine einjährige Krautpflanze mit einer Wuchshöhe von ca. 30-60cm.

Der hohle Stängel ist knotig gegliedert und jeder Knoten ist von einer rötlichen Scheide umhüllt. Die Stängel färben sich vor der Fruchtreife rot. Die herzförmigen, zugespitzt auslaufenden, gut 8cm langen Blätter sind wechselständig angeordnet und im oberen Bereich ungestielt.

Buchweizen Blatt

Die spindelförmige Pfahlwurzel bildet sehr lange und feine Wurzelhaare aus, wodurch der Buchweizen auch aus sehr armen und trocknen Böden genug Nährstoffe und Wasser für sich herausziehen kann. So kann er auf Böden gedeihen, wo sonst keine anderen Nutzpflanzen mehr wachsen.

Die weißen oder rosafarbenen Blüten stehen in kleinen Rispen zusammen, welche den Blattachseln entspringen. Die Blüten des Buchweizen duftet stark aromatisch und sondern viel Nektar ab, weshalb sie gern von Insekten besucht werden. Die Blütezeit liegt zwischen Juli und Oktober, sie ist deutlich länger, als die eigentlich Wachstumsphase vor der Blüte, welche nur 4 Wochen umfasst.

In jeder Blüte reift eine kleine, etwa 5mm lange, braune, dreieckige Nussfrucht, welche etwas an eine Buchecker erinnert, was dem Buchweizen auch seinen Namen gegeben hat. Die Früchte sitzen sehr locker, weshalb häufig geringe Ernteerträge zu beklagen sind.

Aufgrund der mehlhaltigen Früchte ist der Buchweizen in der Vergangenheit in Europa ähnlich wie Getreide genutzt worden. Aufgrund der hohen Frostempfindlichkeit und des weniger hochwertigen Mehls ist er von den Getreidearten stark verdrängt worden.

Buchweizen wurde früher in erster Linie als Nahrungsmittel angepflanzt. Aber auch zur Gründüngung, als Viehfutter und auch als Bienenweide wurde er genutzt. Für die Gründüngung wurde er später von den Hülsenfrüchten (Leguminosae) abgelöst.

Heute wird der Buchweizen in Osteuropa und China angebaut, hier hat der Buchweizenanbau auch eine sehr lange Tradition.

Für die menschliche Ernährung muss der Buchweizen geschält werden, dabei gehen neben der Schale auch die äußeren Kornschichten verloren. Der geschälte Buchweizen besteht aus ca. 70% Kohlehydraten und 10% hochwertiges Eiweiß (Lysin-Anteil ca. 6%), was ihn sehr nahrhaft macht. Diese werden gemahlen und zu Grütze, Mehl und Grieß verarbeitet. Ca. 40% der Gesamtfruchtmasse können daher nur genutzt werden Zum Backen kann Buchweizenmehl nur in Verbindung mit z.B. Weizenmehl genutzt werden, da es nicht über Klebeigenschaften (es fehlt das Gluten) verfügt. So wurden z.B. Buchweizenpfannkuchen lange Zeit in den USA verwendet. In Russland sind die Blinis eine beliebte Speise aus Buchweizenmehl. Im 17. und 18. Jahrhundert war Buchweizengrütze eine beliebte Speise in der Schifffahrt, weil sie gut haltbar und sehr nahrhaft war. Der geschälte Buchweizen besteht aus ca. 70% Kohlehydraten und 10% Eiweiß, was ihn sehr nahrhaft macht. Mit der Verrbreitung der Kartoffel verschwand der Buchweizen als Essen der armen Leute.

Da Buchweizen frei von Gluten ist, kann es als Diätnahrung bei z.B. Zöliakie verwendet werden.

Der Buchweizenanbau in Europa kann erst ab Juni als Sommerfrucht erfolgen, weil dann die Böden warm genug sind. Schon bei +2 Grad kann der Buchweizen wieder absterben. Aufgrund der extrem unsichern, witterungsabhängigen Entwicklung, werden heute andere Feldfrüchte angebaut. Er gilt als gute Vorfruchtpflanze. Die Selbstverträglichkeit ist hoch. Die Ernte erfolgt im Spätsommer, wenn ca. 80% der Früchte braun gefärbt sind.

Der Verzehr der frischen Blätter kann zu einer Sensibilisierung der Haut gegen Sonnenlicht führen. Auslöser dieses Fagopyrismus ist das in der Pflanze enthaltene Fagopyrin. Es führt zu einer schleichenden Vergiftung, welche durch das Sonnenlicht verstärkt wird.

Nutzung als Arzneipflanze
Das Kraut des Buchweizens enthält wertvolle Inhaltstoffe, so genannte Rutoside insbesondere Rutin (Vitamin P), welche bei Venenleiden bzw. Gefäßerkrankungen allgemein eingesetzt werden.

Ähnliche Art: Tatarischer Buchweizen
Er wird mehr in Höhenlagen angebaut, da er weniger frostempfindlich ist. Äußerlich kann er gut vom Echten Buchweizen unterscheiden werden. Er hat deutlich mehr Blätter und die Stängel färben sich nicht rot, sondern bleiben grün. Die Blüten sind grünlich gefärbt.  Er wächst unregelmäßig, da er die Eigenschaft des Keimverzugs aufweist.



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